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Hannover Türkei lässt hannoverschen Rathausmitarbeiter in Italien festnehmen
Nachrichten Hannover Türkei lässt hannoverschen Rathausmitarbeiter in Italien festnehmen
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18:30 23.09.2019
Türkische Flaggen: Die Familie des Inhaftierten vermutet, dass politische Gründe hinter dem Haftbefehl stecken. Quelle: Ronald Wittek/dpa
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Hannover

Die Türkei hat einen Mitarbeiter der hannoverschen Stadtverwaltung in der vergangenen Woche in dessen Urlaubshotel in Italien verhaften lassen. Der 45-jährige deutsche Staatsbürger, der in der Türkei geboren wurde, wurde mit einem internationalen Haftbefehl gesucht. Was genau dem Kurden vorgeworfen wird, ist unklar. Die Familie vermutet, dass politische Gründe hinter den Haftbefehl stecken.

Der Inhaftierte hatte in Istanbul studiert, nahm dort an Demonstrationen teil und geriet ins Visier der Behörden. 1996 floh er aus der Türkei. Seinem Asylantrag wurde stattgegeben, Jahre später wurde der Kurde deutscher Staatsbürger, behielt aber auch seinen türkischen Pass. Die Familie fürchtet nun eine Auslieferung an die Türkei. Derzeit sitzt er in Bozen im Gefängnis.

Auswärtiges Amt ist eingeschaltet

Der Bruder des Inhaftierten wandte sich an Hannovers früheren Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg, der sich seit Langem in Menschenrechtsfragen engagiert. Schmalstieg bat daraufhin Niels Annen, Staatsminister im Auswärtigen Amt, um Hilfe. In Berlin hieß es am Montag, das deutsche Generalkonsulat in Mailand stehe mit dem Inhaftierten in Kontakt, eine Betreuung sei eingeleitet worden. Noch in dieser Woche will der Bruder nach Mailand fahren, wo sich derzeit auch die Lebensgefährtin des 45-Jährigen aufhält.

Bei der Stadt ist die kommissarische Verwaltungschefin Sabine Tegtmeyer-Dette derzeit in Sorge um einen geschätzten und untadeligen Mitarbeiter, der seit beinahe zehn Jahren im Sozialressort der Verwaltung tätig ist. „Die Nachricht von seiner Verhaftung beunruhigt uns sehr“, sagte sie. Man wolle sich nun mit Auswärtigem Amt und dem deutschen Konsulat in Ankara in Verbindung setzen, um „Unterstützung abzustimmen“.

Verhaftung ist Riesenschweinerei“

Schmalstieg forderte am Montag die schwarz-rote Koalition in Berlin mit scharfen Worten auf, dem Deutsch-Türken zu Hilfe zu kommen. „Ich verlange von der Europäischen Union und besonders von Kanzlerin Angela Merkel, dass die Bundesregierung auf die Türkei und Interpol einwirkt. Diese Verhaftung eines deutschen Staatsbürgers ist eine Riesenschweinerei. Interpol darf nicht für politisch motivierte Haftbefehle benutzt werden.“

Der Fall des 45-Jährigen aus Hannover ähnelt drei Vorfällen jüngerer Vergangenheit. Türkischstämmige deutsche Staatsbürger aus Köln, Hamburg und Duisburg wurden während ihrer Auslandsaufenthalte ebenfalls von Interpol verhaftet. Anders als etwa Italien verzichtete die Bundesrepublik in diesen Fällen darauf, türkische Haftbefehle zu vollstrecken.

Autor Dogan Akhanli ist wieder frei

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