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Hannover Kein Solarradweg nach Lehrte
Nachrichten Hannover Kein Solarradweg nach Lehrte
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00:24 23.03.2019
Teststrecke in Nordrhein-Westfalen: Bei Erftstadt ist der erste Solarradweg Deutschlands installiert. Die 100 Meter lange Strecke leuchtet nachts und ist im Winter eisfrei. Quelle: dpa
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Hannover

Der Radschnellweg nach Lehrte wird nicht, auch nicht in Teilen, als Solarradweg gebaut. Die AfD im Bauausschuss scheiterte mit einem entsprechenden Prüfauftrag. Allerdings bewiesen die anderen Fraktionen nicht viel Fachwissen.

Unter anderem behauptete Grünen-Ratsfrau Elisabeth Clausen-Muradian, die Kosten seien zu hoch. In den Niederlanden habe ein 70 Meter langer Testabschnitt 3 Millionen Euro gekostet, der einzige in Deutschland sei zwar 90 Meter lang, aber „wohl ungefähr genauso teuer“ gewesen. Das stimmt nicht: Es sollen nur etwa 1,5 Millionen Euro sein – was immer noch viel Geld ist.

Solarradwege erzeugen Strom, der für nächtliche Beleuchtung genutzt wird und im Winter zu Heizen: So sollen die Strecken zumindest eisfrei sein. FDP-Ratsherr Wilfried Engelke behauptete, technisch könne das alles nicht funktionieren, schließlich müsse ein Solarradweg im Winter so heiß werden, dass das Eis verdampfe, „sonst läuft das Wasser zum Rand und wird dort wieder zu Eis“. Dieser Aspekt allerdings ist um Thema Solarrradwege noch nie diskutiert worden – wahrscheinlich würden die Gummireifen der Räder eine derartige Hitze auch nicht lange aushalten. Dass Schnee und Eis auf derartigen Wegen aber angetaut werden, ist unstrittig. Die Argumentationen waren also gewissermaßen etwas auf Glatteis.

Im Grundsatz aber lehnten alle anderen Fraktionen den AfD-Antrag ab, weil man das ohnehin komplizierte Thema Radschnellwege nicht noch mit weiteren Details belasten wolle. Um überhaupt Fördergeld zu erhalten, müssen viele Standards zumindest auf Teilflächen eingehalten werden. Lars Kelich (SPD) sagte, man wolle zunächst die Ergebnisse von Teststrecken wie in NRW abwarten, bis man Solarradwege baue. Dirk Machentanz (Linke/Piraten) wies zudem darauf hin, dass die Ratsgremien im vergangenen Jahr einen Antrag einstimmig zugestimmt hatten, am Walter-Wülfing-Ufer einen Solarradweg einzurichten. Einstimmig heißt: mit Stimmen der AfD. Machentanz findet, man müsse jetzt erstmal abwarten, was daraus werde.

AfD-Mann Uwe Wippach allerdings nutzte die Gelegenheit, dass etliche Schüler aus achten Klassen des Misburger Kurt-Schwitters-Gymnasiums der Sitzung lauschten, um zu betonen: „Da seht Ihr mal, wer für Klimaschutz ist und wer dagegen.“ Die Schüler könnten ja, wenn sie demnächst wieder an einem Freitag streikten, daran denken, dass die AfD Strom klimafreundlich mit Solarenergie habe erzeugen wollen und die anderen nicht. Das gab Hallo im Ausschuss und etliche gegenseitige Vorwürfe – am Abstimmungsergebnis änderte es aber nichts.

Von Conrad von Meding

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