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Hannover Gedenken an deportierte Juden
Nachrichten Hannover Gedenken an deportierte Juden
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15:33 17.12.2018
Vertreter jüdischer Gemeinden, der Kirchen und der Politik legten am Holocaust-Mahnmal Kränze nieder. Quelle: RainerDRöse
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Hannover

Mit bewegenden Worten haben Schüler der Humboldtschule die Gedenkfeier von Stadt und Region zur Deportation nach Riga am Holocaust-Mahnmal am Opernplatz gestaltet. Am heutigen Montag vor 77 Jahren waren 1001 jüdische Kinder, Frauen und Männer nach Riga deportiert worden, nur 69 von ihnen überlebten die Deportierung und die anschließende Verfolgung.

„Wie konnte das passieren?“, fragte eine Schülerin in der Gedenkstunde. „Wie konnten die Hannoveraner zusehen, wie tausende ihrer Mitbürger allein wegen ihres Glaubens verfolgt wurden?“ Die Schüler erinnerten an Henny Simon, die Deportation und Verfolgung überlebt hat. „Mein Herz friert, wenn ich Deutsch höre“, sagte sie später. Und die Schüler warnten vor neuen Versuchen der Ausgrenzung. Dem müsse man sich „laut entgegenstellen“, forderten sie.

Aus Hannover gingen 1941 aus Ahlem und über den Bahnhof Fischerhof insgsamt sieben Transporte nach Rigaund Warschau, sowie in die Konzentrations. und Vernichtungslager Auschwitz und Theresienstadt. Außerdem wurden weitere Menschen über den alten Bahnhof Möhringsberg verschleppt.

Wenn für jeden aus der Region Hannover deportierten Menschen eine Gedenkminute gehalten würde, müsste insgesamt rund 44 Stunden geschwiegen werden, haben die Schüler errechnet. Am Montag legten nach einer Schweigeminute unter anderem Vertreter der jüdischen Gemeinden, der Kirchen swie Regionspräsident Hauke Jagau und Oberbürgermeister Stefan Schostok am Mahnmal Kränze nieder.

Von Mathias Klein

17.12.2018