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Hannover Köllnischfeld soll Naturschutzgebiet werden
Nachrichten Hannover Köllnischfeld soll Naturschutzgebiet werden
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00:18 13.05.2019
Für Wanderer ist der Deister zwischen Köllnischfeld und Annaturm ein Paradies.
Springe

Der Deister gehört zu Springe wie das Brandenburger Tor zu Berlin – und ist allgemein zugänglich. Zumindest noch. Das könnte sich aber ändern. Denn die Region plant, Teile des Waldes unter strengen Schutz zu stellen. Mit der Folge, dass Wanderer und Sportler sich an strenge Verbote halten müssten. Das gefällt allerdings nicht allen.

Stadtförster sieht Nachbesserungsbedarf Naturschutzplänen

Schützenswerte Flora und Fauna bewahren – das ist die Grundidee von Naturschutzgebieten (NSG). Dass die Region in Springe nun das Gebiet Köllnischfeld als NSG ausweisen will, begrüßt der Stadtförster Bernd Gallas zwar einerseits – sieht anderseits jedoch viel Nachbesserungsbedarf. Der Stadtforst-Chef machte jetzt im jüngsten Planungsausschuss deutlich, dass er die ökologischen Ziele grundsätzlich unterstütze, jedoch Änderungsbedarf sehe. Für die Stadtforst sei eine naturnahe Bewirtschaftung des Waldes kein Novum, sondern bereits seit Jahren an der Tagesordnung. Die Neuregelung, die die Region vorsehe, würde in erster Linie eine Bürokratisierung bedeuten. Denn dem aktuellen Verordnungsentwurf zufolge würden viele Regelungen nach Hannover verlagert und aus der Distanz festgesetzt. So wäre etwa der Rückbau nur noch mit Zustimmung der Behörden möglich.

Forsthaus Köllnischfeld wäre nicht Teil des Naturschutzgebiets

Das geplante Gebiet Köllnischfeld, nordwestlich vom Springer Stadtzentrum, ist insgesamt 755,4 Hektar groß – was der Fläche von 1057 Fußballfeldern entspricht. Das neue Schutzgebiet entspricht jener Fläche des bisherigen Gebiets „Süntel, Wesergebirge, Deister“, das auf dem Gebiet der Region steht. Das Forsthaus Köllnischfeld wäre in dem Gebiet übrigens nicht mit inbegriffen¨– und damit auch nicht die Siedlung nebst Parkplatz.

Waldabschnitt darf nicht mehr bewirtschaftet werden

Besonders bitter stößt dem Stadtförster auf, dass ein ganzer Waldabschnitt im Bereich Fahrenbrink nicht mehr bewirtschaftet werden darf – es dürfen weder Bäume gepflanzt noch gefällt werden, was bedeutet, dass der Stadtförster auf Einnahmen verzichten muss. Entsprechend scharf fällt die Antwort der Stadt auf den Plan der Region aus: „Diese Regelung kommt einer entschädigungslosen Enteignung gleich.“ Generell, heißt es in dem Schreiben, begrüße die Stadt allerdings die „geplante Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung von Lebensstätten, Biotopen und Lebensgemeinschaften wild lebender, schutzbedürftiger Tier- und Pflanzenarten“.

Ziel ist Erhalt von Kalktuffquellen und Kalkschutthalden

Hintergrund für die Änderung des Schutzstatus ist ein Vertragsverletzungsverfahren, das die Europäische Union gegen die Bundesrepublik Deutschland gestartet hat, weil Deutschland die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU nicht umgesetzt hat. Ziel soll unter anderem die Erhaltung oder Wiederherstellung der im Gebiet vorkommenden Kalktuffquellen, Kalkschutthalden und Eschenwälder an Fließgewässern sein.

Gallas sieht bei der Erhaltung von Eschen mit Blick auf die Artenverarmung Probleme: „Eschen sterben uns unter den Händen weg. Wir müssen uns nach Ersatz umschauen.“ Im Entwurf soll mit der Ausweisung als Naturschutzgebiet Rücksicht auf bedrohte Tierarten genommen werden – wie die geschützte Fledermaus Großes Mausohr und die Fischart Groppe. Die Änderung hätte Konsequenzen für Wanderer, Radfahrer und Spaziergänger.

Zu der von ihm erstellten Stellungnahme hat der städtische Fachdienst Umwelt im Ausschuss einstimmigen Zuspruch von der Politik erhalten.

Von Ralf T. Mischer und Juliet Ackermann

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