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Hannover Es ist noch nicht zu spät für neue Ideen für die Limmerstraße
Nachrichten Hannover Es ist noch nicht zu spät für neue Ideen für die Limmerstraße
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09:00 25.08.2018
Komm_von Meding_Conrad von Meding Conrad (Haz Redakteur) Komm_von Meding_Conrad von Meding Conrad (Haz Redakteur) Quelle: Samantha Franson
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Hannover

Hochbahnsteige sind stadtästhetisch so ziemlich das Schlimmste, was einem Quartier passieren kann. Es sind rund 50 Meter lange Betonklötze mitten auf der Straße, zuweilen ästhetisch zwar etwas aufgewertet, aber trotzdem riesige Barrieren, die die Straßenhälften trennen. Kein Wunder, dass der Schrecken groß ist in der Limmerstraße angesichts der Bauzeit und -dimensionen, die auf das quirlige Quartier zukommen.

Überraschend allerdings ist der ganze Vorgang nicht: Vor mehr als zehn Jahren hat der Streit um das Konzept für die D-Linie zwischen Ahlem und Innenstadt begonnen. Und vor gut fünf Jahren wurde die Systemfrage entschieden: Hannover setzt weiter auf Hochflurbahnen, ober- wie unterirdisch. Die neueste Generation Stadtbahnen hat gar keine Klappstufen mehr, man kann sie also gar nicht mehr ohne Hochbahnsteig betreten.

Die Entscheidung ist gefällt, aber mit ihren Sorgen liegen die Anlieger und Nutzer der Limmerstraße leider richtig. Die Fußgängerzone wird ihren Charakter durch den Einbau der Betonriegel verändern – nicht nur während der extrem belastenden Bauzeit, sondern auch danach. Man stelle sich nur mal vor, die Lister Meile auf der gegenüberliegenden Seite der Innenstadt, hätte Hochbahnsteige bekommen.

Was sind die Alternativen für die Limmerstraße? Auf die angestrebte Barrierefreiheit zu verzichten kommt nicht infrage. Mobilität ist ein Menschenrecht, was von niemandem in der Diskussion angezweifelt wird. Dabei geht es nicht nur um Menschen mit anerkannter Gehbehinderung, sondern auch um Eltern mit Kinderwagen und um Senioren, die ebenfalls ein Recht haben, ihre Stadtbahn bequem zu erreichen. Doch wer gegen die Hochbahnsteige ist, der ist nicht gegen die Barrierefreiheit, sondern will einen anderen Weg, um diese Barrierefreiheit zu erreichen. Die Grünen hatten deshalb in der Debatte 2007 gefordert, in Hannover ein Niederflursystem einzuführen, wie es in den meisten anderen Großstädten der Welt genutzt wird. Doch sie hatten sich nicht durchgesetzt, die Systemfrage ist nun anders entschieden – vor allem aus Kostengründen.

Eine Alternative wäre, die Stadtbahnen komplett um die Limmerstraße herumzuführen – das ist denkbar über Kötnerholzweg, Ahlemer, Pavillon- und schließlich Fössestraße. Technisch ist das machbar, allerdings würden die Wege für Bewohner aus dem nördlichen Limmer deutlich weiter. Die zweite Alternative wäre, statt zwei Hochbahnsteigen in der Fußgängerzone nur einen zu bauen. Doch auch das würde Wege verlängern.

Vielleicht aber findet sich noch eine Idee, an die bisher niemand denkt. Der massive Protest gegen die Steintor-Bebauung hat gezeigt, dass der Bürgerwillen in der Stadt gehört wird, wenn er sich stark genug artikuliert. Die Folge: Am Steintor versucht die Stadt jetzt, mit einer groß angelegten Bürgerbeteiligung möglichst viele Interessen zu berücksichtigen. Wie auch jetzt ist die Dramatik den Betroffenen damals erst klar geworden, als es beinahe zu spät war. Das macht die Dinge nicht einfacher.

Vielleicht ist es an der Zeit, auch für die Limmerstraße alle Betroffenen an einen Tisch zu holen. Das entscheidende Planfeststellungsverfahren hat schließlich noch nicht begonnen. Es ist noch nicht zu spät.

Von Conrad von Meding

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