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Hannover Erlöschende Osterfeuer sind ein Warnsignal
Nachrichten Hannover Erlöschende Osterfeuer sind ein Warnsignal
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00:16 16.04.2019
Symbolbild. Quelle: dpa
Hannover

Zehn Prozent weniger Osterfeuer werden in diesem Jahr in Hannover lodern: Statt 50 wie 2016 sind es nur noch 44, mehrere Vereine stellen zudem auf Feuerschalen um. Ja, aus Umweltschutzgründen mag man das begrüßen. Aber fernab von Feinstaubfragen ist es auch ein schlechtes Signal. Der Rückgang von jahrhundertealten Traditionen ist ein Indiz dafür, wie die bisherigen Formen von Gemeinschaft allmählich erodieren. Es ändert sich etwas – und noch ist völlig unklar, welches sinnstiftende Motiv an die Stelle der alten Traditionen tritt.

Die Zahl der Ehrenamtlichen steigt – aber wir erleben eine Vergreisung

Natürlich geht es nicht nur um Osterfeuer. Genausogut könnte man sich Nachbarschafts- und Straßenfeste zum Beispiel nehmen, das Vereinsleben, das ehrenamtliche Engagement. Zwar sagen alle Statistiken, dass die Zahl der freiwillig Aktiven zunimmt. Das aber liegt vor allem daran, dass die Gesellschaft immer älter wird und die Alten immer mehr Zeit haben: Wir erleben eine Vergreisung des Ehrenamts.

In den Vorjahren war es so, dass das Ende von Osterfeuern oder Straßenfesten meist mit zu hohen bürokratischen Auflagen begründet wurde. Das war auch nie falsch – aber allmählich schält sich die Gewissheit heraus: Es liegt vor allem daran, dass die Organisation solcher Festivitäten auf immer weniger Schultern lastet. Und wenn diese Schultern dann auch noch immer älter werden und keine Jüngeren heranwachsen, dann geht es irgendwann nicht mehr.

Wer stiftet noch Gemeinsinn?

Es ist ja nicht so, dass es kein Interesse mehr daran gäbe, gemeinsam etwas zu organisieren. Aber immer öfter ist es ein Dagegen. Wenn irgendwo eine große Schule entsteht, wenn starke Stromleitungen verlegt werden, Straßen oder Wohnsiedlungen errichtet werden sollen, dann finden sich schnell viele, die nicht einverstanden sind und all ihre Kraft in den Protest werfen – so lange, bis die drohende Gefahr abgewendet ist. Was aber stiftet noch Gemeinsinn, wenn niemand mehr da ist, der Gemeinschaft positiv organisiert? Wer löscht die Feuer auf dem Lande, wenn die Wehren keine Ehrenamtlichen mehr finden?

Insofern sind die anfangs bespöttelten Fridays-for-Future-Demonstrationen vielleicht auch ein Lichtblick. Jugendforscher Klaus Hurrelmann hat den Aktivisten in dieser Zeitung kürzlich bescheinigt, sie seien eine „aufmüpfige Generation“. Was viele zumindest erstaunt hat, gilt der Nachwuchs den Älteren doch schon länger als viel zu träge, angepasst und unpolitisch. Aber offenbar wächst da etwas heran, das sich nicht nur im „gegen Klimazerstörung“ begreift, sondern vor allem im „für eine bessere Zukunft“; das den Blick plötzlich wieder vom Handy hebt und gemeinsam etwas unternimmt.

Es macht Spaß, gemeinsam etwas zu erreichen

Klar: Wenn die jungen Friday-Protestierer ihr Anliegen ernst nehmen, dann ist es unwahrscheinlich, dass sie später einmal rußende Osterfeuer abbrennen, um Gemeinschaftsgefühl entstehen zu lassen. Aber vielleicht entzündet das Miteinander von Zehntausenden auf der Straße eine andere Flamme: Das Gefühl, dass es Spaß macht, gemeinsam etwas zu erreichen. Für die Gesellschaft wäre viel gewonnen, wenn uns dieses Gefühl nicht verloren ginge.

Von Conrad von Meding

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