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Hannover Schostoks Rücktritt: Und jetzt nach vorn!
Nachrichten Hannover Schostoks Rücktritt: Und jetzt nach vorn!
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00:16 03.05.2019
Im Rathaus müssen sich Stadtverwaltung und Politik neu sortieren. Quelle: Rainer-Droese
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Hannover

Der Oberbürgermeister der Stadt Hannover tritt zurück. Endlich. Damit zieht Stefan Schostok mit Verspätung die richtigen Schlüsse aus der Rathausaffäre um illegale Gehaltszulagen für Spitzenbeamte. Viel zu lange hat er gezögert. Spätestens nach Anklageerhebung wegen schwerer Untreue hätte er vor dem versammelten Rat mit deutlichen Worten seinen Rücktritt erklären müssen. Doch Schostok geht, wie er gekommen ist: Mit vielen wolkigen Andeutungen und wenig klaren Ansagen.

Dennoch sollte der Rat jetzt Größe zeigen und Schostok ohne Häme und Nachtreten ziehen lassen. Denn nun geht es auch um den Menschen Stefan Schostok und darum, wie man ihn auffangen kann. Seine SPD und auch das Amt im Rathaus waren bisher sein Leben – jemand wird ihn stützen müssen. Da sind ihm auch die Sozialdemokraten, die nach Monaten übertrieben lauter Durchhalteparolen jetzt sehr kühl mit ihm umgehen, zwischenmenschlich noch etwas schuldig. Auch wenn das manchem Genossen schwer fallen wird – schließlich hat der OB in den vergangenen Monaten viele gute Ratschläge ignoriert.

Vor allem aber gilt es jetzt, den Stillstand im Rathaus zu überwinden. Millionenschwere Schulsanierungen und Kita-Neubauten müssen finanziert und geplant werden. Hannover will Kulturhauptstadt werden und braucht dafür zweistellige Millionenbeträge. Harte Bretter sollten schon jetzt gebohrt werden, nicht erst nach den Bürgermeister-Neuwahlen in einem halben Jahr. Rat und Stadtverwaltung sind in der Übergangszeit mehr denn je aufgefordert, an einem Strang zu ziehen. Am besten in die gleiche Richtung.

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