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Hannover Appell der Johanniter: Auch in Corona-Zeiten im Notfall weiter Erste Hilfe leisten
Nachrichten Hannover Appell der Johanniter: Auch in Corona-Zeiten im Notfall weiter Erste Hilfe leisten
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10:30 15.04.2020
„Wir sollten uns nicht verunsichern lassen“: Es gibt einfache Schutzmöglichkeiten bei der Ersten Hilfe. Quelle: Patrick Seeger/dpa
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Hannover

Die Johanniter Niedersachsen ermutigen alle Menschen, auch jetzt weiter Erste Hilfe zu leisten und vor allem bei Wiederbelebungen zu helfen. „Die Corona-Krise ist nicht das Ende der Solidarität – im Gegenteil“, sagt Heiner Mansholt, Fachbereichsleiter Breitenausbildung der Johanniter. Selbst wenn die Gefahr einer möglichen Covid-19-Infektion bestehe und Eigenschutz immer Vorrang habe, müsse das Helfen nach wie vor im Zentrum stehen. Denn: Unterlassene Hilfeleistung ist auch jetzt strafbar. Und es gibt einfache Schutzmöglichkeiten.

Nach Angaben der Johanniter ereignen sich die meisten Zwischenfälle im häuslichen Umfeld. Dort sei die Gefahr, sich mit Corona anzustecken, auch am besten einzuschätzen. Schon wenn sich Ersthelfer an einfache Hygienegrundsätze halten, könne das Infektionsrisiko stark minimiert werden.

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Auf das Beatmen sollte allerdings verzichtet werden, die Herzdruckmassage mit 100 bis 120 Kompressionen des Brustkorbs pro Minute sei wesentlich wichtiger. Es empfiehlt sich dafür, den Bee-Gees-Songs „Staying Alive“ zu summen.

Mund und Nase abdecken

Die Johanniter geben einfache Tipps für richtige Erste Hilfe in der Corona-Zeit. Quelle: Johanniter

Im Idealfall raten die Johanniter dazu, den Mund und die Nase des Bewusstlosen abzudecken. Laut Mansholt reicht schon ein Tuch, Kleidungsstück oder selbst genähter Mundschutz, sollte dieser parat liegen. So wird das Risiko, sich unter Umständen über ausgestoßene Tröpfchen zu infizieren, abgemildert. Sollte der Ersthelfer selbst Corona-positiv sein, sollte er andere Menschen um Unterstützung bei der Wiederbelebung bitten und in der Zwischenzeit den Notruf wählen.

„Wir sollten uns nicht verunsichern lassen, sondern tun, was wir können, um Menschen in Not zu helfen“, sagt Mansholt. „Man kann sehr viel tun, auch ohne sich unnötiger Gefahren auszusetzen.“ Das Risiko, dass jemand an Atemstillstand oder stark blutenden Wunden stirbt, sei stets größer. Bei unterlassener Hilfeleistung droht eine bis zu einjährige Freiheitsstrafe.

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Von Peer Hellerling

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