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Hannover Grüne: Stadt sollte Conti-Altgebäude in Limmer kaufen
Nachrichten Hannover Grüne: Stadt sollte Conti-Altgebäude in Limmer kaufen
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06:00 24.12.2018
Ein Museum für Industriegeschichte in den Conti-Ruinen in Limmer? Das wünschen sich die Grünen für Hannovers Kulturhauptstadt-Bewerbung. Quelle: Foto: Katrin Kutter
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Hannover

Skaterampen auf dem Cityring, Ateliers im Ihmezentrum und Austellungen zur Industriegeschichte in den Conti-Altbauten in Limmer – das sind die Visionen der Grünen für Hannovers Kulturhauptstadt-Bewerbung. Bei einer Mitgliederversammlung hat sich die Partei auf diese drei „urbanen Orte“ geeinigt, an denen die Kulturhauptstadt „erlebbar“ werden soll. Dem Beschluss ging eine kontroverse Diskussion voraus. Für Zündstoff sorgten Anträge aus der Parteibasis, die Stadtverwaltung solle die Conti-Altbauten kaufen und in ein Museum für Industriegeschichte verwandeln. Am Ende fanden die Grünen einen Kompromiss: Die Stadt könne mit einer Schadstoff- und Grundsanierung und einem Nutzungskonzept in den Altbauten „einen Ort der Stadtgeschichte und der Reflexion schaffen“.

Bei mehreren altgedienten Grünen lösen die Träume der Parteibasis Kopfschütteln aus. „Wir können als Grüne nicht Gebäude propagieren, die derart mit Schadstoffen belastet sind“, sagt der ehemalige Chef der Ratsfraktion, Lothar Schlieckau, bei der Versammlung. Auch seine Nachfolgerin an der Fraktionsspitze, Freya Markowis, spricht sich vehement gegen den Kauf der Bauruinen aus. „Wie sollen wir das finanzieren?“, fragt sie ihre Parteifreunde.

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Die Kaufsumme für die maroden Gebäude dürfte nicht allzu hoch sein. Eigentümer Günter Papenburg hatte kürzlich verkündet, für einen symbolischen Euro würde er die Immobilien veräußern. Doch die Folgekosten für einen Käufer wären kaum absehbar. Eine Sanierung würde Millionen Euro verschlingen. Eines der Conti-Häuser hat Papenburg bereits Anfang der Woche abreißen lassen, es stand im Gegensatz zu den anderen Gebäuden nicht unter Denkmalschutz. Dem Vernehmen nach erwägt Papenburg, wirtschaftliche Gründe geltend zu machen, um den Denkmalschutz aufzuheben und auch den Rest der Bauten abzureißen.

Für die Grünen ist das alles kein Grund, die Conti-Ruinen nicht in ihre Kulturhauptstadt-Überlegungen einzubeziehen. „Es geht darum, Visionen zu entwickelt“, sagt Grünen-Ratsfrau und Zweite Bürgermeisterin Regine Kramarek. Da sei es zunächst gleichgültig, wie ein Projekt finanziert werden könne. „Als Oberbürgermeister Stefan Schostok vorschlug, ein Konzerthaus am Hohen Ufer zu bauen, fragte auch niemand, was das kostet“, sagt Kramarek.

Parteibeschlüsse muss die Ratsfraktion ernst nehmen. Aus der Fraktion heißt es aber, dass man mit den Forderungen zum Conti-Komplex sehr vorsichtig umgehen werde.

Von Andreas Schinkel

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