Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Hannover „Wenn es ums Geld geht, ist die Aufregung groß“
Nachrichten Hannover „Wenn es ums Geld geht, ist die Aufregung groß“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:25 27.06.2019
Kulturdezernentin Konstanze Beckedorf spricht im HAZ-Interview über den Konflikt um den Etat für die Kulturhauptstadt. Quelle: Tim Schaarschmidt

Frau Beckedorf, reicht das nun vom Rat beschlossene Finanzbudget, um Hannover gute Chancen im Wettbewerb um den Titel Kulturhauptstadt zu verschaffen?

Ja, mit dem Beschluss erfüllen wir die Vorgabe der Bewerbung. Die Jury erwartet von den Bewerberstädten, dass in den Bewerbungsunterlagen ein realistisches Budget dargestellt wird und das Kulturbudget über die Jahre mindestens ein gleichbleibendes Niveau aufweist und nicht abgesenkt wird. Die Stadt hat ein festes Budget für die Kulturhauptstadt definiert und darüber hinaus eine Steigerung des Kulturbudgets zugesagt.

Kämmerer Axel von der Ohe drückt spürbar auf die Bremse in Sachen Kulturausgaben. Wünschen Sie sich mehr finanzielle Spielräume?

Wünschen kann man sich viel, aber wir müssen auch mit Blick auf den gesamtstädtischen Haushalt und der Tatsache, dass wir öffentliche Gelder verplanen, mit Augenmaß vorgehen. Der Kulturbereich hat durch den Beschluss schon jetzt eine feste Zusage auf ein steigendes Budget bis ins Jahr 2026. Das gibt Planungssicherheit.

Hat der
öffentlich ausgetragene Streit um Finanzen der Bewerbung
geschadet und Hannovers Aussichten auf den Titel verringert? 

Ach wissen Sie, Streit würde ich das gar nicht nennen. Es gab unterschiedliche Positionen. Wenn es dabei um Geld geht, ist die Aufregung oft groß. Letztendlich ging es jedoch darum, den städtischen Vorschlag zur Finanzierung der Kultur in Hannover, insbesondere des Kulturentwicklungsplans, so im Detail zu erläutern, dass offene Fragen zur Zufriedenheit aller beantwortet werden konnten. Das ist uns gelungen – sowohl gegenüber der Politik als auch gegenüber der Kulturszene. Solch ein Dissens gehört zu so einem großen Prozess dazu und ist auch förderlich. Am Ende ist entscheidend, dass der Schulterschluss aller Beteiligten wieder hergestellt werden kann und gemeinsam die Kulturhauptstadtbewerbung vorangetrieben wird. Und wir können sagen: „Wir gehen den Weg zur Kulturhauptstadt Europas 2025 gemeinsam weiter!“

In drei Monaten müssen Sie die Bewerbungsmappe, das sogenannte Bid Book, abgeben. Wie weit sind Sie mit der Fertigstellung? 

Die Arbeiten schreiten gut voran. Das Team arbeitet konzentriert und intensiv am Bid Book. Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie sehr ich mich auf die Präsentation der großen Themen im August und vor allem auf die Veröffentlichung des Bid Books nach Abschluss der ersten Bewerbungsphase freue. Wir werden wieder für Aufmerksamkeit sorgen.

Lesen Sie auch

Einigung im Streit um die Finanzen: Igor Levit bleibt Botschafter

Kulturhauptstadt-Bewerbung: Star-Pianist Igor Levit droht mit Rückzug

Kulturhauptstadt: Kulturszene droht, die Bewerbung nicht weiter zu unterstützen

Kann Hannover Kulturhauptstadt? Die wichtigsten Antworten zum Thema

Kulturhauptstadt: Hannover rechnet mit Ausgaben von 80 Millionen Euro

Kulturhauptstadt? Hannover muss raus aus dem kleinen Karo!

Mit diesem Slogan will Hannover Kulturhauptstadt 2025 werden

Von Andreas Schinkel

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Grünen-Ratsherr Daniel Gardemin hat einen Streit über Hannovers traditionellen Schützenausmarsch ausgelöst. Auf Facebook bezeichnete er das Schützenwesen als „Ort der Rechten“ und zog eine Verbindung zum rechtsterroristischen Mord an Walter Lübcke. Andere Politiker zeigten sich fassungslos.

30.06.2019

Der Streit um den Finanzplan für Hannovers Kulturhauptstadtbewerbung ist nun endgültig beigelegt. Der Rat hat am Donnerstag sowohl dem Budget für das Kulturhauptstadtprogramm über 80 Millionen Euro zugestimmt, als auch einem Anstieg des städtischen Kulturetats um jährlich 1,5 Prozent.

30.06.2019

Kitas mit pädagogischen Zusatzangeboten bringt die neue Beitragsfreiheit in Existenznöte, weil sie von den Eltern keine Zusatzgebühren mehr verlangen dürfen. Nun hat die Stadt Hannover für eine Kita eine Sonderregelung getroffen – die Frage ist, ob es bei einem Einzelfall bleibt.

30.06.2019