Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Hannover So gehen Hannovers Schulen mit der Hitze um
Nachrichten Hannover So gehen Hannovers Schulen mit der Hitze um
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 28.06.2019
Viel trinken – das gilt in diesen Tagen nicht nur für die Kinder der Grundschule Stammestraße. Quelle: Villegas
Anzeige
Hannover

Die Hitzewelle hat Hannover im Griff. Die Temperaturen sind am heutigen Dienstag deutlich über die 30-Grad-Marke gestiegen – auch in vielen Klassenzimmern. Etliche Schulen haben ihre Schüler darum vorzeitig nach Hause geschickt. Einheitliche Regeln gibt es dabei nicht: Ob der Unterricht für die Mädchen und Jungen vorzeitig beendet ist, entscheidet jede Schulleitung eigenverantwortlich. Aber wie gehen die Schulleiter vor? Geht es auch um die gefühlte Temperatur? Laufen die Rektoren mit Thermometern durch die Klassenzimmer?

Auch gefühlte Temperatur entscheidend

Tatsächlich hat Matthias Paesler, stellvertretender Leiter der Goetheschule, am Vormittag mit einem Thermometer in der Hand verschiedene Klassenzimmer aufgesucht. „Wenn die Temperatur zwischen 28 und 30 Grad beträgt, ist ein Unterricht erschwert“, sagt er. Maßgebend sei für ihn auch das subjektive Temperaturempfinden. Dabei spiele die Luftfeuchtigkeit eine Rolle. „Für eine Beurteilung ist auch die Rückmeldung, die ich von den Kollegen bekomme, entscheidend“, sagt Paesler. Grundsätzlich gehe es nicht darum, vorschnell den Unterricht ausfallen zu lassen. „Wir versuchen, den Betrieb möglichst lange aufrechtzuerhalten“, sagt er. So werde veranlasst, dass die Schüler im Laufe des Tages ihre Unterrichtsräume wechseln. Vormittags seien Räume in Südlage noch kühl, die auf der Nordostseite heizten sich auf. „Die Schüler ziehen entsprechend um“, sagt Paesler. Ab 12 Uhr hat die Schulleitung den Jahrgängen acht und neun hitzefrei gegeben.

Anzeige

„Noten stehen ohnehin fest“

In der Südstadtschule war die Sache schon am frühen Vormittag klar. „Um 10 Uhr habe ich schon 30 Grad in meinem Physikraum gemessen“, sagt die Konrektorin, Sandra Philippens. Die Physiklehrerin hat noch ein paar andere Thermometer in der Schule verteilt, und überall kletterte die Quecksilbersäule in die Höhe. „Unterricht unter solchen Bedingungen ist nicht mehr zu verantworten“, findet sie. Zumal kurz vor den Sommerferien die Noten ohnehin feststünden. Ab der fünften Stunde durften die Schüler der Südstadtschule nach Hause gehen, am Mittwoch ist ab 12.45 Uhr Hitzefrei. Für die jüngeren Kinder an der Grund-, Haupt- und Realschule werden Betreuungsgruppen aufrechterhalten.

An den Gymnasien fanden am Dienstag mündliche Abitur-Nachprüfungen statt. Ganz gleich wie heiß es werde, diese Prüfungen könne man nicht verlegen, heißt es aus den Chefetagen der Schulen. Doch für die Jahrgänge fünf bis zehn gelten andere Regeln. Hier durften viele Kinder ihre Ranzen früher packen. Ein paar ausgewählte große Schulen aus Stadt und Umland:

Schulen in Hannover

Bismarckschule: Nach der fünften Stunde durften die Schüler der Klassen fünf bis zehn nach Hause gehen. In der Mensa sei aber noch das Mittagessen angeboten worden, sagt Schulleiter Heinrich Frommeyer. Im Altbau mit seinen dicken Mauern seien die Temperaturen noch recht angenehm gewesen, im Neubau aber, einem Passivhaus, habe er um 10 Uhr morgens bereits 28 Grad gemessen. „Leider haben wir keine Außenjalousien vor den Fenstern“, sagt er. Wenn das Wetter stabil bleibe, gewährt die Bismarckschule am Mittwoch nach der vierten Stunde hitzefrei.

Humboldtschule: Den Jahrgängen fünf bis zehn hat die Schulleitung am Dienstag ab 11.25 Uhr Hitzefrei gegeben.

Tellkampfschule: Für die Tellkampfschüler hat sich nach Angaben der Schule nichts geändert: kein Hitzefrei.

IGS List: Die Schüler haben an Projekten zumeist draußen gearbeitet. Ein regulärer Unterricht im Gebäude fand nicht statt.

