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Hannover Nach Unfall auf A7 und Attacke auf Senior: Psychisch Kranker vor Gericht
Nachrichten Hannover Nach Unfall auf A7 und Attacke auf Senior: Psychisch Kranker vor Gericht
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15:35 02.12.2019
Im Verfahren vor dem Hildesheimer Landgericht um den schweren Verkehrsunfall auf der A7 und den Mordversuch im Krankenhaus hat das Schwurgericht mehr als ein Dutzend Zeugen geladen. Quelle: Rainer Dröse
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Hildesheim / Laatzen

Es war Anfang Juni dieses Jahres, als ein psychisch angeschlagener Mann um ein Haar zwei Menschen umgebracht hätte: einen Motorradfahrer auf der Autobahn 7 zwischen Hildesheim und Hannover sowie einen betagten Patienten in einem Hildesheimer Krankenhaus. Zunächst verursachte der 34-Jährige – offenbar während eines Suizidversuchs – einen schweren Verkehrsunfall, anderthalb Tage später schlug er mit einer Glasflasche und den Fäusten auf einen 85-jährigen Zimmernachbarn in der Klinik ein, der dabei schwer verletzt wurde und nur dank einer Notoperation gerettet werden konnte.

Am Dienstag beginnt am Landgericht Hildesheim der Prozess gegen den 34-Jährigen, der sich wegen fahrlässiger Körperverletzung sowie versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung verantworten muss.

Auf A7: Motorradfahrer schwer verletzt

Die erste Tat ereignete sich am 3. Juni 2019 auf der A7 nahe Hotteln und dem Laatzener Ortsteil Ingeln-Oesselse Richtung Hannover. Laut Anklage soll der 34-Jährige an jenem Montagabend gegen 23 Uhr in einer leichten Rechtskurve die Handbremse seines Nissan gezogen und das Lenkrad nach rechts herumgerissen haben – wohl mit der Absicht, sich umzubringen.

Dabei aber brach der Pkw nach links aus und prallte gegen eine Harley-Davidson, die auf der linken Fahrspur unterwegs war. Das Zweirad wurde umgestoßen, der Fahrer über die Leitplanke auf die andere Fahrbahnseite geschleudert. Dabei erlitt dieser ein Schädel-Hirn-Trauma und zog sich mehrere Knochenbrüche zu.

Klinik: Senior wäre fast verblutet

Der ebenfalls verletzte Angeklagte wurde in das Hildesheimer St.-Bernward-Krankenhaus eingeliefert, wo er am 5. Juni operiert werden sollte. Doch in den frühen Morgenstunden jenes Mittwochs – so haben es die Ermittlungen ergeben – bekam der 34-Jährige einen psychotischen Schub. Mutmaßlich hörte er infolge von Wahnvorstellungen Stimmen, die ihn aufforderten, den neben ihm schlafenden Senior zu töten.

So stand der jüngere Patient gegen 6.30 Uhr auf und prügelte auf seinen Bettnachbarn ein. Dabei zerbrach die von ihm benutzte Glasflasche, was unter anderem dazu führte, dass dem Opfer eine Halsvene durchtrennt wurde. Hätten Pflegekräfte nicht unmittelbar nach der Tat das Krankenzimmer betreten, wäre der 85-Jährige verblutet.

Ist der Angeklagte schuldfähig?

Die Schwurgerichtskammer unter Vorsitz von Richter Peter Peschka hat für den Prozess vier Verhandlungstage angesetzt. Es werden mehr als ein Dutzend Zeugen und ein psychiatrischer Sachverständiger gehört, der Motorradfahrer tritt als Nebenkläger auf. Der psychisch kranke Angeklagte gilt nach bisherigen Erkenntnissen nicht als schuldunfähig, denn dann stünde er im Rahmen eines Sicherungsverfahrens mit dem Ziel einer möglichen Einweisung in eine psychiatrische Einrichtung vor Gericht. Die Anklage geht für die Zeitspannen der beiden Taten nur von einer erheblich verminderten Schuldfähigkeit des Mannes aus, der sich derzeit in einer psychiatrischen Klinik befindet – und somit droht dem 34-Jährigen eine langjährige Haftstrafe.

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Von Michael Zgoll

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