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Hannover Bezirksrat votiert für neue Bushaltestelle
Nachrichten Hannover Bezirksrat votiert für neue Bushaltestelle
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11:50 25.03.2019
Der Busstopp Richtung Waldheim ist am Rand der Straße Wülfeler Bruch geplant. Die Pappel soll gefällt, das Wartehäuschen an der schrägen Stirnseite des Zauns platziert werden. Quelle: Michael Zgoll
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Seelhorst

Die Üstra-Buslinie 134 wird eine neue Haltestelle bekommen. Der Bezirksrat Döhren-Wülfel stimmte in seiner vergangenen Sitzung mit großer Mehrheit (14 Ja-Stimmen, nur ein Nein des Linken-Vertreters) einer Beschlussdrucksache der Verwaltung zu, an der Einmündung des Wülfeler Bruchs in die Peiner Straße einen weiteren Haltepunkt einzurichten. Damit wird es in Seelhorst zwischen den Stationen „Mergenthalerweg“ und „Wülfeler Bruch“, die rund 750 Meter auseinander liegen, eine zusätzliche Haltestelle geben. Kritik übte der Bezirksrat allerdings an der geplanten Positionierung eines Wartehäuschens im Einmündungsbereich der beiden Straßen.

Am Rand der Peiner Straße, wo sich derzeit eine Parkbucht für Pkw befindet, wird die Haltestelle Richtung Döhren eingerichtet. Quelle: Michael Zgoll

Die Haltestelle Richtung Endpunkt Hildesheimer Straße in Döhren soll an der Peiner Straße unmittelbar hinter der Einmündung des Wülfeler Bruchs platziert werden, wo sich derzeit Parkbuchten für Pkw befinden. Hier wird es keinen Wetterschutz geben, wie Jörg Orlovius vom Fachbereich Tiefbau erläuterte: „Sonst hätten wir in diesem Bereich den Radweg aufgeben müssen.“ Der Haltepunkt in der Gegenrichtung soll am südlichen Ende des Wülfeler Bruchs installiert werden. Hier möchten die Planer ein Wartehäuschen aufstellen, allerdings – mit Rücksicht auf die Bewohner eines benachbarten Hauses – nicht direkt auf der Aufstellfläche für die Fahrgäste, sondern schräg versetzt in Richtung Peiner Straße.

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Laut Orlovius hatten die Anlieger moniert, dass die vertragsgemäß einzubauende Leuchtreklame am Wetterschutz sie allzu sehr belästige. Mit der alternativen Positionierung würde dieses Licht nicht mehr direkt in ihre Fenster scheinen. Etliche Bezirksratsmitglieder bezweifelten allerdings, dass die Streuwirkung der Leuchtreklame tatsächlich so groß ist wie befürchtet, außerdem existiere im Wülfeler Bruch ja bereits eine Straßenbeleuchtung. Kritik äußerten die Politiker auch daran, dass dem Busstopp an dieser Stelle eine Pappel mit einem Stammdurchmesser von 1,10 Meter zum Opfer fallen soll. Jörg Orlovius versprach, dass die Stadt noch einmal prüfen wolle, ob man auf der Aufstellfläche möglicherweise einen schmaleren Wetterschutz aufstellen und mit dem Werbepartner X-City Marketing noch einmal über Reklame-Varianten sprechen könne.

Pappel soll fallen

Die Stadt hatte drei Haltestellen-Varianten für die Busse, die hier im 20-Minuten-Takt vorbeikommen, untersucht. Beide Stopps in der Peiner Straße zu installieren hätte 220.000 Euro gekostet, eine beidseitige Anlage im Wülfeler Bruch 105.000 Euro. Die nun gewählte Misch-Lösung verursacht Kosten in Höhe von 120.000 Euro. 90.000 Euro (75 Prozent) trägt das Land, die verbleibenden 30.000 Euro teilen sich Region und Stadt Hannover jeweils zur Hälfte. Dass man nicht die billigste Lösung gewählt habe, so heißt es in der Drucksache, sei der erhöhten Sicherheit für Fußgänger bei der gewählten Variante geschuldet. Für die Pappel, die laut dem Fachbereich Umwelt und Stadtgrün nicht typisch für diese Gegend ist, soll es im nahen Umfeld eine Ersatzpflanzung geben. Sollte das Land Niedersachsen die Förderung bewilligen, kann die neue Haltestelle 2020 eingerichtet werden; die reine Bauzeit beträgt lediglich sechs Wochen.

Hintergrund für die Anlage des neuen Haltepunkts ist eine zunehmende Zahl potenzieller Nutzer. So ist das Neubaugebiet „Seelhorster Wohnhöfe“ an der östlichen Peiner Straße inzwischen vollständig bewohnt. Auch die jüdische Gemeinde, die in der Nachbarschaft einen Friedhof ihr Eigen nennt, hatte sich für den zusätzlichen Busstopp stark gemacht. Der Bezirksrat unterstützt das Vorhaben schon seit mehreren Jahren, war auch in Opposition zu einigen Anliegern des Wülfeler Bruchs gegangen, die die Buslinie generell aus ihrem Wohngebiet heraushalten wollten.

Von Michael Zgoll