Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Hannover So soll das neue Berggarten-Schauhaus aussehen
Nachrichten Hannover So soll das neue Berggarten-Schauhaus aussehen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:21 16.02.2019
Zeigt den Entwurf für ein neues Schauhaus im Berggarten: Ronald Clark Direktor der Herrenhäuser Gärten. Quelle: Rainer Dröse
Anzeige
Hannover

Das neue Schauhaus für den Berggarten wird ohne Zweifel ein Schmuckstück. Die Wände verlaufen nicht schnurgerade, manche knicken nach innen, andere nach außen. Das gläserne Gebäude erinnert damit entfernt an ein Kristall. Die Stadt Hannover hatte einen europaweiten Architekturwettbewerb ausgeschrieben, Mittwoch stellte sie den Sieger vor: das Büro SEP Architekten aus Hannover. Die Jury lobt, das heiter und leicht erscheinende Gebäude füge sich wie selbstverständlich in die Architektur des Berggartens ein.

„Der Neubau soll den hohen Stellenwert des Berggartens unterstreichen und sich gut in das Ensemble und die paradiesische Landschaft einfügen“, erläutert Oberbürgermeister Stefan Schostok. Die Stadt plant seit Jahren einen Neubau an der Stelle, wo heute noch das 40 Jahre alte Kanarenschauhaus steht. Es ist eine sensible Stelle am Rande des denkmalgeschützten Gartens, direkt neben dem Werkhof.

Riesenseerose Viktoria kehrt nach Hannover zurück

Das neue Schauhaus wird auf tausend Quadratmetern Platz für gleich mehrere Attraktionen bieten. Die Gärtner wollen in Herrenhausen in einem speziellen Warmwasserbecken wieder die tropische Riesenseerose Viktoria zeigen, deren große Blätter spielend Kleinkinder tragen können. Es ist sozusagen eine Rückkehr zu den Wurzeln. „Die Viktoria hat 1851 in Hannover zum ersten Mal auf europäischem Festland geblüht“, berichtet Ronald Clark, Direktor der Herrenhäuser Gärten. Für die exotische Pflanze gab es ein eigenes achteckiges Schauhaus, das im Krieg zerstört wurde.

Im neuen Schauhaus bekommt die Seerose einen eigenen Bereich. „Da sie sich im Winter einzieht, wollen wir dann dort exotische Schmetterlinge zeigen“, kündigt Clark an. Der mittlere Abschnitt des Glashauses dient als 450 Quadratmeter große Ausstellungsfläche, auf der die Gärtner im Wechsel besondere Pflanzenschätze präsentieren. Aus Platzmangel können manche dieser Sammlungen bisher nicht in Blüte gezeigt werden. Clark nennt als Beispiel Zitruspflanzen, kälteliebende Orchideen oder Kamelien. Zwischen den Ausstellungen wird dieser Bereich zum Wintergarten mit Sitzmöbeln und Kübelpflanzen. „Wir werden diesen Raum auch vermieten und nehmen jetzt schon Reservierungen an.“

Kanaren-Pflanzen dürfen in die Höhe wachsen

Im südlichen Abschnitt des Neubaus finden die Pflanzen der Kanarischen Inseln und des Mittelmeerraums Platz. Die in Norddeutschland einmalige Sammlung darf dann endlich in die Höhe wachsen – das Schauhaus wird an dieser Stelle bis zu neun Meter hoch. Bisher ist das Kanarenhaus für Phönixpalmen, Kanarische Kiefern oder Erdbeerbäume zu niedrig.

An den Gesamtkosten von fünf Millionen Euro beteiligt sich die Region Hannover mit einer Million Euro, vier Millionen trägt die Stadt selbst. „Wir wissen alle, was wir an den bundesweit bedeutenden Herrenhäuser Gärten haben“, betont Regionspräsident Hauke Jagau. In der Regionsversammlung sei der Beschluss deshalb unstrittig gewesen. Die SPD-Fraktionsvorsitzenden in Rat und Region, Christine Kastning und Silke Gardlo, meinen, gerade bei solch einer überregionalen Sehenswürdigkeit setze man damit ein deutliches Signal, den Tourismus und die Anziehungskraft der gesamten Region zu stärken.

Mit dem eigentlichen Bau will die Stadt voraussichtlich im Jahr 2021 beginnen und hofft auf Fertigstellung 2022. Zuvor muss das alte Gebäude abgerissen werden. Am Wettbewerb haben sich 17 Büros aus ganz Deutschland beteiligt. Der zweite und dritte Preis ging an die Büros Hübotter Stürken Dimitrova Architekten aus Hannover und Fröhlichschreiber & Thomas Fischnaller aus Berlin.

Alle im Wettbewerb eingereichten Entwürfe für das Berggarten-Schauhaus sind in der Orangerie Herrenhausen zu sehen. Die Ausstellung ist vom 17. Februar bis zum 3. März täglich von 11 bis 16 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei.

Ein eigener Ort für Schmetterlinge

Mit dem neuen Schauhaus im Berggarten entsteht auch ein fester Ort für zukünftige Schmetterlingsausstellungen. Ein Bereich in dem dreigegliederten Bau soll künftig in jedem Winterhalbjahr exotische Falter beherbergen. Ronald Clark, Direktor der Herrenhäuser Gärten, hatte sich dies seit Längerem gewünscht, um in der kälteren Jahreszeit eine besondere Attraktion zu bieten. Der große Erfolg der Schmetterlingsschau „Gaukler der Tropen“ vor rund einem Jahr war wie eine Bestätigung für das Vorhaben.

Die flatterhaften Wesen brachen alle Rekorde. Von Ende Januar bis Anfang April 2018 sahen sich knapp 90.000 Besucher die farbenfrohen Falter im Tropenhaus des Berggartens an. „Die Falter bringen Jung und Alt zum Strahlen“, sagte Gartendirektor Ronald Clark damals. Keine andere Sonderausstellung des Berggartens lockte so viele Gäste an wie die Schmetterlingsschau, die deshalb verlängert wurde. Im Neubau werden die Falter auf 200 Quadratmetern zu sehen sein.

Von Bärbel Hilbig

Das Amtsgericht Hannover hat am Mittwoch seine neue Sicherheitskontrolle in vollem Umfang getestet. Erstmals mussten in dem Probebetrieb alle Besucher durch Scanner gehen und ihr Gepäck durchleuchten lassen. Der Test sorgte für lange Staus und Prozesse mussten später beginnen.

16.02.2019
Hannover Bundesverdienstkreuz - Ehrung für Ismar Schorsch

Der Bundespräsident hat Ismar Schorsch das Bundesverdienstkreuz verliehen. Als Kind war der gebürtige Hannoveraner in der NS-Zeit mit seiner Familie emigriert, später setzte er sich für Verständigung ein.

13.02.2019
Hannover Unfallflucht auf Berliner Allee - Autofahrer erfasst Radfahrerin und flieht

Ein bislang unbekannter Autofahrer hat am Dienstagabend auf der Berliner Allee eine 26-jährige Fahrradfahrerin erfasst und ist anschließend mit seinem Wagen geflohen.

13.02.2019