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Hannover Traditionskneipe Café Tabac schließt nach 41 Jahren
Nachrichten Hannover Traditionskneipe Café Tabac schließt nach 41 Jahren
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00:15 30.03.2019
Feierabend Im Café Tabac nach 41 Jahren. Quelle: Bauch
Hannover

Als Studentenkneipe mit französischem Flair und vielen legitimen Rauchwolken hat Peter Mehner das Café Tabac 1978 an der Ferdinand-Wallbrecht-Straße in der List eröffnet. Der Besitzer wollte mit dem Bistro ein Stück französische Lebensfreude nach Hannover holen – ein Plan, der lange aufging. Jetzt sind nach 41 Jahren Gastrobetrieb die Fenster mit Pappe verhängt, Container stehen vor der Tür und das markante Eingangsschild ist bereits abmontiert. „Dringende Renovierungsarbeiten“ machten eine Pause erforderlich hieß es zunächst noch auf der Webseite des Lokals. Mittlerweile ist es „dauerhaft geschlossen“ und nicht nur ein Stück französische Tradition geht damit zu Ende –Hannover ist um eine Institution ärmer.

Institution nicht nur für Raucher

Lange Jahre war das Tabac Aushängeschild der hannoverschen Gastroszene. Ob Skatrunde, Studententreff, Fußballübertragungen oder Elternabend – der Laden war immer voll. Auch als durch das Rauchverbot das Rauchersymbol im Namen irgendwie fehl am Platze wurde, blieben die Besucher nicht aus. Die qualmenden Stammgäste bekamen einen eigenen geräumigen Raucherraum – oder setzten sich eben auf die Terrasse an die Ferdinand-Wallbrecht-Straße.

Mit den Jahren und vielleicht der Mode in Sachen moderner Kneipenkultur verlor das Bistro allerdings langsam an Atmosphäre – und an Besuchern. Mittlerweile hieß die Besitzerin längst Katerina Sklavenitis. Die junge Frau holte sich im Jahr 2010 professionelle Hilfe ins Haus: Restauranttester Christian Rach. Er entrümpelte für den Privatsender RTL angestaubte Gastronomiebetriebe. Seine erste Ansage an die junge Bistrobetreiberin: Mit dem Namen muss ein vernünftiger Raucherbereich her und die Karte soll, ebenfalls namensgerecht, verschlankt und französischer werden. Dazu gab es einen neuen Anstrich und etliche liebevolle Details wie große Kronleuchter und Wandbilder.

Kürzere Öffnungszeiten

Ein paar Jahre scheinen das neue Konzept und der Umbau samt gemütlichem Außenbereich auch geklappt zu haben, in den letzten Monaten allerdings wurde es im Tabac immer früher dunkel. Viele Stammgäste – ehemalige Studenten, pensionierte Lehrer und Intellektuelle im Ruhestand – nahmen zwar noch regelmäßig mit überregionaler Tageszeitung an den kleinen Bistrotischen Platz, den Laden konnten sie alleine aber dennoch nicht am Laufen halten. Seit einigen Monaten hatte das Bistro nur noch ab 16 Uhr geöffnet, jetzt bleiben Tür und Küche komplett zu.

Ein Teil des Mobiliars ist bereits in den Container vor der Nummer 44 gelandet, an der Seite hängen noch die nostalgischen Schilder des ehemaligen Rauchertempels. Einen langen Leerstand soll es an der Ecke indes nicht geben. In der Nachbarschaft heißt es, ein neues Gastronomiekonzept soll hier mittelfristig einziehen. Vermutlich absolut rauchfrei und ohne studentische Vergangenheit.

Von Susanna Bauch

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