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Hannover Projekt Kulturschlüssel startet in Hannover
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17:34 24.07.2019
Olaf Bause (vorn, links) und Artur Kruczewski werden von Jürgen Ridder (hinten, links) und Heiko Brockmann sowie Projektleiterin Pauline Kleier ins GOP begleitet. Quelle: Janssen Uwe
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Hannover

„Ich bin so aufgeregt“, sagt Artur Kruczewski, und das ist auch kein Wunder. Er parkt mit seinem Elektrorollstuhl direkt vorm GOP. Er war noch nie drin, aber gleich ist es so weit. „Das ist für mich nicht alltäglich“, sagt er, „normalerweise würde ich jetzt am Computer sitzen oder eine DVD gucken.“ Stattdessen gibt es heute Varieté live. Dass er hier ist, hat mit einem neuen hannoverschen Inklusionsangebot zu tun und mit Heiko Brockmann, der neben ihm steht. „Wir kennen uns seit einer Stunde“, sagt er.

Kulturgenießer und Kulturbegleiter finden sich

Das Angebot des Behindertensportverbandes Niedersachsen und des Forum Artikel 30 heißt Kulturschlüssel, ist in anderen Städten, vor allem in Hamburg, schon sehr erfolgreich und verfolgt ein simples Prinzip: Behinderte – die sogenannten Kulturgenießer – wollen Kultur- oder Sportangebote wahrnehmen, Nichtbehinderte – die Kulturbegleiter – betreuen sie und dürfen dafür gratis dabei sein. Der Schlüssel zur Kultur sind letztlich die Veranstalter, die Kulturspender. Neben dem GOP machen bislang Hannover 96, das Wilhelm-Busch-Museum, der Pavillon, die Bundesliga-Handballer der TSV Hannover-Burgdorf und die Rollstuhlbasketballer von Hannover United mit. Aber wenn es nach Projektleiterin Pauline Kleier geht, soll es bald schon sehr viel mehr Auswahl geben. „Wir stehen erst am Anfang.“

Am Kröpcke abgeholt

Heiko Brockmann hat den Bothfelder Artur Kruczewski am Kröpcke abgeholt und begleitet ihn nach der Vorstellung wieder dorthin. Anschließend fährt Kruczewski mit der Bahn und das letzte Stück mit seinem E-Rolli nach Hause. Verabreden, abholen, sich um die Behinderten kümmern – es ist Teil der Idee des Kulturschlüssels. Genau wie die Hoffnung, dass Menschen ohne Behinderung für die Bedürfnisse derer mit Handicap sensibilisiert werden.

Bei Olaf Bause, der ebenfalls im Rollstuhl sitzt, ist die Begleitung etwas komplizierter als bei Kruszewski. „Ich brauche jemanden, der schon mal mit mir unterwegs war. Es gibt einige pflegerische Sachen, die man wissen muss, und mich im Auto zu vergurten, ist nicht ganz einfach. Da müsste man sich vorher mal treffen.“ Musste er in diesem Fall nicht, Jürgen Ridder ist sein Freund, wohnt auch in Hemmingen und war schon öfter mit ihm unterwegs. Aber wenn es solche Probleme gibt, verspricht Projektleiterin Kleier zu helfen und zu vermitteln, wo es geht.

Alle vier haben im GOP schöne Plätze vorn links von der Bühne. Die Stimmung ist gut, ein bisschen feierlich sogar, Kruszewski kann kaum sprechen vor Aufregung – und dann geht das Saallicht aus und der Vorhang auf.

Wer mitmachen möchte, kann sich auf der Seite www.kulturschluessel-nds.de als Kulturgenießer oder -begleiter melden – und natürlich auch als Veranstalter, der dieses Inklusionsprojekt unterstützen will.

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