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Hannover Pächter in Friedenau bekommen Aufschub
Nachrichten Hannover Pächter in Friedenau bekommen Aufschub
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16:43 29.01.2019
Wollen ihre Gärten behalten: Pächter der Kolonie Friedenau an die Schulenburger Landstraße. Quelle: Moritz Frankenberg
Vinnhorst

Die 18 Kleingärtner in der Kolonie Friedenau haben noch einmal einen Aufschub bekommen. Weil bei der entscheidenden Abstimmung im Rat kürzlich falsch ausgezählt wurde, verschiebt sich die Räumung der Gärten um ein Jahr. Die Stadt kann den Pächtern wegen der Abstimmungspanne nicht mehr fristgerecht zum 2. Februar kündigen. Die Kleingärtner können ihre Parzellen deshalb voraussichtlich bis Herbst 2020 behalten.

Bezirksrat lehnt Kündigung der Gärten ab

Der Bezirksrat Nord hatte die geplante Aufgabe von Kleingartenflächen bereits zuvor in Zweifel gezogen. In der Dezember-Sitzung sprachen sich alle Politiker einstimmig gegen die Kündigung der Gärten an der Schulenburger Landstraße aus. Die Stadtverwaltung will auf der Hälfte der Fläche einen Radweg mit Grünstreifen anlegen, die andere Hälfte als Gewerbe-Mischgebiet vermarkten. Der Bebauungsplan sieht dort bereits seit 1975 Gewerbe und bis zu dreigeschossige Bauweise vor.

„Aus meiner laienhaften Sicht ist das Gebiet nur ein kleiner Streifen“, meint CDU-Ratsherr Thomas Klapproth im Bezirksrat. Auch CDU-Fraktionschefin Angelika Jagemann glaubt, eine Umnutzung lohne sich nur, wenn angrenzende Flächen dazu kommen. „Solange nicht geklärt ist, ob das geht, erschließt sich nicht, warum die Kleingärtner raus sollen.“

Politiker befürchten weitere Brachfläche

Die Grünen befürchten außerdem, dass sich gerade wegen der geringen Größe des Areals dort weitere Wettbüros oder Autowerkstätten ansiedeln. Die Stadtverwaltung bestätigt, dass diese Art der Nutzung im Gewerbegebiet grundsätzlich zulässig ist. „Beim Verkauf der Grundstücke kann die Stadt aber Auflagen machen“, sagt Stadtbezirksmanager Stephan Kaczmarek.

„Es geht an der Stelle eher um Dienstleister und Handwerksunternehmen für eine wohnortnahe Versorgung“, erklärt Christian Peters von der Wirtschaftsförderung der Stadt. Peters vermarktet städtische Grundstücke als Gewerbeflächen und betont, die Nachfrage danach sei groß. Die an die Kleingärten angrenzenden Brachflächen stehen für diesen Zweck allerdings nicht zur Verfügung. „Der private Eigentümer ist nicht bereit, sein Grundstück der Stadt oder anderen Käufern anzubieten.“

Grünen-Fraktionschef Stefan Winter erinnert daran, dass der Investor am ehemaligen Hauptgüterbahnhof einen breiten Streifen für Kleingewerbetreibende und Handwerker vorhält. „Ich habe den Eindruck, dass dort niemand hin will. Und wie hoch ist die Nachfrage in Hainholz und Vinnhorst tatsächlich?“ Wirtschaftsförderer Peters berichtet, dass Investor Aurelis am Hauptgüterbahnhof den genannten freien Bereich inzwischen mit einem mehrgeschossigen Bürogebäude bebauen und dann verkaufen will. „Das ist ein amerikanischer Konzern, da ist möglicherweise die Rendite wichtig.“

Gibt es Nachfrage für kleine Gewerbeflächen?

Eine andere Brache im Stadtbezirk spricht CDU-Ratsherr Klapproth an. „Wir haben vor zwölf Jahren begonnen, den Hainhölzer Markt zu entwickeln, und das Projekt hängt immer noch in der Luft.“ Klapproth warnt deshalb davor, den Kleingärtnern vorschnell zu kündigen.

Die 18 Gartenpächter haben allerdings ein Problem. Enercity hat angekündigt, die alten Freileitungen für Strom abzuschalten. Die Verpflichtung zur Instandhaltung der alten Anlage läuft aus. Die Stadt sieht es außerdem kritisch, dass vier Gärten offenbar bewohnt werden. „Wir gehen davon aus, dass dies illegal geschieht. Auch die Stadtentwässerung dringt darauf, das zu beenden, um illegale Sickergruben zu beseitigen“, berichtet Sabine Schröder vom Fachbereich Umwelt und Stadtgrün.

Von Bärbel Hilbig

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