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Hannover Sparkassenchef Heinrich Jagau nimmt Abschied
Nachrichten Hannover Sparkassenchef Heinrich Jagau nimmt Abschied
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21:11 29.11.2019
„Fair, menschlich und nah“: Abschied von Sparkassen-Vorstandschef Heinrich Jagau (Mitte), hier mit seiner Frau Inge Roggenbruck-Jagau und Festredner Heribert Prantl. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Dass es warme Worte gibt zum Abschied eines langjährigen Vorstandsmitglieds, ist eine Selbstverständlichkeit. Was sich Hannovers scheidender Sparkassen-Vorstandschef aber am Freitagnachmittag anhören durfte, ging weit darüber hinaus. „Ich kenne keinen, der nicht gut über dich spricht“, sagte Verwaltungsrat-Vizechef und Regionspräsident Hauke Jagau (nicht verwandt, nicht verschwägert, alles andere hätte auch Compliance-Probleme gegeben). Nur wenn jemand der Sparkasse Geld nicht zurückzahlen wollte, sei der Sparkassen-Jagau auch mal sehr deutlich geworden.

20 Jahre war Heinrich Jagau Sparkassen-Vorstand

„Klare Entscheidungen“: Der neue Oberbürgermeister Belit Onay bei der Verabschiedung von Heinrich Jagau. Quelle: Tim Schaarschmidt

20 Jahre lang war Heinrich Jagau Vorstandsmitglied, nach dem überraschenden Abgang des Vorgängers Walter Kleine fünf Jahre lang als Vorstandschef. Ihm eile der Ruf voraus, „fair, menschlich und nah“ zu sein und trotzdem „klare Entscheidungen“ zu treffen, sagte der neu gewählte OB Belit Onay, der seit wenigen Tagen Verwaltungsratschef des Instituts ist.

„Brain“ der Sparkasse

Nicht verwandt, nicht verschwägert: Regionspräsident Hauke Jagau verabschiedet Sparkassenvorstand Heinrich Jagau. Quelle: Conrad von Meding

„Vertrauen und Verantwortung“ hätten die Zusammenarbeit geprägt, sagte Regionspräsident Jagau. Er bezeichnete seinen Namensvetter als „Brain“ der 2003 fusionierten Sparkasse und erinnerte in munteren Worten daran, dass der Sparkassenvorstand das Geldinstitut durch für Banken „turbulente Zeiten“ geführt habe.

„Das Sparschwein ist eine arme Sau“

Heribert Prantl, streitfreudiger Leitartikler der „Süddeutschen Zeitung“, wurde als Festredner tiefsinniger. „Das Sparschwein der Sparkassen ist heute eine arme Sau“, proklamierte er unter Gelächter und spannte dann einen weiten Bogen von den „destruktiven Zeiten“, die Europa und das Gemeinwohl derzeit erlebten, zur Sparkasse. Sein Thema war die Frage, ob gemeinnützige Unternehmen eine Zukunft hätten – dass er sie bei diesem Anlass nicht verneinte, versteht sich von selbst. Er richtete aber einen dringenden Appell an alle: Das gemeinwohlorientierte Prinzip der Sparkasse sei genau das, was die Demokratie brauche. Es müsse gestärkt und ausgebaut werden. „Europa muss noch lernen, dass nicht alle gesellschaftlichen Güter dem privaten Wettbewerb übergeben werden dürfen.“ Es brauche „den Mut zum Gemeinwohl“.

Mehr als 120 Festgäste

Mit Klaviermusik: Prof. Markus Becker von der Musikhochschule spielt Stücke von Beethoven bis Chick Corea. Quelle: Tim Schaarschmidt

Das hörten die mehr als 120 Festgäste gern. Zu Klaviermusik von Musikhochschulprofessor Markus Becker gratulierten dem scheidenden Jagau so unterschiedliche Weggefährten wie sein Vorvorgänger Harald Quensen, Ehrenbürger Herbert Schmalstieg, Enercity-Chefin Susanna Zapreva, Landesbischof Ralf Meister, 96-Chef Martin Kind, Marketingexpertin Ursula Hansen, Üstra-Chef Volkhardt Klöppner und Messechef Jochen Köckler – und natürlich Nachfolger Volker Alt. Der war bisher Risikomanager bei der Sparkasse Berlin. Er könne wohl beruhigt den Job antreten, sagte Festredner Prantl: „Wenn man auf einen wie Heinrich Jagau folgt, muss man wohl kein Risiko fürchten.“

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Von Conrad von Meding

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