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Hannover Hannover: So chaotisch ist die Kita-Anmeldung per Onlineportal
Nachrichten Hannover Hannover: So chaotisch ist die Kita-Anmeldung per Onlineportal
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16:26 30.08.2019
Wenn sie erst einen Platz in einer Kita haben, ist alles gut. Ihn zu finden ist mit dem neuen Online-Portal für die Anmeldung aber immer noch schwer. Quelle: Daniel Karmann/dpa
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Hannover

Eltern, die in Hannover einen Kita-Platz suchen, müssen sich ein weiteres Jahr auf das mühevolle Abklappern von Einrichtungen und Mehrfachanmeldungen einstellen. Denn mit dem Zentralen Onlineanmeldeverfahren (www.kinderbetreuung-hannover.de) geht es nur schleppend voran. Eigentlich wollte die Verwaltung zum dritten Quartal dieses Jahres alle Einrichtungen im Stadtgebiet in ihrem Onlinesystem haben, so dass Eltern alle ihre Anmeldungen dort tätigen können.

Nur ein Drittel der Kitas an System angeschlossen

Jetzt heißt es, man hoffe, „dass sich noch in diesem Jahr viele weitere Einrichtungen zur Teilnahme am Kita-Onlineportal entschließen“. Nicht genug damit, dass manche Einrichtungen ihre Infoabende für das Kita-Jahr 2020/2021 schon in diesem Oktober starten. Eltern, die über das Onlineportal suchen,wären dann also zu spät. Viel schwerer wiegt: Nach Angaben der Verwaltung sind bislang erst 153 Einrichtungen in allen 13 Stadtbezirken in dem neuen Onlineportal zu finden. In Hannover gibt es laut Kitabericht von 2018 aber 458 Einrichtungen.

Ein weiteres Jahr Anmeldechaos

Das bedeutet für Eltern nicht nur ein weiteres Jahr Anmeldechaos bei den Kitaplätzen. Viele werden sich für das Kitajahr 2020/2021 parallel anmelden, online bei Kitas im System und telefonisch bei anderen, um die Chancen auf einen Platz zu erhöhen. Dass Mehrfachanmeldungen auf diese Weise weiter forciert würden, ist aus Sicht des Kita-Stadtelternrates „eine Katastrophe“. Es sei schon eine Schwäche des Systems, dass Mehrfachanmeldungen prinzipiell möglich seien, sagt Peter Schulze. Dazu komme, dass jede Einrichtung weiter frei entscheiden könne, wann sie Zusagen erteile. Vor allem für Eltern, die in den Beruf zurückkehren wollten, entstehe dadurch zusätzlich Planungsunsicherheit.

Familien haben einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz – aber den zu finden, bleibt einstweilen eine schwierige Aufgabe. Quelle: Monika Skolimowska/picture alliance/dpa

Start verzögerte sich jahrelang

Die neuerliche Verzögerung beim Aufbau des Portals ist zudem ein weiterer Rückschlag in einer nicht enden wollenden Odyssee rund um die Online-Kita-Anmeldung. Bereits 2012 hatte der Rat festgelegt, dass sie kommen soll. Nach vielem Hin und Her bekam die Firma BOS Anfang 2017 den Zuschlag. Im Herbst 2017 sollten die Eltern erstmals einen Kita-Platz für das kommende Kita-Jahr über das Portal finden können. Tatsächlich gelang der Start aber nach weiteren Verzögerungen erst im Februar dieses Jahres –und auch nur mit den Kitas im Pilotstadtbezirk Döhren-Wülfel sowie allen 59 Kitas, die von der Stadt selbst betrieben werden.

Software-Betreiber kündigt überraschend

Erschwerend kommt jetzt noch hinzu, dass die Software-Firma, die bislang eine zweite, städtische Service-Website zum Thema Kinderbetreuung pflegt, zum 31. Dezember überraschend gekündigt hat. Die Stadt äußerte sich nicht zu den Gründen. Eltern konnten sich auf der Internetseite hannover.betreuungsboerse.net bislang umfassend über das Betreuungsangebot hannoverscher Kitas informieren. Künftig werden Eltern wohl eine Internetsuchmaschine wie Google bemühen müssen, um herauszufinden, welche Kita sich mit welchem Angebot in ihrer Nähe befindet. Die Verwaltung hat den Betreibern von Kindertagesstätten angeboten, sich auf dem neuen Anmelde-Online-Anmeldeportal zu präsentieren. Wer das wann nutzt, ist ihnen offenbar freigestellt. „Unübersichtlich“, „intransparent“ nennt das Kita-Stadtelternrat Schulze und fügt an: „Eltern müssen in Hannover nach wie vor bis zum letzten Moment um ihren Kitaplatz zittern.“

Bislang 3350 Plätze online vermittelt

Mehr als 8300 Familien und Eltern nutzen nach Angaben der Verwaltung derzeit das Zentrale Anmeldeportal im Internet (www.kinderbetreuung-hannover.de). Etwa 3350 Platzvermittlungen seien bisher erfolgreich darüber abgewickelt worden. Bemerkenswert ist: Elterninitiativen sind dort bislang so gut wie nicht vertreten. Das ist umso bedauerlicher, weil die Elterninitiativen mit rund 4000 Plätzen und 170 Einrichtungen der zweitgrößte Anbieter von Betreuungsplätzen in der Stadt sind. Insgesamt hält die Stadt laut Kita-Bericht 2018 derzeit 23.964 Betreuungsplätze in Kindertagesstätten vor.

Weil bislang nur etwa ein Drittel aller Einrichtungen in dem Anmeldeportal aktiv sind, sind auch weitere Informationsangebote nur sehr eingeschränkt nützlich. So soll die Suchfunktion „Freie Plätze im nächsten Monat“ Eltern helfen, die schnell einen Kita-Platz brauchen. Nicht genug damit, dass einem derzeit nur eine einzige im Brennpunktviertel Sahlkamp angeboten wird. Darüber, ob sich unter den restlichen 205 eine weitere mit freien Plätzen findet, verrät das Portal nichts. Eine weitere Kritik an dem Onlineportal war bislang die Einsprachigkeit.Vor allem in Brennpunktvierteln könnten viele Familien sie nicht nutzen. Die Stadt ist nach eigenen Angaben bislang dabei, Anwendungshinweise auch in Deutsch, Englisch, Türkisch, Arabisch, Persisch, Spanisch, Russisch und Französisch zu erarbeiten.

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