Elsa-Brändström-Schule: Die Elsa-Schüler durften ab 12.30 Uhr nach Hause gehen.

Albert-Schweitzer-Grundschule: Hitzefrei ab 10.30 Uhr.

Schulen im Umland

Burgdorf: Die Realschule gab am Dienstag ab 11.20 Uhr Hitzefrei. Ob das auch am Mittwoch gilt, steht noch nicht fest. Das Gymnasium hat die Schüler ab 11.05 Uhr nach Hause geschickt. Am Mittwoch ist ebenfalls ab 11.05 Uhr Hitzefrei. In der Rudolf-Bembenneck-Gesamtschule war am Dienstag bereits um 10.50 Uhr Schluss. Wie es am Mittwoch aussieht, steht noch nicht fest.

Hemmingen: Die Grundschule in Hemmingen-Westerfeld hatte bereits in einem Brief an die Eltern angekündigt, dass in der Zeit von Dienstag bis Donnerstag, 25. bis 27. Juni, täglich die sechste Stunde entfällt. Eltern können dann ihre Kinder früher abholen, andernfalls werden die Mädchen und Jungen aber auf jeden Fall auch bis 13 Uhr betreut. Das teilte die Stadtverwaltung auf Anfrage mit. In der Grundschule Hiddestorf entfällt am Mittwoch, 26. Juni, die sechste Stunde, die als Arbeitsgemeinschaft für die dritten und vierten Klassen geplant war. In der Grundschule Arnum ist am Dienstag und Mittwoch, 25. und 26. Juni, für die Ganztagskinder nach dem Mittagessen (ab 13.45 Uhr) Hitzefrei. Nach Rücksprache mit dem Sekretariat oder mit dem Hort können die Kinder dann schon abgeholt werden, andernfalls werden sie bis 16 Uhr betreut.

Uetze: Das Gymnasium Unter den Eichen hat die Schüler um 11.15 Uhr nach Hause geschickt, am Mittwoch ist Hitzefrei ab 12.15 Uhr. Die Aurelia-Wald-Gesamtschule hat den Unterricht am Dienstag um 12.20 Uhr beendet, gleiches soll am Mittwoch gelten.

Wedemark: Gymnasium Mellendorf: Die fünften bis siebten Klassen hatten nach der dritten Stunde frei (10.40 Uhr), die achten bis zehnten Klassen nach der vierten Stunde (11.30 Uhr). Die Oberstufe hatte regulär Unterricht. Die Realschule hat nach der vierten Stunde Hitzefrei gegeben. An der IGS Wedemark haben die Schüler derzeit Projektwoche – darum gibt es dort kein Hitzefrei.

Laatzen: Die KGS (Albert-Einstein-Schule) hat ihre Sek-I-Schüler um 11.20 Uhr nach Hause geschickt. An der Erich-Kästner-Schule (Gymnasium und Oberschule) bekamen die Kinder um 11.50 Uhr frei – ausgenommen war nur die Oberstufe des Gymnasiums.

Wennigsen: An der KGS gab es am Dienstag auch Hitzefrei. Da die Regiobus keine zusätzlichen Busse schickt, hatte die Schulleiterin die Eltern schon am Montag gebeten, Fahrgemeinschaften für die 600 Schüler der Sekundarstufe I zu bilden. „Wir müssen die Betreuung und Beförderung gewährleisten – spontan Hitzefrei geben ist daher nicht möglich, da die 600 Schüler nicht alle auf einmal von den Bussen transportiert werden könnten", sagt Schulleiterin Birgit Schlesinger. Das mit den Bussen sei ein echtes Problem, sagt die Rektorin.

Wunstorf: Die IGS Wunstorf hat ab 12.30 Uhr Hitzefrei gegeben, das Hölty Gymnasium ab 11.50 Uhr nach der vierten Stunde. Wenn es am Mittwoch wieder so heiß wird, dann ebenfalls. Die Grundschule Stadtschule hat den Unterricht nach der dritten Stunde beendet. Kinder wurden aber bis Schulschluss betreut, wenn die Eltern arbeiten. Das galt auch für die übrigen Grundschulen, die alle verlässliche Grundschulen oder Ganztagsschule sind, wie in Klein Heidorn. Die Otto-Hahn-Schule (Haupt- und Realschule) gibt erst am Mittwoch nach der vierten Stunde um 11.05 Uhr Hitzefrei. Schulleiterin Helga Radtke regt in Zeiten des Klimawandels Klimaanlagen für die Schulen an.

Langenhagen: Die IGS Langenhagen hat ab 12.40 Uhr Hitzefrei gegeben.

Von Andreas Schinkel