Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Hannover So viel „Wahnsinn“ steckt im Petry-Musical
Nachrichten Hannover So viel „Wahnsinn“ steckt im Petry-Musical
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:00 09.05.2019
Liebe, Eifersucht, Hoffnung: Das Musical „Wahnsinn“ mit Hits von Wolfgang Petry gastiert im Aegi. Quelle: Hardy Müller
Hannover

Der „Wahnsinn“ hat Methode. Wolfgang Petrys großer Hit taucht im Musical, das Regisseur Gil Mehmert auf die Bühne des Theaters am Aegi bringt, immer wieder auf: als musikalische Klammer und als Zitat in wechselnden Arrangements und Varianten. 30 Jahre dauerte die Schlagerkarriere Petrys, ehe er im Jahr 2006 überraschend Schnäuzer, Lockenpracht, Holzfällerhemd und Freundschaftsbändchen ablegte.

Nun hat Mehmert über 30 Songs aus Petrys Karriere zu einer rasanten Boulevardkomödie mit dem Titel „Das ist Wahnsinn!“ verwoben und dabei einigen Aufwand betrieben, alles aus den oft eher eindimensionalen Schlagervorlagen herauszuholen. Mit gleich zweierlei Erfolg: Die acht Vorstellungen in Hannover sind bereits im Vorfeld mit 8500 Besuchern fast ausverkauft – und der schräge Musicalspaß überzeugt weit über Petrys Material hinaus.

Gut aufgelegtes Ensemble

Natürlich kann das Musical des Autorenduos Martin Lingnau und Heiko Wohlgemuth die Klischees nicht abstreifen, die im Beziehungsrepertoire des Schlagers stecken. Eifersucht und Liebe halten sich die Waage und alle Töpfe brauchen um jeden Preis ihren Deckel fürs Leben. Doch die acht Identifikationsfiguren, die als Destillat aus Petrys Minimalgeschichten für das Musical entstanden, werden durch ein gut aufgelegtes Ensemble und launige, kleine Episoden sehr lebendig.

Die wilde Geschichte um junge, gereifte, verlorene und unerfüllte Liebe spielt nebenbei mit Petrys Biografie. Szenen- und Songwechsel sind rasant und spannungsreich – und die geschickten Arrangements von Lingnau und Sebastian de Domenico lassen die Lieder oft nach den großen Gesten und der pointierten Dynamik internationaler Bühnen klingen. Dass die Rahmenhandlung ironisch und bisweilen sogar respektlos mit ihrem Material umgeht, tut ihr gut.

Schnelle Stimmungswechsel

Fast anarchisch mutet die Inszenierung von „Sommer in der Stadt“ als schräger Alptraum nach zu vielen Pillen gegen Flugangst an. Die Umsetzung des zotigen „Majas Blümchenwiese“ als psychedelischer Trip mit großartigen Retro-Kostümen vermag das noch zu steigern. Da verwundert es kaum, dass die bildende Künstlerin Heike Meixner nicht nur für Kostüme, sondern auch für das ideenreiche Bühnenbild verantwortlich zeichnet.

Die Stimmungen wechseln schnell und effektiv, mit einfachsten Mitteln gelingen tolle Illusionen, die immer dann brechen, wenn sie pathetisch zu werden drohen. Selbst der Happy-End-Marathon, in dem Freunde, Familien und Paare in ihre jeweiligen heilen Welten finden, bemüht sich um einen möglichst flapsigen Tonfall. Beim Zugabenmedley darf das Publikum dann nochmal nach Herzenslust Mitsingen und -klatschen. Spätestens jetzt ist die „Hölle, Hölle, Hölle“ los.

Für die Vorstellungen vom 8. bis 11. Mai um jeweils 20 Uhr, am 11. Mai um 15 Uhr sowie am 12. Mai um 14.30 und 19 Uhr sind nur noch Restkarten an der Theaterkasse am Aegi erhältlich.

Von Thomas Kaestle

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die barrierefreien Haltestellen entstehen an drei Standorten in der Geschäftsstraße in Linden-Nord. Die beiden besonders umstrittenen Bauten in der Fußgängerzone werden erst 2022 in Angriff genommen.

12.05.2019

Es war nicht leicht für ihn: Als im August 2018 plötzliche sein Vater Hartmut Meyer starb, übernahm der damals 22-Jährige von einem Tag auf den anderen des Gleidinger Erdbeerhof. Jetzt startet er mit seinen Erdbeeren und Freundin Karina Kuhn an der Seite in die erste Saison.

09.05.2019

Bau- und Denkmalforscherin Uta Hassler spricht an diesem Donnerstagabend im Landesmuseum zu dem Thema, der Eintritt ist frei.

09.05.2019