Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Hannover Sylvan und Marius sind Hannovers Instacops
Nachrichten Hannover Sylvan und Marius sind Hannovers Instacops
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:41 15.05.2019
Bitte folgen: Sylvan Bormann (l.) und Marius Beernink sind Hannovers Instacops und berichten ab sofort regelmäßig von ihrer Polizeiarbeit. Quelle: Clemens Heidrich
Hannover

Sylvan Bormann und sein Kollege Marius Beernink sind die neuen Gesichter der Polizeidirektion (PD) Hannover im sozialen Netzwerk Instagram. Die Beamten berichten ab sofort über ihr jeweiliges Metier, der 31-jährige Bormann arbeitet beim Kriminaldauerdienst und der 25-jährige Beernink beim Streifendienst der Inspektion Ost am Welfenplatz. Am Dienstag starteten die „Instacops“ von Hannover, seitdem posten die jungen Männer regelmäßig Fotos und kurze Videosequenzen. Wie es in dem Medium üblich ist, bevorzugen beide, geduzt zu werden.

„Wir wollen einen Einblick in die echte Polizeiarbeit geben“, sagt Sylvan. Beim „Tatort“ bekomme er „regelmäßig die Krise“, sagt der 31-Jährige. „Das entspricht nicht der Realität.“ Seit Projektstart posteten die beiden schon Fotos von einem Spurensicherungskoffer, einem Diebstahl in einer Spielothek und ein kurzes Video zum Schichtbeginn mit Streifenwagen. „Wir werden vom Alltag berichten, aber natürlich auch vom Einsatzgeschehen“, sagt Marius. Sie haben schon Ideen, wie es in nächster Zeit weitergehen soll. „Unsere Arbeit ist sehr facettenreich“, sagt der 25-Jährige.

Trend aus Holland und Großbritannien

Community Policing heißt diese neue Form der Außendarstellung, Vorreiter sind die Niederlande und Großbritannien. In Niedersachsen präsentieren inzwischen 17 Ermittler sich und ihre Arbeit auf Facebook, Twitter und Instagram. Auch Polizisten anderer Bundesländer sind in den sozialen Netzwerken aktiv. Den Instacops aus Hannover folgen nach den ersten 24 Stunden schon jeweils mehr als 1000 Nutzer. „Die Resonanz ist echt verrückt“, sagt Sylvan. Sie bekommen im Minutentakt Direktnachrichten und Kommentare, Kritik sei nicht dabei. „Bislang war es immer ein generelles Lob für unsere Arbeit“, sagt Marius.

Auf Instagram haben sie die sperrigen Nutzernamen „polizei.hannover.sb“ und „polizei.hannover.mb“, eine Vorgabe des Innenministeriums. Weil Instacop zudem wenig zu einer deutschen Behörde passt, ist intern auch von digitalen Kontaktbeamten die Rede. Sowohl Marius und Sylvan als auch ihr Dienstherr möchten mit den Accounts die Polizeiarbeit transparenter machen, sie aber auch zur Nachwuchsgewinnung nutzen. 2018 startete bereits der offizielle Instagram-Account der PD, darüber hinaus veranstaltete die Behörde im Februar dieses Jahres einen Twittermarathon und berichtete acht Stunden lang über das aktuelle Einsatzgeschehen.

Polizeiarbeit hat Priorität

Marius und Sylvan haben nach eigenen Angaben die Hoheit über ihre Instagram-Konten. „Das sind wirklich wir“, sagt Sylvan. „Es wird deshalb auch Tage geben, an denen nichts kommt.“ Das Pilotprojekt läuft auf unbestimmte Zeit, voraussichtlich im Herbst soll eine erste Bilanz gezogen werden. Doch weder die Kollegen noch die Bürger müssen Angst haben, dass die Instacops künftig nur noch mit dem Handy am Einsatzort stehen. Marius: „Sobald es ernst wird, wissen wir beide, was Priorität hat.“

Von Peer Hellerling

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das Ladenschlussgesetz ist geändert – Hannovers Innenstadthändler können endlich öfter im Jahr an Sonntagen öffnen. Geplant wird das jetzt für den Regionsentdeckertag am 8. September.

15.05.2019

Gelöste Stimmung trotz trauriger Gesichter: Die Partei Die PARTEI lud Fans des Kabarettisten Nico Semsrott zum schrägen Ähnlichkeitswettbewerb auf den Steintorplatz ein.

18.05.2019

Die Staatsanwaltschaft Hannover hat zwei Brüder angeklagt. Sie sollen Ende Februar an der Oper ohne Vorwarnung auf einen 18 Jahre alten Afghanen und dessen Begleiter eingestochen haben. Der junge Mann erlag seinen Verletzungen. Die Ermittler werfen den Brüdern Totschlag und versuchten Totschlag vor.

15.05.2019