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Hannover Invasion der Papierfischchen in Hannover
Nachrichten Hannover Invasion der Papierfischchen in Hannover
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19:55 19.12.2017
Unschädlich für Menschen - aber schädlich fürs Zellulose: Papierfischchen in der Bemeroder Wohnung. Quelle: Foto: Clemens Heidrich
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Hannover

Papierfischchen? Nie gehört!“ Viele halten das Thema für einen verfrühten Aprilscherz oder eine Verwechslung mit den bekannten Silberfischchen. Kammerjäger Kurt Kape aber bestätigt: „Die kleinen Tiere sind auf dem Vormarsch. Wir werden jedes Jahr öfter zu Einsätzen gerufen.“ Die Schuppentiere (lateinisch: Ctenolepisma longicaudata) sehen den Silberfischchen ähnlich, sind aber etwas größer – und fressen Papier. In Holland ist die Plage weit verbreitet, jetzt werden die Tiere immer öfter auch in Hannover geortet. Ein Horrorszenario für Archivare und Bibliothekare. 

Gerade ist Schädlingsbekämpfer Kape in eine Wohnung in Bemerode gerufen worden. Er legt eine Falle aus und kann anhand der Größe und der Fühleranordnung sehr schnell bestätigen: „Das sind keine Silberfischchen, das sind Papierfischchen.“ Es sei etwa bereits der fünfte oder sechste Einsatz in diesem Jahr, bei der er die Anwesenheit der unheimlichen Tiere festgestellt habe, sagt der Mitarbeiter der Firma Henneicke

Silberfischchen gelten nicht als Schädlinge, sondern als sogenannte Lästlinge. Sie richten keinen unmittelbaren Schaden an und sind auch kein Hygieneproblem, sondern stören nur. Man sieht sie in der Regel, wenn man in unsanierten Badezimmern nachts das Licht einschaltet – dann huschen sie in ihre Ritzen. Silberfischchen brauchen vor allem etwas Feuchtigkeit. Es gibt eine Vielzahl von verwandten Arten, etwa die Wärme liebenden Ofenfischchen oder die im Verborgenen lebenden Kammerfischchen – und eben die Papierfischchen. Wie ihre Verwandten ernähren sie sich von Kohlenhydraten. Weil sie aber größer sind, fressen sie etwas mehr – und weil sie im Gegensatz zu Silberfischchen Trockenheit lieben, leben sie dort, wo man Papier aufhebt: hinter Bücherregalen, unter Schreibtischen, an den Lagerplätzen von Fotos und ausgeschnittenen Zeitungsartikeln. Papier besteht aus Zellulose, im Wesentlichen also Kohlenhydraten. 

Das junge Mieterpaar, das sich für die Bemeroder Wohnung Hinter dem Holze entschieden hat, ist in Sorge wegen der Invasion der kleinen Tiere: „Wir wollen in den nächsten Tagen einziehen, aber ich habe Angst um unsere Fotosammlung“, sagt Marie Bosack. Ihr Lebensgefährte ist Fotograf, die Papierabzüge sollen in der Wohnung gelagert werden. „Wir haben Angst, dass wir diese Tiere künftig immer mit uns herumschleppen“, sagt Bosack

In der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel ist der Befall der Papierfresser bereits nachgewiesen, auch in mindestens einem Amtsgericht in Niedersachsen machen sich die Insekten bereits über die Papierbestände her. In den Niederlanden sollen die Tiere als wenig willkommene Untermieter in Tausenden Wohnungen leben, auch in Österreich wurden sie schon gesichtet. Das Problem: Wenn sie sich in Privatwohnungen vermehren, können sie über ausgeliehene Bücher in Bibliotheksbestände eindringen. Eine Anfrage im Landtag im Mai wurde von der Landesregierung noch beruhigend beantwortet: Im hannoverschen Landesmuseum etwa funktioniere die Prävention „beispielhaft“, indem alle Objekte vor der Einlagerung ins Magazin mit Stickstoff begast würden. Grundsätzlich obliege aber die Bekämpfung und Prävention den jeweils verantwortlichen Institutionen. 

In Bemerode hat Schädlingsbekämpfer Kape im Auftrag der Hausverwaltung zunächst Fallen ausgelegt – mit Zucker besetzte Klebeblätter. „Die Papierfischchen leben oft unter Parkett oder in schlecht abgedichteten Fugen“, sagt er. 

Von Conrad von Meding

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