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Hannover Nach 17 Jahren: Hannover baut wieder ein Hochhaus
Nachrichten Hannover Nach 17 Jahren: Hannover baut wieder ein Hochhaus
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00:15 13.04.2019
Blick von (fast) oben auf den Raschplatz: Bernd Rathenow, Chef der Bauwo, feiert am Donnerstag Richtfest seines Hotel-Hochhauses auf dem Andreas-Hermes-Platz. Quelle: Foto: Katrin Kutter
Hannover

Nach nur einem Jahr Bauzeit wird auf dem Andreas-Hermes-Platz Richtfest für das neue Steigenberger-Hotel der Intercity-Marke gefeiert. Die Grundsteinlegung war im April 2018, seitdem geht es in die Höhe. Das Haus mit seinen 220 Betten soll helfen, den Mangel an Hotelbetten in Hannover zu beheben. Bernd Rathenau, Geschäftsführer der BauWo Grundstücksgesellschaft, spricht im HAZ-Interview über das Projekt, Architektur und Nachbarschaftskonflikte.  

Herr Rathenow, für das neue Hochhaushotel hinter dem Hauptbahnhof feiern Sie Donnerstag Richtfest. Braucht Hannover denn überhaupt noch zusätzliche Hotels?

Unbedingt! Aus fünf Gründen. Erstens steigen die Tourismuszahlen. Zweitens schwächeln die Messen überhaupt nicht so, wie es in der Öffentlichkeit oft dargestellt wird. Drittens ist es ein Intercity-Hotel – das Unternehmen hat mit der Bahn Verträge, dass dort Zugpersonal untergebracht wird, das abends ankommt und morgens früh wieder weiterfährt. Viertens spielten die nicht ausreichenden Hotelkapazitäten der Stadt bei der Absage an den EM-Standort Hannover eine Rolle, und fünftens wollen wir 2025 Europas Kulturhauptstadt werden – auch dafür brauchen wir Hotels.

Nun ist der Neubau ja ein Hochhaus – es ist das erste Mal seit 17 Jahren, dass in Hannover überhaupt wieder so ein Vielstöcker gebaut wird. Viele Menschen haben Vorbehalte gegen zu hohe Häuser ...

Wir sind stolz darauf!

Warum?

Die Bauweise ergibt sich vor allem aus der zentralen Lage. Wo die Stadt dicht bebaut wird, sind Flächen knapp und wertvoll – und dort lohnt es, auf wenig Fläche viel Gebäude zu errichten. Die Alternative wäre gewesen, in die Tiefe zu bauen. Aber für ein Hotel wäre das sicherlich nicht die beste Alternative.

Was macht den Bau eines Hochhauses zu etwas Besonderem?

Wir sind knapp unter der 60-Meter-Grenze geblieben, sodass viele Sonderauflagen entfallen. Aber allein die Gründung ist aufwendig: 108 Bohrpfähle mit einem Durchmesser von 109 Zentimetern gründen 16 bis 20 Meter tief in den Boden. Und dann ist ja auch die Architektur ungewöhnlich.

Inwiefern?

Wir konnten den Hamburger Architekten Jürgen Böge für das Projekt gewinnen, von dem nicht nur das Gebäude der benachbarten DG-Bank stammt, sondern auch Hochhäuser in Hamburg. Er hat sich unserem Projekt genähert, indem er die Gebäudefluchten der Nachbarhäuser vermessen hat – und hat daraus einen fünfeckigen Grundriss für das Hotel entwickelt. Wenn die Gerüste weg sind, wird man sehen, dass die Winkel nicht rechteckig sind. Auch Stadtbaurat Uwe Bodemann konnte sich zunächst nicht damit anfreunden, dass dort neben dem Bredero-Hochhaus noch ein markanter Hochbau entsteht – am Ende hat der Architekt ihn überzeugt.

Und innen?

Die Innenarchitektur stammt von dem Italiener Matteo Thun, der unter anderem auch die Vapiano-Restaurants ausstattet. Es wird modern, mit viel Holz.

Mit der Nachbarschaft aber gab es anfangs Ärger – wegen Lärm, wegen der Nutzung des Andreas-Hermes-Platzes und wegen befürchteter Schatten auf der Solaranlage des Pavillons.

Wir sind glücklich, dass wir alle diese Fragen positiv gelöst haben – nur eine private Nachbarin opponiert noch sehr gegen das Projekt.

Die BauWo ist in den 28 Jahren ihres Bestehens zu einem der größten Projektentwickler Hannovers gewachsen. Sie sind jetzt 70 – ist die Nachfolge geregelt?

Tatsächlich sind wir derzeit sehr gut im Geschäft. Wir hatten gerade Richtfest eines Holiday-Inn-Express in Göttingen, wir bauen Logistikhallen in Niedersachsen, Bremen und Süddeutschland. Aktuell warten wir auf die Baugenehmigung für unser großes neues Bürohaus an der Vahrenwalder Straße und ein Hallenprojekt an der Max-Müller-Straße. Über Auftragsmangel können wir nicht klagen. Und, ja: Am Freitag werde ich 71, ich will mich allmählich aus dem aktiven Geschäft zurückziehen. Bernhard Rückert und Jens Rothe sind neu in der Geschäftsführung. Und privat will ich gerne mehr Golf spielen und mich mit Kunst beschäftigen.

Von Conrad von Meding

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