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Hannover Kulturhauptstadt? Hannover muss raus aus dem kleinen Karo!
Nachrichten Hannover Kulturhauptstadt? Hannover muss raus aus dem kleinen Karo!
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00:22 17.06.2019
Hier. Jetzt. Alle. Unter diesem Motto bewirbt sich Hannover als Kulturhauptstadt. Quelle: Christian Behrens
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Hannover

Es gibt Diskussionen in Hannover, die man nur als Hannoveraner verstehen kann. Wenn überhaupt. Wie das so gehen kann, war in dieser Woche einmal mehr beim Umgang mit dem Thema Europäische Kulturhauptstadt zu erleben.

Hier ist Deutschland (mit Slowenien) im Jahr 2025 mal wieder dran – nach Berlin 1988, Weimar 1999 sowie Essen und umzu im Jahr 2010. Hannover hat sich für die innerdeutsche Nominierung beworben, wie etwa Nürnberg, Chemnitz oder Hildesheim auch. Das ist klug, weil es die Kulturstadt, die Hannover selbstverständlich auch ist, ins richtige Licht rücken kann – und weil es auch ordentliche Chancen gibt. In der Theorie jedenfalls.

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Mehr falsch als richtig gemacht

Wenn man sich den praktischen Umgang mit der Bewerbung ansieht, haben die Initiatoren bisher jedoch sehr viel mehr falsch als richtig gemacht. Zunächst versank die Bewerbung mitten im Qualm der Rathausaffäre; in der öffentlichen Wahrnehmung war sie von den nervtötenden Scharmützeln zwischen dem einstigen Oberbürgermeister und seinem irgendwann geschassten Personal- und Kulturdezernenten nicht mehr zu trennen. Die Zuständigkeiten gingen im Fegefeuer der Eitelkeiten hin und her. Nur voran ging nichts.

Daran hat sich auch nach dem Abgang der Protagonisten noch nicht viel geändert. Jedenfalls nicht genug, um in Richtung Erfolg abzubiegen. Derzeit gehen die unterschiedlichen Kulturgewaltigen und sonstigen Macher im Rathaus hinter den Kulissen aufeinander los. Anders ist der in diesen Tagen öffentlich ausgetragene Streit um die künftige Förderung der Soziokultur kaum zu erklären. Freie Szene gegen Hochkultur, staatliche Finanzmanager gegen Kulturbeamte – es erinnert alles an das sehr kleine Karo der Vor-Expo-Diskussion in den neunziger Jahren.

Jetzt sind Mut und Führung nötig

Wenn damit nicht bald Schluss ist, wenn es nicht endlich den erkennbaren Willen aller gibt, den Titel nach Hannover zu holen, dann wird es auch nichts. Jetzt wären Mut und Führung nötig. Kompetente Planer müssten das Motto „Hier. Jetzt. Alle.“ mal erstens ernst nehmen und zweitens mit Leben erfüllen. Was macht „Hier“ denn besonders? (Da sollte uns etwas einfallen). Was soll „Jetzt“ passieren? (Da haben wir schon anderes hinbekommen). Und wer sind eigentlich „Alle“ genau? Es muss jetzt darum gehen, die hannoversche Hauptstadt-Bewerbung von ihrem sozialpädagogischen Grundimpuls zu befreien und sie endlich auch strahlen zu lassen. Mit den kulturellen Leistungsträgern in der Stadt, mit der Wirtschaft, der man langsam sagen müsste, was sie denn mitfinanzieren könnte. Kann eine Stadt ohne klare Führung so etwas hinbekommen? Es wäre jeden Versuch wert.

Von Hendrik Brandt

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