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Hannover Hannovers Gesamtschulen schlagen wegen Überlastung Alarm
Nachrichten Hannover Hannovers Gesamtschulen schlagen wegen Überlastung Alarm
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06:00 18.02.2019
Gesamtschulen sind am Limit, weil sie zurzeit die Hauptlast bei Förderschülern und Schulwechslern stemmen, sagt IGS-Schulformsprecher Michael Bax. Quelle: Moritz Frankenberg
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Hannover

Die Integrierten Gesamtschulen Hannovers laufen Sturm dagegen, weiter die Hauptlast bei der Inklusion von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf zu tragen. In einem Brief, der der HAZ vorliegt, kündigen sie an, bereits in diesem Sommer beim Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule nur noch 1,5 dieser Förderschüler pro Klasse aufzunehmen. Damit würden sie ihre Aufnahmequote nahezu halbieren. In den vergangenen zwei Jahren nahmen sie jeweils fast 3 Schüler pro Klasse auf. Die Schulleiter argumentieren damit, dass die Gymnasien in Hannover bislang nahezu inklusionsfrei unterrichten. Nach Angaben der Stadt nahmen sie im laufenden Schuljahr gerade einmal 18 Schüler mit sonderpädagogischen Förderbedarf auf, die IGSen dagegen das Zwölffache, also mehr als 200. Die Verwaltung will die Pläne der Gesamtschulen auf HAZ-Anfrage nicht kommentieren. Bei den sogenannten „Verteilerkonferenzen“ habe man bislang immer Lösungen gefunden, heißt es schlicht.

Gesamtschulen nehmen auch die meisten Schulwechsler auf

Dabei sind die Nöte an den IGSen nicht nur bei Kindern mit Förderbedarf groß: Sie nehmen derzeit auch noch die meisten Schulformwechsler auf, darunter viele, die den Leistungsanforderungen ihrer alten Schule nicht gerecht wurden. „Auch viele dieser Kinder brauchen besondere Unterstützung“, sagt auf HAZ-Anfrage der Sprecher der hannoversche IGSen, Michael Bax, zugleich Schulleiter der Leonore-Goldschmidt-Schule. Vor allem IGSen, die nach der Anwahl der Eltern nicht voll würden, bekämen derzeit ohne Rücksicht auf die Schülermischung Förderkinder und Schulformwechsler zugeteilt. „Wir müssen aber sicherstellen, dass an allen Gesamtschulen das Verhältnis von leistungsstarken und -schwachen Schülern stimmt“, sagt Bax: „Sonst werden wir unserem schulformspezifschen Bildungsauftrag nicht mehr gerecht.“

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Die Gesamtschulen berufen sich in ihrem Brandbrief auf eine Vereinbarung vom September 2017. Ihr zufolge haben sie sich nur für eine Übergangszeit und nur unter der Voraussetzung, dass die Inklusion am Gymnasium verstärkt wird, überhaupt bereit erklärt, jährlich so viele Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf aufzunehmen. Nach „einhelliger Auffassung aller IGS-Schulleiter“ sei es dem Schulträger, der Stadt und den Gymnasien aber nicht ernst mit der Inklusion am Gymnasium, schreibt der Vorgänger von Bax, Oswald Nachtwey. Der zum Ende dieses Schulhalbjahres in Rente gegangene Leiter der IGS-List und des IGS-Qualitätsnetzwerkes Hannover Region hatte den Brief noch unterzeichnet. Deshalb kündige man diese Vereinbarung jetzt auf.

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Behörden verweisen auf freien Elternwillen

Den Vorwurf der Untätigkeit weisen Stadt und Landesschulbehörde zurück. Es sei ein schon lange laufender Prozess, die Gymnasien „fit“ für Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf zu machen, heißt es. Gemäß dem in Niedersachsen geltenden freien Elternwillen könnten jedoch auch die Eltern dieser Kinder ihre weiterführende Schule frei wählen – und sie wählten zurzeit häufig die Gesamtschulen, heißt es unisono. Auch die tatsächliche Verteilung auf die Schulformen hänge maßgeblich von den Präferenzen der Erziehungsberechtigten ab. Beide Behörden haben den Protestbrief der IGSen bislang nicht einmal beantwortet. Der Verfasser habe keine schriftliche Reaktion erfragt, sagt eine Sprecherin der Landesschulbehörde auf Anfrage. „Das Schreiben liegt dem Schulträger vor und wird im Beirat „Schulische Inklusion“ beraten“ heißt es vonseiten der Stadt. Der Brief ist zweieinhalb Monate alt.

Von Jutta Rinas

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