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Hannover Mit Hut oder oben ganz ohne – so kommt Mann durch die Hitze
Nachrichten Hannover Mit Hut oder oben ganz ohne – so kommt Mann durch die Hitze
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11:29 28.07.2019
Lore und Bernard Krause aus Oldenburg sind auf dem Weg zum Kleinen Fest im Großen Garten – und pausieren vor dem Hauptbahnhof. Den Strohhut, der den 64-Jährigen vor allzu intensiver Sonneneinstrahlung bewahrt, trägt er sonst im Garten. Quelle: Irving Villegas
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Hannover

Spätestens, wenn das Thermometer die 30-Grad-Marke reißt, darf man mit Fug und Recht sagen: Hannover hat viele heiße Männer. Und bei einem Bummel durch die Stadt wird augenscheinlich, dass sie nicht geizen mit ihren Reizen: Die Hälfte, grob geschätzt, trägt kurze Hosen. Wadenlang, knielang oder knapper. Zu beobachten sind Beine aller Art, kalkweiß bis knackigbraun, schön straff oder vom Leben zerfurcht. Dazu trägt der hitzegeplagte Mann Sneakers, Sandalen oder Schlappen, auch in Adiletten wagen sich Unverbesserliche auf die Straße. Und obenrum? Kommen viele Kappen und Hüte zum Tragen.

Mit Strohhut in der Stadt? „Er kleidet ihn, oder nicht?“

Der Strohhut, der Bernard Krause ziert, stammt aus einem Outdoorladen in Oldenburg. Gemeinsam mit seiner Frau Lore (59) sitzt er in einem Eiscafé vor dem Hauptbahnhof und lässt es sich gut gehen. „Wir haben Karten für das Kleine Fest im Großen Garten im Gepäck“, erzählt der 64-Jährige, doch zuvor wolle man sich im Hotel einbuchen und noch ein wenig durch die Stadt bummeln. Gewöhnlich trage er diesen Hut im Garten, erzählt Krause, aber bei hohen Temperaturen begleitet er ihn auch auf Reisen: „Dann brauche ich mir nicht die Ohren eincremen.“ Seine Begleiterin findet, ihr Mann dürfe den Strohhut noch viel häufiger tragen: „Er kleidet ihn, oder nicht?“

Für die Wüste gekauft, jetzt in Hannover im Einsatz

Marcel Zwaan aus den Niederlanden besitzt seit 20 Jahren einen Tilley Hat, der ihn schon in der Wüstenhitze von Oman behütet hat. Carla Kazemier trägt eine nicht ganz so geschichtsträchtige Kappe. Quelle: Michael Zgoll

Der Tilley Hat, der Marcel Zwaan (58) schmückt, hat eine noch längere Geschichte. „Wir haben ihn vor 20 Jahren in Kanada geordert, als ich für die Firma Shell im Oman gearbeitet habe“, berichtet der Niederländer, der in einem Dorf nahe Leiden wohnt. Auf der arabischen Halbinsel sei es oft mehr als 50 Grad heiß gewesen, und dort waren die Lüftungslöcher und der dunkelgrüne Unterrand der Krempe noch überlebenswichtiger als im Hannöverschen. Gemeinsam mit seiner Frau Carla Kazemier (57) ist Zwaan gerade auf einer Urlaubsreise durch Norddeutschland, die das Paar bislang nach Lübeck und Celle geführt hat. „Und jetzt wollen wir uns diesen Trödelmarkt am Fluss angucken“, erzählt die holländische Touristin. Was sie meint, ist klar: den Flohmarkt an der Leine.

„Warum soll ich was anziehen, wenn’s so schön ist?“

Andreas Werbnick lässt gerne ganz viel Sonne an seinen Oberkörper – im Trubel auf dem Ernst-August-Platz ein eher ungewöhnlicher Anblick. Quelle: Irving Villegas

So steif und förmlich der in der Region Hannover beheimatete Mann auswärtigen Besuchern in der kühlen Jahreszeit erscheinen mag, so locker macht er sich im Hochsommer. Den Mittelbau dominieren Poloshirts, Sweatshirts, T-Shirts. Ist ein Muscle Shirt mit knallroten Schultern und dunkelbraun gefärbten Armen gepaart, weiß man, dass das stoffsparende Kleidungsstück erst bei der Bruthitze der vergangenen Tage aus dem Schrank geholt wurde. Doch es geht noch besser: Andreas Werbnick (51) stellt auf dem Ernst-August-Platz seinen völlig freien Oberkörper zur Schau. „Warum soll ich was anziehen, wenn’s draußen schön ist?“, lautet seine – rhetorische – Frage. Nun gut, eine Hose trägt der Mann denn doch, und mit Sonnenmilch hat sich der 51-Jährige auch eingecremt.

Kühlen mit Wassernebel – inspiriert vom Italien-Urlaub

Nach 20 Kilometern Radtour von Jeinsen nach Hannover gönnen sich Mathias und Petra von Elling einen Schuss Wasser aus der Blumenspritze - die Verdunstungskälte kühlt die Haut. Quelle: Michael Zgoll

Einen ungewöhnlichen Anblick bieten Mathias und Petra von Elling am Platz der Weltausstellung. Sie sprühen sich ein – mit Wasser aus der Blumenspritze. „Wir sind gerade 20 Kilometer von Jeinsen nach Hannover geradelt“, erläutert der 52-Jährige, und man sei – verständlicherweise – ein wenig verschwitzt. Nun werden Kopf, Arme und Dekolleté eingenebelt, um von der Frische der Verdunstungskälte zu profitieren. „Als wir mal an einem Sommerabend auf der Piazza von Verona gesessen haben, ist der ganze Platz mit Wasser aus fest installierten Düsen vernebelt worden“, erinnert sich von Elling – und lässt das Verona-Feeling mit einem weiteren Schuss aus der Sprühflasche noch einmal in Hannovers Mitte aufleben.

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Von Michael Zgoll

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