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Hannover Hannovers größtes Neubaugebiet beschlossen
Nachrichten Hannover Hannovers größtes Neubaugebiet beschlossen
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19:21 20.12.2017
Kronsberg-Süd: So sieht der Bebauungsplan (Quelle: Stadt Hannover) für das Neubaugebiet aus. Quelle: Conrad von Meding
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Hannover

 Es wird das wohl größte Neubaugebiet in der jüngeren Geschichte Hannovers: Eine Sondersitzung von Ratsausschüssen hat am Mittwoch den Bebauungsplan für Kronsberg-Süd mit 3500 Wohnungen beschlossen. Von den Politikern gab es Lob für das Blitztempo, das die Verwaltung vorgelegt hat. Denn zwei Drittel der Grundstücke sind bereits verkauft an Projektgesellschaften, die zügig mit dem Bau starten wollen. „So etwas habe ich in meinem Berufsleben noch nicht erlebt“, sagte Baudezernent Uwe Bodemann.

2014 hatte der Rat gefordert, die Planung für die Erweiterung der Expo-Siedlung beschleunigt auf den Weg zu bringen. Zur Weltausstellung waren etwa 3000 Wohnungen nahe dem Expo-Gelände geschaffen worden, im zweiten Schritt sollen nun 3500 weitere Wohnungen entstehen, dazu Kitas, Geschäfte, Büros und eine Schule. Ein Viertel der Wohnungen soll öffentlich gefördert werden, damit sich auch Mittelschichtfamilien und Empfänger von staatlicher Unterstützung einen Einzug leisten können.

Geplant ist, das Baugebiet in die parkähnliche Landschaft einzubetten: Die Grünflächen sollen sich fingerförmig in die drei Einzelquartiere hineinziehen. Für zwei Flächen gibt es Käufer: Es sind Zusammenschlüsse von Wohnbaugesellschaften, die sich die Kosten des Projekts teilen wollen. Denn die Stadt will ihnen Infrastrukturkosten wie den Bau von Straßen, Kitas, Parks und Schule zum Teil den Baugesellschaften aufbürden. 

Man habe aus den Erfahrungen von Kronsberg-Nord gelernt und werde mehr Quartiersflächen schaffen, die von allen Bewohnern genutzt werden können, sagte Bodemann. Vertreter der Ratspolitik lobten die ausgiebige Bürgerbeteiligung und dass viele Anregungen aus dem Bezirksrat aufgegrffen wurden. Allerdings nicht alle. Ein Schwimmbad zum Beispiel soll es nicht geben. SPD, Grüne und FDP forderten aber eine Zweifeld-Sporthalle an der Schule und dass möglichst viele Straßen in den Quartieren als Spielstraßen ausgewiesen werden sollten. Dafür fand sich eine Mehrheit. Abgelehnt wurde eine Forderung der CDU-Fraktion für ein Baustellenmanagement, das den Lastvekehr zügig auf die Schnellwege führen sollte. Man habe bereits ein gutes Baustellenmanagement in Hannover, entgegenete SPD-Ratsherr Lars Kelich. 

AfD-Politiker Reinhard Hirche lehnte die Planung ab, weil zu viel Naturraum verschwndet werde. Sein Ratschlag: „Wirtschaftsflüchtlinge und Migranten zurückschicken, dann braucht man nicht so viel neuen Wohnraum.“ Das gab scharfe Proteste von den anderen Parteien. SPD-Politiker Kelich wies darauf hin, dass die AfD fast alle Neubaugebiete ablehne, was angesichts der Wohnraumknappheit seltsam sei. Die Stadtbevölkerung wachse vor allem deshalb zahlenmäßig, weil Menschen aus der Region, aus Deutschland und Europa in urbane Gebiete zögen. Auch CDU-Ratsfrau Georgia Jeschke befand an die Adresse der AfD: „Sie haben die Zeichen der Zeit nicht erkannt, der Grund für das Wachstum ist die Verstädterung.“ Oliver Förste (Die Fraktion) befand, es handele sich nicht um Naturschutzgebiete, sondern um „einen Rübenacker und Brachland“. Die Bebauung mit Wohnungen stelle eine Aufwertung für das Gebiet dar. Dem stimmte auch Gerhard Wruck (“Hannoveraner“) zu: Dank der nahen Stadtbahntrasse und der grünen Umgebung sei der Kronsberg hervorragend für Wohnbebauung geeignet. 

Bis die ersten Häsuer gebaut werden, dauert es aber noch. Zunächst wird die Planung jetzt öffentlich ausgelegt. FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke wagte aber eine Prognose: „Ich wette, Kronsberg-Süd wird vor der Wasserstadt in Limmer fertig.“

Von Conrad von Meding

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