Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Hannover Kommentar: Mehr Migranten gleich weniger Sicherheit? Lasst es uns erforschen
Nachrichten Hannover Kommentar: Mehr Migranten gleich weniger Sicherheit? Lasst es uns erforschen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:49 10.08.2019
In der Hochhaussiedlung am Canarisweg leben rund 2000 Menschen. Quelle: Manuel Behrens
Anzeige

Eigentlich ist die Frage recht simpel: Ist die Sicherheitslage in Stadtteilen, in denen viele Migranten leben, anders als in anderen? Und doch betreten die Wissenschaftler, die sich diesem Thema widmen wollen, vermintes Gelände. Denn in der aufgeheizten politischen Debatte um diese Fragen hat fast jeder schon eine Antwort: entweder ein klares Ja, weil man „Migration für die Mutter aller Probleme“ hält, wie es der CSU-Bundesinnenminister Horst Seehofer mal formulierte. Oder ein ebenso klares Nein, weil es für viele Menschen an die Grundfesten der Demokratie, des Diskriminierungsverbots und ihres Menschenbildes rührt, Gruppen pauschal eine Kriminalitätsrate zuzuschreiben. Etwas, was übrigens auch der Rechtsstaat ablehnt, für den Schuld immer individuell ist und eine Gruppenzugehörigkeit nie als Erklärung oder Entschuldigung dienen darf.

Höchste Zeit für mehr Fakten

Man darf also davon ausgehen, dass es die Wissenschaftler mit ihrer Studie nicht leicht haben werden. Sollten sie es also lieber gleich lassen? Im Gegenteil: Es wird höchste Zeit, dass die Fakten besser erforscht werden.

Denn diese sind bislang dünn gesät. Allenfalls die Kriminalitätsstatistik liefert so etwas wie nachprüfbare Daten. Demnach geht die Zahl der Straftaten in Deutschland zurück, auch die von Nicht-Deutschen verübten Delikte. Der übergroße Anteil der Ausländer in Deutschland wird nicht straffällig. Aber: Der Anteil Nicht-Deutscher bei den Tatverdächtigen liegt mit rund 30 Prozent deutlich höher als der Anteil der Nicht-Deutschen an der Gesamtbevölkerung, der bei rund 10 Prozent liegt. Doch woran liegt das? Ist das eine soziale Frage? Hat es etwas mit kulturellen Differenzen zu tun? Auch darauf dürften viele eine schnelle Antwort haben – belegen lassen sie sich aber kaum.

Ideen und Instrumente für Politiker

Es ist also höchste Zeit, dass das Thema aufgegriffen wird. Auch und gerade weil die Wissenschaftler sich damit vermutlich zwischen alle Stühle setzen werden. Und man darf auch davon ausgehen, dass die Ergebnisse, die sie zutage fördern, unabhängig vom Ausgang den Streit um einen möglichen Zusammenhang von Migration und Sicherheitslage nicht beenden werden. Aber sie können entscheidend zur Versachlichung der Debatte beitragen. Dazu können sie Politikern und Polizei, aber auch Bürgern Instrumente oder Ideen an die Hand geben, wie man die tatsächlichen Probleme in migrantisch geprägten Stadtteilen angehen kann.

Mehr unbequeme Fragen, bitte

Die Fragestellung ist also nicht unerhört – denn genau solche Fragen muss Wissenschaft stellen. Und sie muss im Zweifel auch den Mut haben, unbequeme Wahrheiten aufzuzeigen. Solche Studien und solche Unbeirrbarkeit brauchen wir gerade jetzt viel häufiger.

Von Heiko Randermann

Werden Bürger in Vierteln mit hohem Ausländeranteil häufiger Opfer einer Straftat? Oder ist zumindest das subjektive Sicherheitsempfinden in solchen Quartieren geringer? Oder sind das alles nur Vorurteile? Wissenschaftler wollen diesen Fragen nachgehen – auch am Mühlenberg und in Vahrenheide.

10.08.2019

Die Nachricht von drei zerstörten Strandkörben in einem Innenhof der MHH-Kinderklinik hat eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst. Viele Menschen wollen den Verein Kleine Herzen, der die Körbe aufgestellt hatte, unterstützen. Am Freitag sammelte auch der Shanty-Chor der Bäckerinnung auf dem Maschseefest Spenden.

10.08.2019
Hannover Die Diskussionsreihe „ÜberMorgen“ startet - Wie viel Gesundheit können wir uns in Zukunft leisten?

HAZ und Sparkasse widmen sich in der Reihe „ÜberMorgen“ dem Thema bezahlbare Gesundheit. Der ehemalige Weltmeister und Olympiasieger im Gewichtheben sowie Ernährungs- und Fitnessexperte, Matthias Steiner, diskutiert zum Auftakt am 27. August mit Experten – diskutieren Sie mit!

09.08.2019