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Hannover Für Hannover wäre ein gebremstes Wachstum besser
Nachrichten Hannover Für Hannover wäre ein gebremstes Wachstum besser
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00:15 14.05.2019
Hannovers Bevölkerung ist minimal um 412 Einwohner gesunken. Quelle: Villegas
Hannover

Schrumpfende Einwohnerzahlen in Hannover und der Gesamtregion? In der auf ständiges Wachstum orientierten Gesellschaft klingt das wie eine Horrormeldung, manch einer mag schon das Bild verlassener Landstriche aus Ostdeutschland vor Augen haben. Dabei ist die Nachricht von dieser Woche insbesondere für jene, die aktuell eine Wohnung suchen, zunächst mal eine gute Botschaft. Vieles könnte sich entspannen, wenn der Zustrom in die Ballungsräume eine Atempause einlegte. Und auch die Stadt könnte ihr teures Investitionsprogramm zum Ausbau von Schulen, Kitas und anderen öffentlichen Einrichtungen zumindest etwas bremsen.

Wachstum ist kein Selbstzweck

Tatsächlich ist Wachstum kein Selbstzweck – aber wenn Städte größer werden, dann eröffnet das Chancen für Innovationen und entfacht zudem ein wohliges Gefühl von Attraktivität und Anziehungskraft. In den Neunzigerjahren sah alles nach einem langfristigen Schrumpfen aus. Die Zeitungen waren voller Nachrichten über die bevorstehenden Probleme des demografischen Wandels, und fasziniert hat Hannover damals nach Norden geblickt, wo die große Nachbarstadt selbstbewusst den Slogan „Hamburg wächst“ setzte. Jetzt wachsen alle Ballungsräume, seit Jahren auch Hannover. Mit allen Vorteilen, aber auch allen Problemen, die der Trend mit sich bringt. Soll das nun vorbei sein?

Die Statistiker tun sich noch schwer mit einer präzisen Analyse, woran der aktuelle Rückgang der Bevölkerungszahlen liegen könnte. Viel spricht dafür, dass es nur eine kurzfristige Delle ist, die im nächsten Quartal durch einen erneuten Anstieg wieder ausgebügelt wird. Schließlich bedeutet Hannovers Einwohnerrückgang um 412 auf 544.695 in ersten Quartal ein Mini-Schrumpfen um knapp 0,08 Prozent – und ist sicherlich kein Indiz für eine Trendwende in der Bevölkerungsentwicklung.

Das Wachstum in Hannover dürfte in Zukunft gebremst ausfallen

Mindestens gebremst aber wird das Wachstum in der Stadt sein, davon darf man ausgehen. Ein Grund ist der Wohnungsmarkt: Weil es eng ist in Hannover, überlegen sich Familien wieder verstärkt, in Umlandkommunen zu ziehen, wo sie eher eine bezahlbare Bleibe finden. Kein Wunder, dass Langenhagen die Stadt ist, die aktuell am stärksten zulegt: mit einem Plus von 190 Einwohnern immerhin 3,4 Prozent. Dabei ist auch dort der Wohnungsmarkt angespannt, aber die Wege nach Hannover sind kurz.

Ein anderer Grund, auch das gehört zur Wahrheit, dürften die Flüchtlinge sein. Mehrere Tausend waren es seit 2015, das hat die Zahlen nach oben getrieben. Jetzt sind es nur noch etwa 40 pro Woche. Die Abschottung Europas macht sich bemerkbar, ohne dass die Ursachen der Fluchtbewegungen in der Welt gelöst wären. Immerhin ringt sich die Bundesregierung jetzt zu einem Fachkräfteeinwanderungsgesetz durch. Man darf wohl davon ausgehen: Mittelfristig werden die Städte in den kommenden Jahren noch weiterwachsen.

Für Hannover wäre ein gebremstes Wachstum nicht die schlechteste Nachricht. Der Wohnungsbau nimmt allmählich Fahrt auf, in den kommenden Jahren werden große Neubauquartiere fertig. Auch wenn das Wohnen dort teuer wird, dürfte das größere Angebot den Markt entspannen. Und nicht zuletzt ist es gut, wenn das Umland von Wanderungsbewegungen profitiert. Denn ohne den Zuzug junger Familien drohen Kommunen wie Burgwedel zu überaltern. Auch daran kann niemand ein Interesse haben.

Lesen Sie dazu die Nachricht von dieser Woche:

Hannovers Bevölkerungszahl geht zurück

Von Conrad von Meding

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