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Hannover Tiere nach Weihnachten ausgesetzt
Nachrichten Hannover Tiere nach Weihnachten ausgesetzt
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00:17 01.01.2018
Die Kaninchengeschwister Mary Christmas (rechts) und Silvester wurde nach dem Weihnachtsfest einfach in einem Käfig in der Südstadt ausgesetzt. Quelle: Schaarschmidt
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Hannover

 Klein, flauschig und vor allem jung sind die beiden Häschengeschwister, die am Donnerstag, kurz nach den Feiertagen, in einem Käfig neben einer Parkbank in der Südstadt stehen. Wahrscheinlich als Weihnachtsgeschenk gedacht, landen sie kurzerhand auf der Straße und schließlich im Tierheim Krähenwinkel. „Mary Christmas und Silvester sind etwa zehn Wochen alt – also noch sehr jung“, sagt Anke Forentheil vom Tierheim. Gemeinsam mit ihnen sitzen noch ein weiteres Kaninchen und drei Katzenkinder im Tierheim. Sie alle wurden rund um Weihnachten ausgesetzt.

„Das ganze Jahr über werden Tiere zwar ausgesetzt, ganz schlimm ist es aber an Ostern, wenn die unüberlegten Weihnachtsgeschenke aus dem Jahr davor zum ersten Mal mit der Urlaubsplanung konkurrieren“, sagt Forentheil. Auch nach jahrelanger Diskussion, öffentlichen Bitten und drohenden Strafen setzen Menschen immer noch ihre Haustiere aus. Auch in der Weihnachtszeit. „Von wegen Fest der Liebe und des Friedens. Viele Menschen verschenken immer noch Tiere, die dann ein paar Tage später von den neuen Besitzern ausgesetzt werden“, sagt Forentheil. 

Besonders schlimm erging es drei cremefarbenen Perserkatzen, die allerdings schon kurz vor dem Fest zwischen Mellendorf und Wiechendorf in einer Transportbox gefunden wurden – an einer viel befahrenen Landstraße. „Die Geschwister sind etwa drei Monate alt, zwei von ihnen saßen in der Box, eins der Tiere lief vor der Box auf und ab“, sagt Forentheil. Dass das Kätzchen nicht überfahren wurde, grenze an ein Wunder. „Die Tiere sind in einem extrem schlechten Zustand“, erzählt sie. Die Perserkatzen seien dünn, hätten Durchfall und Schnupfen und dazu Augenentzündungen. „Wie man so junge Tiere bereits so verwahrlosen lassen kann, ist uns ein Rätsel“, sagt Forentheil. Die Pfleger versuchten nun, die Tiere in der Quarantänestation gesund zu pflegen. Namen haben die Drei schon bekommen: Marvin, Malvin und Milana.

Viele der weihnachtlichen Neuankömmlinge im Tierheim haben noch nie einen Tierarzt gesehen, sind nicht gechipt, geimpft oder kastriert. Am Tag vor Heiligabend irrt auch ein Kaninchenbock durch den Sahlkamp. Das braune Tier könnte schon mehrere Tage in der Kälte verbracht haben, vermuten die Mitarbeiter des Tierheims. Niko Laus – wie das Kaninchen jetzt heißt – habe einen kleinen Schock gehabt und sei sehr dünn und geschwächt gewesen. Bevor er weiter vermittelt werden kann, müsse er erst wieder aufgepäppelt werden. 

Detlev und Dieter gehören zwar nicht zu den diesjährigen Weihnachtsfindelkindern, allerdings feiern sie ein trauriges Jubiläum: „Die beiden Schweine sind seit drei Jahren bei uns“, sagt Forentheil. An Silvester wurden sie damals in einem Wald gefunden. Der neue Halter muss versprechen, die beiden nicht zu essen. 

Insgesamt leben gerade 76 Hunde, 168 Katzen und 90 Kleintiere im Tierheim Hannover. „Und an Silvester und Neujahr werden es noch einmal mehr – allerdings sind viele der Tiere auch nur während der Böllerei entlaufen und werden wieder abgeholt“, sagt Forentheil. Unter www.tierheim-hannover.de kann man sich die Tiere ansehen und weitere Informationen zur Tiervermittlung bekommen.

Von Tomma Petersen

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