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Hannover In diesem Jahr gibt es so viele Kirschen wie selten
Nachrichten Hannover In diesem Jahr gibt es so viele Kirschen wie selten
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17:17 09.07.2019
Klaus Hahne und Tochter Stephanie pflücken Süßkirschen. Quelle: Moritz Frankenberg
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Hannover

Können Zahlen lügen? Fast 30 Prozent mehr Kirschen soll es in diesem Jahr geben. Insgesamt 62.200 Tonnen erwarten die deutschen Obstbaubetriebe 2019 – so viel wie selten zuvor.

Auch Carola Hahne kann nicht klagen. Zusammen mit ihrem Mann Klaus und den beiden Töchtern Stephanie und Christine betreibt sie eine Obstbauplantage in Laatzen-Gleidingen – und sie sind zufrieden mit der bisherigen Ernte. Allerdings seien die Früchte in diesem Jahr nicht so groß. „Ich gehe davon aus, dass das die Hitze war“, sagt sie.

Da ist sie wieder, die Hitze. Einerseits hilft das warme Wetter den Obstbäumen – dadurch könnten die Blüten ausreichend bestäubt werden, erklärt Gabi von der Brelie vom Landvolk Niedersachsen. Das Ergebnis: viele Früchte. Andererseits macht die pralle Sonne den Kirschen zu schaffen, weil das nötige Wasser fehlt.

Die Ernte von Süßkirschen legt zu, die von Sauerkirschen dagegen geht eher zurück. Quelle: Moritz Frankenberg

Während auf Plantagen wie der von Carola Hahne relativ unkompliziert gewässert werden kann, macht die Trockenheit den Kleingärtnern mehr und mehr zu schaffen. „Die Kirschen werden zu früh reif“, sagt Andreas Ackermann von der Kolonie Ihlpohl I in Linden. Eigentlich müsse mehr gewässert werden. Aber die Regentonnen seien leer – und schließlich solle man sparsam mit Trinkwasser umgehen. „So viel Wasser kann nicht in die Gärten gebracht werden“, sagt er.

Und dann die Schädlinge

Die heißen Temperaturen der vergangenen Wochen sind das eine, die Kirschessigfliege das andere Problem. Das Insekt, das sich seit etwa fünf Jahren in Niedersachsen ausbreitet, legt seine Larven besonders gerne in weiches Beerenobst, in diesem Jahr tut es das offenbar ausgesprochen häufig. Martin Kockerols vom Obstbauzentrum Jork schätzt, dass die Zahl der Fliegen um mehrere hundert Prozent zugenommen hat. Das liege – wen wundert’s – am Wetter: Die Insekten profitieren vom vergleichsweise milden Winter.

Obstbäuerin Carola Hahne sagt: „Das ist eine Invasion.“ Damit sich die lästige Fliege nicht einnistet, seien besondere Maßnahmen erforderlich. Mit engmaschigen Netzen schirmt Hahne die Bäume ab. Um die Vermehrung der Fliegen zu verhindern, sammeln sie im Betrieb die heruntergefallenen Kirschen von Hand auf und entsorgen sie in einem Wasserbad mit Spülmittel. „Das ist eben teuer“, sagt Hahne.

Befallene Früchte nicht einfach wegwerfen

Problematisch sei vor allem, dass man den Befall zunächst nicht bemerkt, erklärt Obstbauexperte Kockerols. „Die Landwirte haben mitunter Panik davor“, denn die Fliegen vermehrten sich so schnell, dass sie eine komplette Ernte vernichten könnten. Solch große Ausfälle habe es vor allem in den ersten Fliegen-Jahren gegeben, inzwischen seien sie seltener.

Andreas Ackermann vom Kleingartenverein Linden sieht das Problem mit den Schädlingen in der Tat recht gelassen. „Die gibt es einfach, und damit muss man leben“, meint er. Größere Probleme habe es in seiner Kolonie noch nicht gegeben. Landwirtin Carola Hahne allerdings mahnt: Die Fliege könne sich auch erst im Spätsommer oder im Herbst massiv bemerkbar machen.

Um die Tiere endgültig loszuwerden, reicht es allerdings nicht, befallene Früchte in den Abfall oder gar auf den Kompost zu werfen. Hahne empfiehlt, Kirschen mit Maden entweder eine Woche in eine Plastiktüte in die Sonne zu legen oder sie einzufrieren. So könnten die Obstbäume dauerhaft vor den Schädlingen geschützt werden.

Lust auf Kirschdesserts? Zwei Rezepte von Carola Hahne

Rezept 1: Süßkirsch-Ricotta-Creme mit Sesam

Zutaten für 4 Portionen:

500g Süßkirschen, 50g rote Johannisbeeren, 50g weiße Johannisbeeren, 250g Ricotta, 1 Vanilleschote (auskratzen), 100g Sahnejoghurt oder Sahne, 100g Sesam oder zerbröseltes Baiser

Zubereitung:

Ricotta, Zucker und Mark der Vanilleschote miteinander verrühren.

Zirka 250g Süßkirschen sehr klein schneiden oder pürieren und mit der Masse verrühren. Die Sahne steif schlagen und ebenfalls vorsichtig unter die Masse heben.

Auf Dessertteller verteilen und die Früchte darauf geben. Mit Sesam oder zerbröseltem Baiser bestreuen.

Quelle: Carola Hahne

Rezept 2: Weichsel-Rahm-Schnitten

Süßweichselkirschen werden nur noch selten angebaut. Liebhaber dieser Spezialität warten das ganze Jahr auf die Ernte, sagt Obstbauerin Carola Hahne.

Zutaten:

Teig: 180g Butter, 250g Mehl, 120g geriebene Mandeln, 140g Puderzucker, 3 Eigelb

Guss: 100g Puderzucker, 1 Vanilleschote (auskratzen und eventuell noch mitkochen), 50g Mehl, 250ml saure Sahne oder Schmand, 3 Eier

Belag: 600g entkernte Süßweichselkirschen, 50g Semmelbrösel, Schokospäne zum Bestreuen

Zubereitung:

Einen Mürbeteig aus den Teigzutaten herstellen und zirka eine halbe Stunde in den Kühlschrank stellen. Den Teig danach zu einem etwa 30 x 25 cm großem Rechteck ausrollen. Die Teigplatte auf ein Backblech geben und die Ränder etwas hochziehen. Den Teig eventuell mit Konfitüre bestreichen oder mit Semmelbröseln bestreuen, um den Saft aus den Süßweichselkirschen zu binden.

Den Teig eng mit Kirschen belegen und mit Semmelbröseln bestreuen.

Für den Guss alle Zutaten vermengen und unter ständigem Rühren bei leichter Hitze aufkochen. Vom Herd nehmen, auskühlen lassen und gleichmäßig über die Süßweichselkirschen gießen.

Im vorgeheiztem Backofen auf mittlerer Schiene bei 190 Grad rund 30 Minuten backen.

Nach dem Auskühlen mit Puderzucker und Schokospänen verzieren. Dazu kann Vanilleeis gereicht werden.

Quelle: Carola Hahne

Von Alina Stillahn

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