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Hannover Höhere Bußgelder in Hannover: Liegenlassen von Hundekot soll bald 75 Euro kosten
Nachrichten Hannover Höhere Bußgelder in Hannover: Liegenlassen von Hundekot soll bald 75 Euro kosten
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18:16 27.09.2019
Gegen die Stinkbomben sollen höhere Bußgelder helfen. Quelle: dpa
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Hannover

Der Abfallzweckverband Aha und die Stadt wollen die Flut illegal weggeworfenen Mülls eindämmen. „Wir müssen den Druck auf Müllsünder erhöhen“, sagte Mathias Quast, Leiter der Stadtreinigung bei Aha, am Rande einer Veranstaltung der Kampagne „Hannover sauber!“ im Maschpark. Die Abfallfahnder sollen stärker kontrollieren, ertappte Sünder höhere Bußgelder zahlen.

Bisherige Anstrengungen reichen nicht

Trotz aller Anstrengungen der jüngeren Vergangenheit etwa durch die Kampagne, den Mehrweg-Kaffeebecher Hannoccino, den Einsatz von Straßenkehrern, der neuen Müll-Melde-App und die Verdoppelung der Zahl der Abfallfahnder besteht das Problem weiterhin. Allein die Kehrmaschinen von Aha fegen jährlich 7800 Tonnen Müll zusammen.

Volle Müllbehälter als Alibi fürs Wegwerfen

Dazu kommt der Dreck in den Parks und Grünflächen, für die die Stadt zuständig ist. „Wir erfassen zwar keine Mengen, sehen aber keinen Rückgang“, sagt Sachgebietsleiter Bernd Bohlen. Das Problem betreffe Parks, Grünanlagen wie etwa am Ihme-Ufer, aber auch Kinderspielplätze. Zwar habe man schon die Reinigungsintervalle erhöht, komme aber gegen die Wegwerfmentalität nicht wirklich an. „Im Maschpark stehen mehr Abfallbehälter, als eigentlich sollten. Wenn die voll sind, betrachten das viele automatisch als Alibi. Sie lassen ihren Müll liegen, statt ihn mitzunehmen“, erklärt Bohlen.

Zahl der Verfahren gegen Müllsünder verzehnfacht

Dass sich schon etwas tut, lässt sich an der Zahl der Ordnungswidrigkeitsverfahren ablesen. „Im vergangenen Jahr haben wir etwa 100 eingeleitet, das verzehnfacht sich für 2019“, sagt Quast. In Gesprächen mit dem Land werde derzeit ausgelotet, in welchem rechtlich erlaubten Rahmen die Bußgelder für Müllsünder in Hannover erhöht werden könnten: „Wir wünschen uns etwa, dass das Wegwerfen einer Zigarettenkippe künftig 30 statt bisher 20 Euro kostet“. Weiteres Beispiel: Wer Hundekot auf öffentlichen Flächen liegen lässt, könnte dann 75 statt bisher 50 Euro zahlen. Dazu kämen jeweils Bearbeitungsgebühren. „Wir schauen uns den gesamten Katalog an“, sagt Quast.

Bezirksbürgermeisterin Cornelia Kupsch, Ordnungsdezernent Axel von der Ohe, die Bundesliga-Handballer Veit Mävers und Alfred Jönsson sowie Mathias Quast von Aha und Bernd Bohlen von der Stadt Hannover (von links) werben für mehr Sauberkeit. Quelle: FRANSON

Konzertierte Aktionen geplant

Auch die Kontrollen will Aha erhöhen – nicht nur im Umfang, sondern auch durch neue Formen. Dazu zählen etwa mehr Rundgänge in den Abend- und Nachtstunden sowie konzertierte Aktionen, bei denen bis zu 40 Abfallfahnder gemeinsam einen Stadtteil durchkämmen. Mit dem Plan gegen wilden Müll kommt Aha einer Forderung des Rates nach. Den Politikern soll das fertige Konzept im November präsentiert werden.

Abstimmung über Müllbehälter

Etwa 35.500 Kubikmeter Müll landen jährlich in den 5000 öffentlichen Abfallbehältern in Hannovers Stadtgebiet. Nach Ansicht von Aha könnten es mehr sein, wenn die Mülleimer optisch auffälliger wären.

Beim Aktionstag am Freitag unter dem Motto „Schluss mit schmutzig in Parks!“ im Maschpark hat der Abfallzweckverband deshalb vier Behältervarianten aufgestellt – den bisher genutzten schlichten silbernen, einen silbernen mit Aufkleber, einen silbernen mit orangefarbenem Oberteil und einen komplett in Orange gehaltenen.

Passanten durften per Zettel abstimmen; außerdem besteht noch bis zum 11. Oktober auf der Facebook-Seite der Kampagne „Hannover sauber!“ die Möglichkeit, sich zu beteiligen. Allerdings: Die Entscheidung über das Behälter-Design liegt letzten Endes bei der Stadt, und die hat bisher aus Gründen der Stadtgestaltung die silbernen Modelle bevorzugt.

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Von Bernd Haase

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