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Nachrichten Hannover Stadt Hannover und Karstadt-Kaufhof treiben Grün-Dach-Pläne voran
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13:52 08.10.2019
Werbung für Hannovers Roofwalk mit begrüntem Kaufhof-Dach: Timo Herzberg vom Karstadt-Kaufhof-Eigentümer Signa und Stadträtin Sabine Tegtmeyer-Dette auf der Expo-Real 2019 in München. Quelle: Conrad von Meding
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Hannover

Eine Fotomontage aus Hannover ist derzeit großflächig an einem stark umlagerten Stand auf der Investorenmesse Expo-Real in München zu sehen. Der Kaufhauskonzern Signa, zu dem außer Karstadt neuerdings auch Kaufhof gehört, wirbt auf großen Monitoren mit dem Bild, das die Dächer über Hannovers Fußgängerzone zeigt – allerdings bepflanzt und begrünt sowie mit Stegen in luftiger Höhe – sogenannten Roofwalks – verbunden.

Roofwalk über Hannovers Dächer als Impuls für die Innenstadt

Innenstädte sind unser Thema“, sagt Signa-Immobilienchef Timo Herzberg: „Wir alle lieben sie, aber der Onlinehandel zwingt uns, ganz neu zu denken.“ Genau solche Ideen wie aus Hannover seien es, mit denen den Stadtzentren neue Impulse gegeben werden können. Das Unternehmen treibt deshalb gemeinsam mit der Stadt eine Machbarkeitsstudie zu dem Roofwalk voran. Mit Zeitdruck: Im nächsten Quartal erhoffe er sich Ergebnisse, sagt Herzberg.

So könnten Hannovers grüne Dächer aussehen:

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Gratiswerbung auf der Expo-Real

Auf der Expo-Real buhlen alljährlich Großstadtregionen aus ganz Mitteleuropa um die Aufmerksamkeit von Investoren und Projektentwicklern. Es geht dabei nicht nur um Multimillioneninvestitionen in Neubauten für Gewerbe und Wohnquartiere, sondern letztlich vor allem um die Arbeitsplätze, die damit verbunden sind. Hannover betreibt seit vielen Jahren mit Partnern einen Gemeinschaftsstand. Zusätzliche Gratiswerbung an anderen Ständen wie jetzt bei Signa kommt aber gelegen.

Insgesamt gibt sich Hannover sehr frisch. „Wer nimmt schon 08/15, wenn man 0511 wählen kann?“ heißt ein großformatig plakatierter Werbespruch. Dazu gibt es Bilder etwa von der neuen Boulderhalle am Hauptgüterbahnhof – oder eben auch für den Roofwalk.

Signa beteiligt sich an Machbarkeitsstudie für Roofwalk

Die Idee für Hannovers innerstädtisches Dachlandschaftsprojekt hatte ursprünglich der Herrenhausen-Gartendirektor Ronald Clark als grünes Projekt für die Kulturhauptstadtbewerbung. Inzwischen ist das Thema in der Rathausspitze angesiedelt. Die amtierende Verwaltungschefin Sabine Tegtmeyer-Dette hat sich zu einem halbstündigen Gespräch mit Signa-Manager Herzberg bei der Expo-Real getroffen. Eine Arbeitsgruppe mit Gartendirektor Clark und der Chefin der städtischen Wirtschaftsförderung, Kay de Cassan, bereitet die Machbarkeitsstudie vor, an der sich Signa nun auch finanziell beteiligen will.

Der Roofwalk in Hannover – zweites Beispiel:

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„Solch ein Projekt stellt uns vor große Herausforderungen“, sagt Tegtmeyer-Dette. Nicht nur statische Fragen seien zu klären, sondern auch grundstücksrechtliche: Nach Vorbild der New Yorker High-Line, die auf alten Hochbahngleisen angelegt ist, sollen die Steganlagen in Hannover etliche Dächer verschiedener Häuser begrünen.

Dachbegrünung mit touristischem Effekt

Für Signa-Manager Herzberg keine abwegige Idee. „Die meisten unserer etwa 60 Innenstadthäuser haben Flachdächer“, sagt er. Der Sanierungsbedarf an vielen Standorten sei hoch, erst kürzlich habe es wieder einen Wassereinbruch gegeben – und bei Dachbegrünungen gebe es zusätzlich einen positiven Effekt für das Stadtklima, schwärmt Herzberg. Für den Konzern sei die Zeit zum Handeln gekommen. „Wir wollen nicht nur schöne Bilder zeigen, sondern konkret nachweisen, welchen Nutzen eine Innenstadt wie Hannover von dem Projekt haben kann.“ Klimatisch, aber auch touristisch, um die City attraktiv zu halten.

„Wer nimmt schon 08/15, wenn man 0511 wählen kann?“: Werbung für Hannover auf der Investorenmesse Expo-Real in München. Quelle: Conrad von Meding

Es geht auch um Hotels und den Kronsberg

Der Roofwalk ist nur ein Thema – zu Dutzenden führen die Wirtschaftsförderer von Stadt und Region an den drei Messetagen Gespräche mit Interessenten. Etwa mit den britischen Hotelbetreibern von Citygrove, die im Bredero-Hochhaus ein Hotel einrichten wollen und sich nach vielmonatigem Streit mit einem Teileigentümer nun auf gutem Wege sehen. Oder mit der hessischen Wohnbaugesellschaft GWH, die am Kronsberg ein großes Areal mit Wohnungen bebauen will.

Wie weiter mit dem Wohnungsbau im Umland?

