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Hannover Zoo-Eingang bleibt länger Baustelle als geplant
Nachrichten Hannover Zoo-Eingang bleibt länger Baustelle als geplant
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00:31 30.05.2018
Noch gibt es den neuen Zoo-Eingang nur in Form von Zeichnung und Visualisierungen der Planer. Quelle: Wilde
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Hannover

Derzeit verzögert sich so manches Bauprojekt – das gilt nun auch für das neue Eingangsgebäude am Zoo, das seit gut einem Jahr eine Baustelle ist. In diesem Sommer sollte das Millionenprojekt fertig sein. Jetzt wird Bauholz knapp, und es gibt Probleme damit, Fachfirmen zu finden. Geschäftsführer Andreas Casdorff rechnet mit der Inbetriebnahme nun frühestens im Spätherbst. „Qualität geht vor Geschwindigkeit“, sagt er. Außerdem wolle man die veranschlagten Baukosten von 4,6 Millionen Euro möglichst halten oder, falls unabwendbar, nur leicht überschreiten.

Die Bauarbeiten laufen seit gut einem Jahr. „Für die Besucher ist es keine ganz so schöne Ecke“, gesteht Casdorff ein. Sie müssen um das Baufeld herumgehen, am Rand der Zufahrt und des Parkplatzes entlang zum alten Eingangsbereich mit Kassen, Servicecenter und Souvenir­shop, der nach 50 Jahren Bestand ein Fall für die Abrissbirne ist. Vom neuen Eingang sehen sie bisher nur den Beton des Rohbaus und Sandhaufen.

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Gründe für die Verzögerung gibt es mehrere. Einer der wichtigsten ist laut Casdorff, dass es wegen der guten Konjunktur schwierig ist, geeignete Handwerksfirmen zu finden und die kalkulierten Preise zu halten. „Wir haben einige Vergabeverfahren wiederholen müssen, was jeweils mindestens vier Wochen Zeit kostet“, erläutert der Geschäftsführer. Die Frosttage im März fielen ausgerechnet in die Phase der Betonierarbeiten für die Bodenplatte, die deshalb unterbrochen werden mussten. „Außerdem wird gerade hochwertiges Bauholz knapp“, sagt Casdorff. Das trifft den Zoo insofern hart, weil Holz vor allem bei der Dachkonstruktion prägender Baustoff ist, aber auch bei einigen Fassadenelementen.

Der neue Eingang liegt nicht mehr mitten im Zoo wie der alte, sondern davor im Bereich von Adenauerallee und Waldchaussee. Der Entwurf stammt vom Architektenbüro Pape und Pape aus Kassel, das sich in einem Wettbewerb durchgesetzt hatte. Das Gebäude besteht aus zwei V-förmig angeordneten Teilen mit Glasfronten, die durch ein überhöhtes, schräg aufgestelltes Holzdach verbunden werden, es dient zugleich als Wetterschutz. Die Jury hatte es eine „skulpturale, prägnante Gebäudegeste mit hohem Wiedererkennungswert“ genannt. Im Inneren des Bauwerks bringt der Zoo Schalter, Servicebereich, Büroräume, ein Eiscafé mit Innen- und Außenbewirtung sowie Besuchertoiletten unter.

Auch der Vorplatz wird neu gestaltet. Dort sind grüne Inseln mit erhöhter Einfassung und Sitzgruppen vorgesehen. Das Pflaster soll Tierspuren als Wegweiser enthalten. Genau dieser Vorplatz veranlasst den Zoo derzeit zu Überlegungen, zumindest eine Teileröffnung der Anlage im Sommer zu wagen. „Dazu müssten wir das Pflaster nicht wie üblich vom fertigen Gebäude aus nach außen verlegen lassen, sondern in umgekehrter Richtung“, sagt Casdorff

Von Bernd Haase

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