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Hannover Hört Hannover auf zu wachsen?
Nachrichten Hannover Hört Hannover auf zu wachsen?
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07:23 29.12.2017
Die Einwohnerzahl Hannovers steigt jetzt deutlich langsamer an. Quelle: picture alliance / dpa
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Hannover

 Mehr Wohnungen, mehr Schulen, mehr Kitas – Hannover gibt Hunderte Millionen Euro aus, um mit dem Bevölkerungswachstum Schritt zu halten. Aber ist Hannover noch eine wachsende Stadt? Laufen Stadtverwaltung und Ratspolitik womöglich Gefahr, Überkapazitäten zu schaffen?

Die Frage ist nicht aus der Luft gegriffen. Seit 2015 flacht die Wachstumskurve deutlich ab. Ende 2016 registrierte das Meldeamt 540.691 Einwohner, ein Jahr später sind es 541.317 (Stand 30.11.2017). Das sah vor einigen Jahren noch anders aus. Da schnellte die Kurve steil nach oben. Im Jahr 2011 zählte die Stadt noch rund 515.000 Einwohner, zwei Jahre später waren es schon mehr als 520.000. 

„Wir gehen davon aus, dass in den nächsten Jahren weiterhin Bevölkerungswachstum stattfindet, allerdings mit tendenziell veränderter Dynamik“, sagt Stadtsprecher Dennis Dix. Prognosen seien schwieriger zu treffen als vor einigen Jahren. Das hänge damit zusammen, dass nicht sicher sei, wie stark die Zuwanderung aus dem Ausland in den kommenden Jahren ausfallen werde. Auch die angespannten Wohnungsmärkte spielten eine Rolle. „Das alles beeinflusst die Eintrittswahrscheinlichkeit von Prognosen“, sagt Dix.

Hauptstadt der Single-Haushalte

In Hannover gibt es noch immer ungewöhnlich viele Single-Haushalte. Mehr als die Hälfte aller Haushalte werden nur von einer Person geführt. Das geht aus den aktuellen Strukturdaten hervor, die die Stadtverwaltung kürzlich veröffentlicht hat. Dahinter folgen die Pärchen-Wohnungen, die einen Anteil von 26 Prozent haben. Die Familien-Haushalte mit drei und mehr Personen  machen nur rund 20 Prozent der hannoverschen Haushalte aus. Die Anteile haben sich gegenüber dem Jahr 2011 kaum verändert.

Die Zahl der Wohnungen ist in den vergangenen Jahren deutlich in die Höhe geklettert. Zwischen 2011 und 2015 sind fast 4000 neue Wohnungen entstanden, vor allem solche mit drei um mehr Räumen. Doch scheint der Bauboom nicht auszureichen. Die Leerstandsquote ist deutlich gesunken. 2011 standen noch 2,9 Prozent der Wohnungen leer, 2016 waren es 1,6 Prozent. Das bedeutet: Wohnungen werden knapp.asl

Auch wissenschaftliche Experten wagen keine Prognose. "Die Zuwanderung hängt von vielen Faktoren ab, etwa den Wohnungspreisen, dem Angebot an Arbeitsplätzen und den Lebenshaltungskosten“, sagt Professor Rolf Sternberg, Wirtschaftsgeograph an der Leibniz Universität. Zwar sei das Leben in Hannover insgesamt teurer geworden, aber im Vergleich zu anderen Großstädten lebe man in Hannover noch relativ preiswert. "Dennoch sind auch in Hannover die Preise gestiegen, aber verglichen mit anderen Städten weniger stark", meint er.

Entscheidend für die Anziehungskraft einer Stadt sind nach Einschätzung des Wirtschaftsgeographen auch sogenannte weiche Faktoren. Damit sind Kulturangebote gemeint, Naherholungsgebiete wie der Maschsee und Sportmöglichkeiten. „Vor allem die Höherqualifizierten legen darauf Wert“, sagt Sternberg. Hannover könne auch in diesem Bereich punkten, jedoch werde die Attraktivität der Stadt von den Hannoveranern zu selten offensiv kommuniziert. In anderen Großstädten, etwa Köln, seien die Menschen sehr viel stärker überzeugt von ihrer Stadt.

„Insgesamt ist urbanes Leben in Deutschland wieder attraktiv geworden, da liegt Hannover ganz im Trend.“, sagt Sternberg

Von Andreas Schinkel

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