Überhaupt ist Wohnungsbau inzwischen ein großes Thema auf der Messe. Die Planungs- und Sozialdezernentinnen der Region, Christine Karrasch und Andrea Hanke, sind auf der Suche nach Investoren, die endlich auch in den Umlandstädten der Region Hannover mehr Wohnungsbau betreiben wollen. „In vielen Kommunen gibt es Vorbehalte, gerade was den Mehrfamilienhausbau und geförderte Wohnungen betrifft“, bedauert Hanke. Nur in vier von 20 Umlandstädten in der Region Hannover waren zuletzt geförderte Wohnungen errichtet worden, insgesamt müsse der Wohnungsbau dringend intensiviert werden, sagt Karrasch. An mangelndem Bauland liege es nicht, gut 1100 Hektar stünden kurz- bis mittelfristig zur Verfügung.

Investoren sollen Wohngebiete erschließen

Mit Förderprogrammen versuchen Stadt, Region und Land, den Investoren den Bau von geförderten Wohnungen schmackhaft zu machen. In Hannover verpflichtet der Rat die Investoren mit klaren Vorgaben: In jedem Neubaugebiet gelten ab sofort für 30 Prozent der Wohnungen Mietobergrenzen und entsprechende Förderprogramme, damit sich auch Mittelschichtfamilien und solche mit kleinem Einkommen die Mieten leisten können. Insgesamt 2500 solcher Wohnungen entstünden so bis 2022 neu, sagt Hannovers Stadtbaurat Uwe Bodemann. Aber um den Wohnungsmarkt insgesamt zu entlasten, müsse eben mehr auch im Umland gebaut werden, betont Stadträtin Tegtmeyer-Dette: „Wir sind schließlich eine Region.“ Es gehe nicht, dass die ohnehin stark versiegelte Stadt alle Wohnnachfrage erfüllen müsse.

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Immer mehr flexible Büros in Hannover

taurus marienwerder wissenschaftspark hannover expo real münchen Quelle: taurus

Immer mehr flexible Büros in Hannover

In wenigen Tagen will das US-Unternehmen Taurus mit dem Bau seines 40.000 Quadratmeter großen Bürokomplexes mit Laboren und Werkstätten beginnen. Weil der Standort in Marienwerder liegt, nennen die Entwickler ihn scherzhaft „Technopark Marienvalley“. Die Besonderheit: Die Räume sollen flexibel für verschiedene Ansprüche nutzbar sein. Immer häufiger gibt es Mietkonzepte für Kurzzeitnutzungen nach dem Vorbild etwa des Coworking-Anbieters Hafven in der Nordstadt. Anbieter Design Offices will 2020 einen Hybridstandort an der Vahrenwalder Straße mit 300 Arbeitsplätzen eröffnen, auch Rent24 startet durch. Bis Ende 2020 soll es 25.000 Quadratmeter Coworking-Flächen in Hannover geben.

In wenigen Tagen willdas US-Unternehmen Taurus mit dem Bau seines 40 000 Quadratmeter großen Bürokomplexes mit Laboren und Werkstätten beginnen. Weil der Standort in Marienwerder liegt, nennen die Entwickler ihn scherzhaft „Technopark Marienvalley“. Die Besonderheit: Die Räume sollen flexibel für verschiedene Ansprüche nutzbar sein. Immer häufiger gibt es Mietkonzepte für Kurzzeitnutzungen nach dem Vorbild etwa des Coworking-Anbieters Hafven in der Nordstadt. Anbieter Design Offices will 2020 einen Hybridstandort an der Vahrenwalder Straße mit 300 Arbeitsplätzen eröffnen, auch Rent24 startet durch. Bis Ende 2020 soll es 25.000 Quadratmeter Coworking-Flächen in Hannover geben.

Handel lohnt in Hannover

Neues Geschäftshaus: In der Goseriede 6 neben dem Tiedthof (re.) plant ein hannoversches Unternehmen einen Neubau mit dem Namen GO-Six. Quelle: Glaser PIG

Handel lohnt in Hannover

Trotz aller Probleme mit dem Onlinehandel: Hannover ist weiterhin einer der bundesweit lukrativsten Standorte für Einzelhändler. Deshalb lohnen Investitionen. An der Goseriede 6 gegenüber dem Anzeiger-Hochhaus hat die lokale Immobiliengesellschaft Glaser ein Geschäftshaus gekauft und will es modernisieren. Der Ladenmieter steht noch nicht fest. Auch am Standort von Baby-Walz an der Georgstraße wächst ein Neubau. Wenige Schritte weiter werden der alte Benetton-Standort und das New-Yorker-Haus (Bahnhofstraße) umgebaut. 2018 wurden regionsweit für 39 Millionen Euro Handelsimmobilien verkauft. Nur für den Esprit-Standort an der Georgstraße scheint noch kein Nachnutzer gefunden.

Trotz aller Probleme mit dem Onlinehandel:Hannover ist weiterhin einer der bundesweit lukrativsten Standorte für Einzelhändler. Deshalb lohnen Investitionen. An der Goseriede 6 gegenüber dem Anzeiger-Hochhaus hat die lokale Immobiliengesellschaft Glaser ein Geschäftshaus gekauft und will es modernisieren. Der Ladenmieter steht noch nicht fest.

Auch am Standort von Baby-Walz an der Georgstraße wächst ein Neubau. Wenige Schritte weiter werden der alte Benetton-Standort und das New-Yorker-Haus (Bahnhofstraße) umgebaut. 2018 wurden regionsweit für 39 Millionen Euro Handelsimmobilien verkauft. Nur für den Esprit-Standort an der Georgstraße scheint noch kein Nachnutzer gefunden.

Von Conrad von Meding

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