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Hannover Unbekannter schmiert Kot an Haustüren: Polizei sucht Zeugen
Nachrichten Hannover Unbekannter schmiert Kot an Haustüren: Polizei sucht Zeugen
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07:03 24.05.2019
Kontaktbeamter Dominic Wichmann von der Polizeiinspektion Mitte verteilt Fragebögen an die Anwohner des betroffenen Hauses am Marstall. Quelle: Christian Elsner
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Hannover

Die Polizei ist auf der Suche nach einem Unbekannten, der seit Jahresbeginn 20 Haustüren in Hannover mit Kot beschmiert hat. „Die Vorfälle sind alle nahezu gleich“, sagt Behördensprecherin Isabel Christian. Zu den Taten zählt auch der Anschlag auf ein Mehrfamilienhaus an der Flüggestraße (Oststadt) Mitte Mai – bereits der zweite in diesem Monat. Zunächst hatte die Behörde die Vorfälle gegenüber der HAZ zwar bestätigt, von Ermittlungen aber Abstand genommen. Solche Angriffe mit Fäkalien stellten keine Sachbeschädigung dar, weil sie sich ohne Weiteres mit Wasser beseitigen ließen.

Der Fäkalienanschlag auf das Mehrfamilienhaus an der Flüggestraße Mitte Mai war offenbar doch kein Einzelfall. Quelle: Peer Hellerling

Zwei Polizisten erkennen die Anschlagsserie

Nun sieht die Lage aber anders aus: Zwei Beamte aus den Inspektionen Ost und Mitte erinnerten sich nach dem Artikel daran, dass immer wieder Kollegen von ähnlichen Vorfällen berichtet hatten. „Die Ermittler gingen daraufhin die Einsätze noch einmal durch“, sagt Christian, „und stießen auf eine Serie.“ Die ersten Fälle gab es Anfang Januar in der List und in der Oststadt, „später meldeten Zeugen auch Verunreinigungen an Gebäuden in Mitte und Vinnhorst“. Das Haus an der Flüggestraße traf es am 1. und 13. Mai, an der Ecke Sedan-/Friesenstraße wurde ebenfalls am 13. Mai ein Gebäude beschmiert. An der Berliner Allee/Ecke Leonhardtstraße wurde ein Haus am 3. und 13. Mai Ziel der Anschläge, die Unterkunft der Heilsarmee am Marstall sogar gleich vierfach: am 1., 15. und 23. März sowie am 3. Mai. Zuletzt beschmierte der Unbekannte am 21. Mai ein Haus an der Podbielskistraße in Höhe Günther-Wagner-Allee.

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Kein Motiv erkennbar

Das Problem: „Es ist bislang kein Motiv erkennbar“, sagt Christian. Der Täter suche sich nachts sowohl Privat- als auch Geschäftsgebäude aus. Darüber hinaus liegen teilweise Wochen zwischen den einzelnen Attacken. „Außerdem wurde bislang jeder Fall für sich betrachtet und die Bewohner dementsprechend lediglich nach Konflikten mit Nachbarn oder Beziehungsstreitigkeiten befragt“, sagt Christian. Nun verteilte die Polizei am Donnerstag Fragebögen an die Bewohner der betroffenen Häuser. Darin werden sie unter anderem gefragt, ob sie möglicherweise Verbindungen erkennen.

Kot im Eimer oder Kanister transportiert

Die Ermittler haben des Weiteren Proben der Fäkalien genommen, um zu klären, ob der Kot menschlichen Ursprungs ist. Gleichzeitig bitten sie Zeugen, sich bei der Polizei zu melden. Christian: „Möglicherweise sind ihnen Menschen aufgefallen, die in den Abend- oder Nachtstunden mit stinkenden Behältern wie Eimern oder Kanistern unterwegs waren.“ Die Beamten sind erreichbar unter Telefon (0511) 1092717.

Von Peer Hellerling