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Hannover Gewerbegebiet geplant: Rat beschließt Kündigung für Kleingärtner in Hainholz
Nachrichten Hannover Gewerbegebiet geplant: Rat beschließt Kündigung für Kleingärtner in Hainholz
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21:26 29.08.2019
Die Kleingärtner der Kolonie Friedenau müssen Ende nächsten Jahres ihre Parzellen verlassen. Quelle: Moritz Frankenberg
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Hannover

Die Kleingartenkolonie Friedenau in Hainholz muss nun doch weichen, um Platz für Gewerbeansiedlung zu schaffen. Der Rat hat am Donnerstag mehrheitlich für die Kündigung der 18 Parzellen gestimmt. Zum 30. November 2020 müssen die Kleingärtner ihre Parzellen räumen. Mehrere Kleingärtner haben die Sitzung auf der Besuchertribüne verfolgt – mit Verärgerung.

Bereits zweite Abstimmung über Kleingärten

Es war bereits die zweite Abstimmung zu dem Thema. In der ersten hatte sich die Sitzungsleitung verzählt, sodass am Ende keine Mehrheit zustande kam. Somit haben die Kleingärtner jetzt einen Aufschub von einem Jahr bekommen.

Der Abstimmung ging eine leidenschaftliche Debatte voraus. Die Oppositionsparteien wollten nicht einsehen, warum 18 Parzellen für eine Gewerbeansiedlung weichen müssen. „Dafür sehe ich keine Notwendigkeit“, sagte CDU-Ratsherr Thomas Klapproth. Da der Abstand zu den nächstliegenden Wohnungen sehr gering sei, wäre es aus Lärmschutzgründen ohnehin schwierig, dort Betriebe anzusiedeln. Die Linke sprach von einem „klimapolitischen Irrsinn“. „Wie geht das Plattmachen von Kleingärten zusammen mit der Forderung des Grünen OB-Kandidaten Belit Onay, Hannover brauche mehr unversiegelte Flächen“, fragte sich Linken-Fraktionschef Dirk Machentanz. Sein Kollege von den Piraten, Adam Wolf, hat sogar eine seltene Tierart entdeckt, die er nun gefährdet sieht: die Bartfledermaus. „Hat es eigentlich eine Umweltverträglichkeitsprüfung gegeben?“, fragte er.

Illegale Sickergruben auf dem Grundstück?

Die AfD schaffte es, den Wegfall der Kleingärten in einen Zusammenhang mit den brennenden Regenwäldern in Brasilien zu bringen und gleichzeitig von einer „Hysterie“ um die Klimaschützerin Greta Thunberg zu sprechen. Letzteres griff die Satirepartei Die Partei dankbar auf. „Greta wäre auch dagegen gewesen“, meinte Partei-Vertreter Oliver Förste.

Das Mehrheitsbündnis aus SPD, Grünen und FDP hielt dagegen. Von Anfang an sei im Kleingartenkonzept eine Umwandlung in ein Gewerbegebiet vorgesehen gewesen, führte SPD-Umweltpolitiker Philipp Kreisz an. Das Kleingartenkonzept regelt, welche Kleingärten einer Wohnbebauung weichen müssen, welche erhalten bleiben und wo neue Parzellen entstehen. „Unterm Strich schaffen wir sogar mehr Kleingärten“, sagte Kreisz. Grünen-Umweltpolitiker Mark Bindert erinnerte daran, dass es Probleme mit dem Abwasser in der Kleingartenkolonie gebe.

Tatsächlich soll es dort Sickergruben geben, durch die Abwasser ungeklärt in den Boden gelangt. Zudem werden Lauben als ständige Wohnsitze genutzt. „Das sind illegale Wohnverhältnisse. Wir müssen uns an Recht und Gesetz halten“, sagte SPD-Mann Kreisz im Rat. Nach Informationen der HAZ gibt es bereits einen Interessenten, der auf dem Grundstück einen ökologischen Gewerbepark einrichten will.

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Von Andreas Schinkel

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