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Hannover Prügelei und Diebstahl: Weihnachtsfeier der Polizei eskaliert
Nachrichten Hannover Prügelei und Diebstahl: Weihnachtsfeier der Polizei eskaliert
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20:37 21.12.2018
Die diesjährige Weihnachtsfeier auf dem Gelände der Zentralen Polizeidirektion an der Tannenbergallee ist vollkommen aus dem Ruder gelaufen. Quelle: Nancy Heusel
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Hannover

Die diesjährige Weihnachtsfeier der Zentralen Polizeidirektion (ZPD) in Hannover ist vollkommen aus dem Ruder gelaufen: Bei der Party am 13. Dezember auf dem Behördengelände an der Tannenbergallee (List) wurde unter anderem eine Geldkassette mit mehreren Hundert Euro gestohlen und eine junge Feiernde erlitt eine Platzwunde, nachdem sie eine Bierflasche an den Kopf bekommen hatte. Darüber hinaus musste ein Gast in den Schwitzkasten genommen werden, damit er keine Schlägerei startet. Das alles geht aus einem Beitrag der aktuellen ZPD-Mitarbeiterzeitschrift vom 20. Dezember hervor, der der HAZ vorliegt.

Darin berichtet das Organisationsteam davon, dass zunächst friedlich gefeiert, getrunken, getanzt und gelacht wurde – „wie immer“. Doch dann sei die Situation eskaliert: Neben der blutigen Wunde und der verhinderten Prügelei sei zudem ein Außenspiegel eines geparkten Bullis abgebrochen worden, der Verursacher ist unbekannt. Außerdem berichten die Autoren davon, dass ein Feiernder nicht die wenige Meter entfernte Toilette aufsuchte, sondern „stattdessen gegen die Kota (Anm. d. Red.: eine Art Feuerhütte) pinkelte und anschließend in den Dreck fiel“. Wieder andere Partygäste hätten sich Kochsalzlösung zugeführt, „damit der Schnaps keinen Brummschädel verursacht“. Die gestohlene Kasse sei schließlich „der krönende Abschluss“ gewesen.

Party bis Mitternacht

ZPD-Sprecher Karsten Wolff bestätigt die Vorfälle auf HAZ-Anfrage. „Sie machen uns sehr betroffen“, sagt er. Die Feier habe am späten Nachmittag in der Ausbildungshalle begonnen und ging bis etwa Mitternacht, wie jedes Jahr wurde ein Weihnachtsdorf aufgebaut. Anlässlich der Party sei sogar das sonst geltende Alkoholverbot für den Zeitraum aufgehoben worden. Die Ereignisse, auf die sich das Schreiben bezieht, hätten sich laut Wolff „zur vorgerückten Stunde“ ereignet. Das Fehlen der Geldkassette sei am nächsten Tag beim Aufräumen bemerkt und sofort zur Anzeige gebracht worden. Die Polizeidirektion Hannover bestätigt, in zwei Fällen wegen Diebstahls gegen unbekannt zu ermitteln.

„Wir haben eine Vorbildrolle und werden die Vorfälle intensiv aufarbeiten“, sagt Wolff. In manchen Belangen seien die Verdächtigen bereits bekannt, bezüglich anderer Vorwürfe würden die Ermittlungen noch andauern. „Wir müssen schauen, ob straf- oder disziplinarrechtliche weitere Konsequenzen drohen“, so Wolff. Beispielsweise beim kaputten Außenspiegel gelte es zu klären, ob er absichtlich beschädigt wurde oder während der Feier versehentlich zu Bruch ging. Gleichzeitig stellt Wolff klar, dass es sich um ein Fehlverhalten „einiger weniger“ gehandelt habe. „Insgesamt waren mehrere Hundert Menschen auf der Weihnachtsfeier“, sagt Wolff.

„Wir haben Euch vertraut“

In der ZPD-Mitarbeiterzeitschrift werden bereits Konsequenzen für die kommende Weihnachtsfeier angedroht. Wegen der gestohlenen Kasse müssten die offenen Rechnungen nun mittels Spenden beglichen werden. „Wir haben Euch vertraut“, schreibt das Organisationsteam. Da manche das Vertrauen missbraucht hätten, könne die Party 2019 „nicht mehr im Sinne von ,alle Jahre wieder’“ ausgerichtet werden. ZPD-Sprecher Wolff dementiert allerdings ein generelles Aus aller künftigen Weihnachtsfeiern: „Wir müssen allerdings schauen, ob wir in Zukunft beispielsweise keinen Alkohol mehr ausschenken oder die Feier nicht mehr so lange geht.“

Von Peer Hellerling und Tobias Morchner

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