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Hannover Kita-Krise in Hannover verschärft sich – 556 Plätze fehlen
Nachrichten Hannover Kita-Krise in Hannover verschärft sich – 556 Plätze fehlen
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07:00 26.11.2019
Dass Kinder zwischen drei und sechs Jahren in einem Kindergarten betreut werden, ist in der Stadt Hannover nicht mehr selbstverständlich. Quelle: Monika Skolimowska/dpa
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Hannover

Wie in der Region Hannover gibt es auch in der Stadt immer mehr Engpässe bei der Versorgung mit Kindergartenplätzen. Das zeigt der neueste Halbjahresbericht zur Kinderbetreuung im Vorschulalter, der am Montag im Jugendhilfeausschuss der Stadt Hannover vorgestellt worden ist. Ihm zufolge ist die Versorgungsquote mit Kitaplätzen vor allem im Bereich der Drei- bis Sechsjährigen weiter gesunken. Sie liegt Berechnungen der Verwaltung zufolge Ende des Jahres nur noch bei 96,5 Prozent.

Was ist mit dem Rechtsanspruch?

Erst vor einem halben Jahr hatte die Stadtverwaltung eine Statistik veröffentlicht, der zufolge die Betreuungsquote in Hannover in dieser Altersgruppe erstmals seit 2013 wieder unter 100 Prozent rutschte – auf 97,5 Prozent. Das sinkende Angebot ist umso bemerkenswerter, weil Eltern eigentlich einen rechtlichen Anspruch auf die Betreuung ihres Kindes haben. Die Kommunen sind per Gesetz verpflichtet, jedem Kind vom ersten Lebensjahr an einen Platz zur Verfügung zu stellen. In der Altersgruppe der Kinder zwischen drei und sechs Jahren besteht der Rechtsanspruch bundesweit seit mittlerweile 23 Jahren.

Manche Stadtbezirke schlechter versorgt als andere

Zusätzlich dramatisch ist, dass in manchen Stadtbezirken die Versorgungsquote noch weit unter dem städtischen Schnitt liegt. In Misburg-Anderten beispielsweise wurden im Kitajahr 2018/19 nur 82,4 Prozent aller Kindergartenkinder betreut. In Ahlem-Badenstedt-Davenstedt waren es 84,9 Prozent, in Ricklingen. „Die Frage ist: Baut man schnell und einfach oder für die längere Dauer“, sagte Jugenddezernentin Rita Maria Rzyski in dem Ausschuss: „Wir werden gucken müssen, wo wir schnell und einfach bauen, um den Rechtsanspruch weiter zu erfüllen“. 

Immer mehr Drei- bis Fünfjährige

Hauptgrund für die Kita-Krise ist nach Angaben der Verwaltung die demografische Entwicklung. Seit 2013 verzeichnet die Stadt Hannover eine bemerkenswerte Steigerung bei der Zahl der Drei- bis Fünfjährigen. Gab es im Jahr 2013 noch 13.741 Mädchen und Jungen in diesem Alter, so werden es der Prognose zufolge Ende dieses Jahres 15.198 sein. Im vergangenen Jahr konnten Eltern zudem Kinder, die zwischen Juli und September 2018 sechs Jahre alt wurden, zum ersten Mal vom Schulbesuch zurückstellen – auch das habe die Situation zusätzlich verschärft. In diesem Jahr wurden rund 450 Kinder zurückgestellt. 556 Plätze fehlten, um eine Versorgungsquote von 100 Prozent bei den Kitaplätzen zu erreichen, heißt es in dem Bericht.

Negativtrend aus Umlandkommunen setzt sich fort

In der Stadt Hannover setzt sich damit ein Negativtrend fort, wie er in verschärfter Form auch in den Umlandkommunen zu beobachten ist. In den 16 Kommunen, für die das Jugendamt der Region Hannover zuständig ist, lag die Betreuungsquote im Bereich der Drei- bis Sechsjährigen im Kindergartenjahr 2018/19 im Schnitt zuletzt gerade einmal bei 94,4 Prozent. Das hatte im Oktober der aktuelle Kindertagesstättenbericht ergeben.

Noch ein Jahr zuvor hatte die Quote immerhin noch 98,1 Prozent betragen. Die Zahlen seien schlecht wie nie, sagte Regionssozialdezernentin Andrea Hanke damals.

Auch in den Kommunen mit einem eigenen Jugendamt ist die Not mittlerweile groß. In Laatzen etwa liegt die Betreuungsquote in den Kindergärten bei 96,6 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen, in Lehrte bei 95,4 Prozent, in Langenhagen bei 93 Prozent, in Burgdorf sogar nur bei 89 Prozent.

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