Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Hannover Soll das Misburger Bad später gebaut werden?
Nachrichten Hannover Soll das Misburger Bad später gebaut werden?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 01.02.2019
Das Misburger Bad ist seit drei Jahren wegen statischer Probleme geschlossen. Quelle: Michael Thomas
Hannover

Der Neubau des Misburger Bads verteuert sich deutlich – von ursprünglich angesetzten 16,5 Millionen Euro auf 22,3 Millionen Euro. Das geht aus den neuesten Plänen der Stadtverwaltung für ihr Investitionsprogramm hervor. Für die FDP, Partner im Mehrheitsbündnis, fällt der Kostenanstieg von fast 40 Prozent zu hoch aus. „Wir sollten überlegen, das Vorhaben um ein halbes oder ein dreiviertel Jahr zu verschieben“, sagt FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke. Er gehe davon aus, dass sich die Konjunktur abkühlt und die Baupreise wieder sinken.

Die steigenden Preise in der Baubranche treiben die Kosten für etliche Bauvorhaben der Stadt in die Höhe. Insgesamt muss die Verwaltung Mehrausgaben von fast 92 Millionen Euro für ihr Investitionsprogramm einplanen. Die Investitionen kommen vor allem Schulen und Kitas zu gute, aber auch dem Misburger Bad. Zusammen mit einem privaten Bauträger will die Stadt in öffentlich-privater Partnerschaft (ÖPP) die baufällige Schwimmhalle in Misburg abreißen und neu errichten.

Die Stadt hat beim Misburger Bad eigentlich keine guten Erfahrungen mit ÖPP-Verfahren gemacht. 2007 ließ der der private Betreiber s.a.b. das Bad für 13,5 Millionen Euro sanieren, finanziert durch einen Kredit der Stadt. Bei den Bauarbeiten wurden so schwere Schäden verursacht, dass die Stadt das Bad wegen statischer Probleme vor drei Jahren schließen musste. Den Sanierungs-Kredit zahlt die Verwaltung noch bis zum Jahr 2037 ab, da ist das alte Bad längst Geschichte.

Noch in diesem Jahr sollen die Bagger anrücken und die marode Schwimmhalle abreißen, im kommenden Jahr beginnt der Neubau. Ursprünglich war die Fertigstellung für das Jahr 2021 terminiert, jetzt verzögert sich alles bis 2022.

Der Vorschlag der FDP, noch ein bisschen länger zu warten in der Hoffnung, dass die Baupreise sinken, kommt bei der CDU nicht gut an. „Die Misburger sollen ihr Bad bekommen, und zwar möglichst rasch“, sagt CDU-Sportpolitiker Thomas Klapproth. Zwar sei er auch nicht glücklich über den Kostenanstieg auf 22,3 Millionen Euro, aber so lange die Mehrausgaben nicht auf 30 Millionen Euro kletterten, halte er am Zeitplan fest.

Ärger droht auch bei einem anderen Hallenbad. Das Nord-Ost-Bad soll wegen Sanierungsarbeiten rund sechs Wochen schließen – ausgerechnet in der Wintersaison von Anfang November bis Mitte Dezember. „Das versteht kein Mensch“, sagt SPD-Sportexperte Angelo Alter. Ein Hallenbad sollte besser im Sommer saniert werden, wenn die Freibäder geöffnet sind und genügend Wasserfläche zur Verfügung steht. „Ich gehe davon aus, dass die Stadt ihre Planungen noch einmal überdenkt und auch die Bereitschaft zur Korrektur ihrer Planungen hat“, sagt Alter. Das meint auch sein Kollege von den Grünen. „Ich würde den Sommer für eine Hallenbadsanierung bevorzugen“, sagt Grünen-Sportexperte Mark Bindert.

Die Stadt meint, dass die auf der Internetseite Hannovers angegebene Schließzeit lediglich den „gegenwärtigen Stand“ wiedergebe. „Wir prüfen derzeit aber auch andere Optionen und Zeitrume, die noch zu einem anderen Ergebnis führen können“, sagt Stadtsprecher Udo Möller.

Von Andreas Schinkel

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Am 29. März veröffentlicht Suzi Quatro über Steamhammer/SPV ihr neues Album „No Control“, die mittlerweile 68-Jährige geht dann auf große Tour – Australien, England, Deutschland. Am 15. Mai spielt sie in Hannover.

29.01.2019

Eltern sollen ihre Kinder in Hannover künftig auch in Betriebskitas und in der Kindertagespflege kostenfrei betreuen lassen können. Das hat der Jugendhilfeausschuss am Montag beschlossen.

01.02.2019
Hannover Geplantes Rechen- und Dienstleistungszentrum in Hannover - Steht das Abhörzentrum des Nordens vor dem Aus?

In knapp einem Jahr soll in Hannover das lange geplante Abhörzentrum für alle Ermittlungsbehörden in ganz Norddeutschland an den Start gehen. Doch die Planungen sind bis heute nicht abgeschlossen. Auch einen konkreten Standort gibt es noch nicht. Steht das Millionenprojekt vor dem Aus?

01.02.2019