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Hannover Lob und Kritik für Hannovers Bewerbung
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00:23 10.03.2019
Und jetzt alle: Das Bewerbungsteam präsentierte Hannovers Leitidee: Oeds Westerhof, Melanie Botzki, Oberbürgermeister Stefan Schostok, Inga Samii, Annika Schach und Stadträtin Konstanze Beckedorf (v.l.). (Foto: Christian Behrens) Quelle: Christian Behrens
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Hannover

Der Slogan ist kurz und knackig, plakativ und pointiert – und wie viel Tiefgang man in ihm findet, hängt auch vom Betrachter ab: Mit dem Schlagwort „Hier Jetzt Alle für Europa“ bewirbt sich Hannover darum, im Jahr 2025 Kulturhauptstadt Europas zu werden. Der Spruch deutet auch einen Perspektivwechsel an: Eine Stadt soll nicht nur auf Unterstützung durch Europa setzen – sondern auch ihrerseits Europa stärken.

Hannover kann es sich nicht leisten, die aktuellen europäischen Probleme bei seiner Bewerbung zu ignorieren“, sagt Oeds Westerhof, der strategische Berater der Stadt bei der Bewerbung. Angesichts von Brexit und Nationalismus, Klimawandel und grassierender Unlust an Europa wirkt das Motto wie ein politisches Bekenntnis. Doch die Konkurrenz um den Titel der Kulturhauptstadt ist groß: Neben Hannover bewerben sich auch Hildesheim, Dresden und Nürnberg, Chemnitz, Gera, Magdeburg und Zittau. Wie überzeugend ist Hannovers Kampagne? Und wie lässt sich das Motto mit Leben füllen? Wir haben Politiker, Wissenschaftler und Kulturschaffende nach ihrer Meinung gefragt – und teils kontroverse Antworten bekommen.

„Gerade in der heutigen Zeit ist es ein sinnvoller Ansatz, sich für Europa zu engagieren. Die Stadt meldet sich damit zu einem hochaktuellen Thema zu Wort – das ist ein sinnvoller Ansatz, denn Europa braucht solche Impulse“, sagt Erich Barke, früherer Präsident der Leibniz Universität und Präsident der Leibniz Gesellschaft.

„Das Motto zielt darauf ab, alle Menschen einzubinden und ihnen gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. In meinen Augen ist dies wichtig, um die Zivilgesellschaft zu stärken – der Slogan geht in die richtige Richtung“, sagt Bernd Lange, Abgeordneter des Europaparlaments (SPD).

„Ich fand die Präsentation sehr interessant. Der theatrale Auftakt war eine kluge Art, das Ganze zusammenzufassen. Ich finde es gut, jetzt nach vorn zu blicken und dabei auch eine politische Komponente hinzuzufügen, statt in der Bestandsaufnahme dessen, was da ist und was fehlt, zu verharren. Man konnte ja schon manchmal denken, dass der Bewerbungsprozess sehr lange dauert. Aber jetzt nimmt er Fahrt auf“, sagt Kathleen Rahn, Direktorin des Kunstvereins.

Hannover hat ein enormes Potenzial und würde eine gute Kulturhauptstadt für Europa abgeben. Dabei wäre es wünschenswert, dass die Stadt auch mit den Einrichtungen des Landes eng zusammenarbeitet“, sagt Katja Lembke, Direktorin des Landesmuseums.

„Mit dem Motto allein kann ich zunächst wenig anfangen; es kommt darauf an, wie man es mit Leben füllt. Dass die europäische Dimension ausdrücklich in den Blick genommen wird, ist wichtig. Europa kann nur gelingen, wenn die Kultur in den Städten sich entwickelt – und umgekehrt“, sagt der Sozialphilosoph Oskar Negt.

„Wir finden den positiven Gestus des Mottos inspirierend, uns gefällt seine Offenheit. Der hannoversche Akzent, der in dem Motto noch nicht so präsent ist, wird durch die Inhalte stärker zutage treten. Ich finde eine Veränderung der Denkweise sehr wichtig: Die europäischen Kulturhauptstädte stärken die europäische Idee und nicht, wie bisher, genau umgekehrt. Das ist ein neuer Dreh der Bewerbung, der bei der Präsentation allerdings noch nicht so deutlich wurde“, sagt Stephan Buchberger, Chefdramaturg der Kunstfestspiele Herrenhausen.

„Mit dem vorgestellten Konzept kann die Bewerbung nun richtig starten. Zusammen können wir die Kräfte in der Stadt bündeln und – parallel zum wichtigen Kulturentwicklungsplan – die Kultur in Hannover fördern, um die Stadt so weiter nach vorne zu bringen“, sagt Laura Berman, designierte Opernintendantin.

„Es ist eine gelungene Weiterentwicklung des Arbeitstitels ,Nachbarschaft’. Was anfangs noch etwas eng formuliert daher kam, hat nun einen überzeugenden Inhalt bekommen, der die europäische Dimension der Bewerbung integriert und hinter dem sich die gesamte Stadt gut versammeln kann“, sagt Sebastian Marski, kulturpolitischer Sprecher der CDU-Ratsfraktion.

„Mir gefällt die Dringlichkeit und Kompromisslosigkeit, die im Staccato-Rhythmus von „Hier. Jetzt. Alle“ steckt – eine Stadtgesellschaft braucht definitiv alle und jeden, und der Handlungsbedarf ist dringend, wieder Werte in den Mittelpunkt zu rücken, die allen zugutekommen und das Gefühl von Gemeinschaft stärken. Inhaltlich ist mit dem Motto allerdings noch nichts gesagt, und die Aufgabe ist nun, Allgemeinplätze mit spannenden und konkreten Idee und Leben zu füllen“, sagt Reinhard Spieler, Direktor des Sprengel-Museums.

„Mit dem Motto Hier Jetzt Alle hat sich Hannover klar für und in Europa positioniert. Das ist in Zeiten der Europa-Skepsis ein wichtiges Signal an die Menschen in unserer Stadt und darüber hinaus“, sagt Christine Kastning, Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion.

„Die Bewerbung Hannovers zur Europäischen Kulturhauptstadt liegt mir ungeheuer am Herzen: Weil ich die Stadt sehr liebe und mit ihr beinahe alles verbinde, was in mir steckt. Und weil ich glaube, dass die Welt sehen muss, was für ein einzigartiger Ort das ist: Welche Menschen in Hannover leben, und was Integration hier bedeutet – nämlich die Hand auszustecken und voneinander zu lernen. Es geht hier nicht darum zu sagen: Seid wie wir, oder ihr gehört nicht dazu. Bei uns gibt es ein menschliches Miteinander und ein kulturelles Leben, das seinesgleichen sucht“, sagt Pianist Igor Levit.

Von Stefan Arndt und Simon Benne

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