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Hannover Verein sammelt Spenden: 17-jährige Afghanin benötigt Herz-OP in MHH
Nachrichten Hannover Verein sammelt Spenden: 17-jährige Afghanin benötigt Herz-OP in MHH
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18:46 28.07.2019
Die Ehepaare Markus und Stefanie Riedel (links) sowie Elaheh und Mehdi Ostad starten im Sahlkamp eine Hilfsaktion für die herzkranke Sara. Quelle: privat
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Sahlkamp

Es sei einer dieser Momente gewesen, erzählt Stefanie Riedel, „einer der Momente im Leben, wo man nicht lange nachdenkt“. Ein Freund ihres Mannes, der Arzt Matthias Angrés, fragte das Paar vor zehn Jahren, ob die beiden die damals siebenjährige herzkranke Sara als Pflegekind aufnehmen wollen. „Uns war beiden schnell klar, dass wir nur Ja sagen konnten“, sagt Stefanie Riedel. Damals, 2009, ging alles gut. Die lebensnotwendige Operation in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) war erfolgreich, Sara bekam eine neue Herzklappe und konnte nach ein paar Monaten in ihre Heimat zurückkehren, zu Eltern und Geschwistern.

Herzklappe ist zu klein

Doch jetzt ist Saras Herzklappe zu klein, sie braucht eine weitere Operation. Dafür haben die Pflegeeltern gemeinsam mit dem Verein Spats (Solidarisch-Präventiv-Attraktiv-Tatkräftig-Sozial) aus dem Sahlkamp die Spendenkampagne Sara hat Herz gestartet.

Als Saras Pflegeeltern sehen sich nicht nur die Riedels, bei denen Sara 2009 lebte, sondern auch Mehdi Ostad und seine Frau Elaheh. Die Inhaber des Blumenladens Blumerie sprechen Farsi, Sara spricht Dari – sie können sich gegenseitig verstehen. Damit hat das Paar Sara vor zehn Jahren auf dem Weg zur Genesung sehr geholfen. Bis heute halten beide Familien Kontakt zu Sara und ihrer Familie in Kabul.

Sara benötigt eine neue Herzklappe. Quelle: privat

„Unser Verein unterstützt diese Initiative gern“, sagt Wolfgang Jarnot, Vorstandsvorsitzender von Spats. „Denn wo, wenn nicht im Sahlkamp, kommen Menschen mit so unterschiedlichen Biografien zusammen, um Verständnis füreinander zu entwickeln und Verständigung untereinander zu leben?“ Nachbarschaftshilfe, Begegnung und Völkerverständigung zu fördern sind zentrale Ziele des Vereins.

OP kostet 33 000 Euro

Die Operation in der MHH werde rund 33 000 Euro kosten, weitere Kosten für Flüge und Visum kommen hinzu, sagt Saras Pflegevater Markus Riedel. Die Krankenhäuser in Kabul seien auf eine solche Herz-OP nicht spezialisiert. Die afghanische Familie habe vor ein paar Monaten sogar ihren Schmuck verkauft und sich von Freunden Geld geliehen, um mit Sara in eine indische Klinik zu fliegen. Doch auch dort konnte der Eingriff am Herzen nicht vorgenommen werden.

Professor Philipp Beerbaum, Direktor der Klinik für Pädiatrische Kardiologie und Pädiatrische Intensivmedizin der MHH, rät zu einer Operation in Deutschland – Ende dieses Jahres. Bis dahin will die Initiative das Geld zusammen haben, damit Sara nach Deutschland einreisen kann. Bisher haben Privatpersonen, Firmen und der Verein Ein Herz für Kinder bereits rund 25 000 Euro gespendet.

Fragen rund um das Projekt Sara hat Herz beantworten Markus Riedel unter Telefon (01 57) 78 86 44 92 und Andreas Bodamer-Harig vom Verein Spats unter Telefon (01 63) 9 77 77 69 oder per E-Mail an harigbod@htp-tel.de.

Kommentar: Der Sahlkamp zeigt Herz

Das ist eine Nachricht, die Hoffnung macht: Ein junges Mädchen aus Afghanistan benötigt dringend eine Operation am Herzen – und zwei Ehepaare aus dem Sahlkamp zögern nicht lange. Sie starten gemeinsam mit dem Sahlkämper Verein Spats (Solidarisch-Präventiv-Attraktiv-Tatkräftig-Sozial) eine Spendenkampagne.

Das machen die beiden Paare nicht zum ersten Mal: Bereits vor zehn Jahren, als die damals siebenjährige Sara aus Kabul zum ersten Mal eine neue Herzklappe bekommen hat, haben die Sahlkämper das Mädchen und ihre Familie unterstützt. Sie schenkten ihr ein Zuhause auf Zeit, so wie sie es jetzt wieder tun wollen – wenn sie bis Jahresende hoffentlich die benötigten 33 000 Euro sammeln können.

25 000 Euro haben sie schon zusammen. „Wir sind guter Dinge“, sagt Markus Riedel, Saras Pflegevater in Deutschland. Die beiden Paare, der Verein Spats und alle Spender und Unterstützer aus dem Sahlkamp und anderswo zeigen damit nicht nur Solidarität – sondern auch ganz viel Herz.

Von Johanna Stein

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