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Hannover Ist die Millionen-Sanierung des Marstalls schon gescheitert?
Nachrichten Hannover Ist die Millionen-Sanierung des Marstalls schon gescheitert?
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09:00 29.06.2019
Wirkung verfehlt? Der neue Brunnen auf dem Marstallplatz. Quelle: Conrad von Meding
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Hannover

Mangelndes Engagement kann man der Stadt am Marstall wahrlich nicht vorwerfen. Vier Millionen Euro hat die Verwaltung in die Sanierung und den Umbau des Platzes in der Altstadt gesteckt, allein 400.000 Euro gab sie für einen neuen Brunnen aus, der nun an heißen Tagen Kühle und Feuchtigkeit spendet und nachts mit seiner bunten Beleuchtung zu einer kleinen Attraktion im Viertel geworden ist. Das, was eben noch Parkplatz für Einkaufsbummler und Hinterhof des Rotlichtviertels war, ist nun optisch der modernste Platz der Altstadt.

In der Polizeistatistik und in den Augen vieler Anwohner aber ist der Marstall hässlicher geworden. Eine Zunahme von Drogendelikten und Gewalt, dazu Menschen, die ohne Hemmung an Häuserwände pinkeln und in die Rinnsteine ihre Notdurft verrichten – wird der Marstall zur teuersten und edelsten Kloake der Stadt?

Die Enttäuschung ist groß

Auch wenn die Negativentwicklung nicht mit dem Umbau begonnen, sondern sich nur fortgesetzt hat: Die Enttäuschung ist groß, und sie treibt nicht nur die Anwohner um. „Der Ort ist nicht zu dem geworden, was sich Stadtplaner und Politik gewünscht hatten“, sagte Anfang Juni Bezirksbürgermeisterin Cornelia Kupsch. Der Versuch, dem Ort „einen positiven Anstrich“ zu geben, sei nicht erfolgreich gewesen. Verwaltung und Politik haben sich dabei keinen Illusionen hingegeben, in welcher Umgebung der Marstall liegt: Dass der Brunnen in bunten Farben leuchte, sei auch als Fingerzeig auf das benachbarte Vergnügungsviertel gemeint, sagte Stadtbaurat Uwe Bodemann bei der Einweihung der Fontänen im April. Mit ihm sollte der Übergang von Altstadt zu Rotlichtdistrikt verbessert werden.

Anders gesagt: Mit der Sanierung sollte der Einzugsbereich der familienfreundlichen Altstadt ausgedehnt und die Schmuddeligkeit des Steintors zurückgedrängt werden. Das war ein ambitioniertes Ziel. Wer wirklich geglaubt hat, man könne mit der Sanierung des Platzes auch das Verhalten des Publikums beeinflussen, muss sich wohl vorwerfen lassen, die Möglichkeiten von Stadtplanung überschätzt zu haben. Um den Marstall wirklich zu einer Wohlfühlzone für Familien und Fußgänger zu machen, braucht es mehr.

Es braucht mehr Polizeipräsenz

Es ist absolut notwendig, dass Polizei und Ordnungsdienst nun mehr Präsenz zeigen. Und mehr Kontrollen werden in der Statistik auch dazu führen, dass mehr Delikte verzeichnet werden, die Beamten mehr Drogen konfiszieren und mehr Schlägereien aktenkundig machen – in der Statistik wird es also für den Marstall erst mal noch schlimmer. Außerdem wird man auf diesem Weg nur den kriminellen Auswüchsen beikommen, nicht aber der Obdachlosen- und Trinkerszene. Hier braucht es ein soziales Konzept, um den Betroffenen zu helfen und für Anwohner und Passanten die Situation zu verbessern.

Ja, das ist ein hoher Aufwand, um einen einzigen Platz in der Nachbarschaft des Rotlichtviertels aufzuwerten. Und man kann sich schon fragen, ob das die Mühe und die Kosten lohnt. Aber Stadt und Polizei sollten diesen Kurs jetzt konsequent weitergehen, denn ohne diese zusätzliche Arbeit war die vier Millionen Euro teure Sanierung des Marstalls am Ende vielleicht wirklich für die Katz. Und wenn es gelingt, dann wäre es ein Beispiel für andere Plätze in der Stadt.

Von Heiko Randermann

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