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Hannover Weihnachtstrucker bringen Pakete in die Ukraine
Nachrichten Hannover Weihnachtstrucker bringen Pakete in die Ukraine
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15:23 21.12.2018
Weihnachtstrucker Justus Schneider packt eine der letzten Kisten für die Ukraine. Quelle: Michael Wallmüller
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Hannover

Die Johanniter aus Niedersachsen schicken wieder ihre Weihnachtstrucker nach Osteuropa. Acht Ehrenamtler bringen mit zwei Lastwagen etwa 2500 Hilfspakete direkt in die Ukraine, weitere 500 gehen über Landshut nach Rumänien. „Diese Aktion ist uns eine Herzensangelegenheit“, sagte Landesvorstand Hannes Wendler am Freitag an der Goseriede. Dort wurde die letzte Palette verladen, bevor sich die Johanniter am zweiten Weihnachtsfeiertag ins 1600 Kilometer entfernte Schytomyr aufmachen, dem ersten Etappenziel. „Die Päckchen können ein Lichtblick im Alltag sein“, so Wendler.

Bereits zum zweiten Mal engagiert sich der Johanniter-Landesverband bei den Weihnachtstruckern, den Anfang machte Bayern bereits vor 25 Jahren. In den Paketen befindet sich das Nötigste, das die Menschen in der Ukraine und in Rumänien zum leben brauchen – und hierzulande schon für selbstverständlich hingenommen wird: unter anderem Nudeln, Kekse, Mehl, ein Spielzeug für den Nachwuchs, Schokolade und Zahnpasta. Unter anderem die Belegschaft von Volkswagen Nutzfahrzeuge hat Pakete gepackt, ebenso einige Schulen. Am Freitag schnürten fünf Kinder der Kita Hainholzer Hafen das letzte Päckchen für die Ukraine. Wieder andere Helfer engagierten sich finanziell, damit der Inhalt gekauft werden konnte. „An sie alle geht ein großer Dank“, sagte Landesvorstand Wendler.

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„Vergangenes Jahr haben wir noch gepackt, jetzt fahren wir die Strecke selbst“, sagte Michele Sciacca vom Ortsverband (OV) Wunstorf/Steinhuder Meer, der den Konvoi leitet. „Das wird ein Abenteuer für uns.“ Die acht Fahrer wechseln sich regelmäßig am Steuer ab, so wollen sie gleich zu Beginn bis zur ukrainischen Grenze kommen. Bereits nach zwei Tagen soll Schytomyr erreicht sein, das Städtchen liegt etwa 120 westlich von Kiew. Von dort fährt ein Lkw noch einmal weiter nach Poltawa in der Zentralukraine. Hans-Georg Eggert vom OV Stade war bereits im vergangenen Jahr als Weihnachtstrucker in Osteuropa. „Es war sehr intensiv“, sagte er am Freitag. Es sei von großer Bedeutung, den Menschen helfen zu können.

Bundesweit haben die Johanniter im vergangenen Jahr mehr als 58.000 Pakete gesammelt, sie alle wurden mit insgesamt 48 Sattelschleppern nach Südosteuropa gebracht. Die Aktion wird unterstützt vom Deutsch-Ukrainischen Forum in Berlin. Laut Eggert sei es sehr bewegend, dass es in Europa immer noch so viele Menschen gebe, die dringend Unterstützung für das tägliche Leben benötigen. Dafür nehme der Johanniter die Strapazen der langen Reise sehr gerne auf sich: „Man merkt, dass sie dankbar sind.“

Von Peer Hellerling

21.12.2018
21.12.2018