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Hannover Wer steckt hinter den bunten Affensteinen in der Oststadt und der List?
Nachrichten Hannover Wer steckt hinter den bunten Affensteinen in der Oststadt und der List?
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15:06 12.08.2019
Künstler Zike verteilt bunte Steine in der Oststadt und der List. Sein Gesicht versteckt er hinter einer Affenmaske. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

Schon von Weitem leuchtet der bunt bemalte Findling auf dem Mittelstreifen der Bödekerstraße in Höhe des Lister Platzes den Passanten entgegen. Beim Näherkommen lässt sich dann der kleine Affe darauf erkennen, der etwas erstaunt auf den Spruch „Enjoy your Day“ – „Genieß deinen Tag“ – blickt. Viele, die vorübergehen, schmunzeln. Kinder weisen ihre Eltern aufgeregt auf die Entdeckung hin.

Seit Mitte Juni sind es immer mehr Steine geworden, die in der Oststadt und in der List an Kreuzungen und Straßenrändern auftauchen. Immer sind sie bunt, immer mit einem fröhlichen Spruch versehen, immer mit einem Affen im Comicstil verziert. Doch wer steckt hinter der Aktion?

Künstler will anonym bleiben

Der Freizeitkünstler, der die Steine mit den Affen in der Stadt verteilt, will unerkannt bleiben. Er nennt sich Zike. „Das ist mein Graffitiname“, sagt er. Früher, in den Neunzigerjahren, habe er viel mit der Graffitiszene zu tun gehabt. Heute ist er hauptberuflich Landschaftsgärtner, betreibt aber noch weitere kleine Unternehmen und ist mit einem Kumpel dasGraffitikünstlerduo Monkey Squad. „Das ist auch der Grund, warum auf allen Steinen Affen sind“, sagt Zike. „Und vielleicht auch, weil ich manchmal bisschen affig bin“, schiebt er hinterher und lacht.

Dieser Stein liegt auf dem Grünstreifen am Lister Platz – direkt an der Ampel, damit ihn viele sehen. Quelle: Lisa Neugebauer

Auf die Idee, die sogenannten Monkeystones zu gestalten, kam Zike nach eigener Auskunft aus Langeweile. Mit Spraydosen begann er zunächst, handgroße Steine zu besprühen und in der Umgebung zu verteilen. „Die wurden allerdings schnell eingesteckt, was mich etwas traurig gemacht hat. Also dachte ich: Mach ich die größer.“

Fröhlicher Spruch soll Menschen erfreuen

Das Motiv des Äffchens habe er aus einem Malbuch. „Es hat mir so gut gefallen, weil es niedlich ist und einen großen Wiedererkennungswert hat“, sagt der Künstler. Zusätzlich versehen mit einem fröhlichen Spruch sollen die Steine die Leute erfreuen. „Die Menschheit ist oft so trostlos und traurig“, meint Zike.

Etwa 20 Findlinge hat der Landschaftsgärtner schon in der Stadt verteilt – allesamt in der Oststadt und in der List, weil er dort in der Umgebung wohnt. Er verteilt die Steine morgens vor der Arbeit, damit ihn möglichst niemand sieht. Manchmal setze er sich nachmittags mit einem Eis auf eine nahe gelegene Parkbank und beobachtet die Leute, die an seinen Monkeystones vorbei laufen, erzählt Zike. „Von 30 Menschen sehen ihn gerade einmal ein bis zwei“, hat er erfahren.

„Mahnah Mahnah“: Dieser Stein dürfte den Betrachter gleich einen Ohrwurm summen lassen. Quelle: Peer Hellerling

„Viele Leute, die die Steine sehen, freuen sich aber über die bunte Abwechslung“, sagt der Graffitikünstler. Seit wenigen Wochen habe er auch eine Facebookseite, auf der er regelmäßig positive Kommentare bekomme. Eine Frau habe ihm, dass sie mit ihrem Sohn schon regelrecht nach den Steinen suche. „Quasi ein reales Pokémon Go“, scherzt Zike.

Doch wenn die Reaktionen auf seine Kunst so positiv sind – warum will er sich dann nicht zu erkennen geben? „Die Menschen werden dann so freundlich“, meint der Künstler. „Das ist aber so eine falsche Freundlichkeit.“

Stadt prüft die Ablageorte

Auch die Stadt ist bereits auf die Monkeystones aufmerksam geworden – dort freut man sich allerdings nicht über die Aktion. „Ganz grundsätzlich kann man natürlich nicht einfach irgendwo im öffentlichen Straßenraum Gegenstände ablagern, auch keine nett gestalteten und sicher freundlich gedachten bunten Steine“, sagt Udo Möller, Pressesprecher der Stadt Hannover. Die Stadt werde sich die entsprechen Orte genau ansehen. „Sofern im Einzelfall Unfall- oder Stolpergefahr besteht, werden wir die Steine leider entfernen müssen“, sagt Möller.

Er wäre auch bereit, die Steine selbst zu entfernen, wenn diese jemanden stören, sagt Zike. „Ich habe aber immer darauf geachtet, dass sie nicht im Weg liegen.“ Auch von großen Schaufenstern lägen seine Findlinge weit entfernt, damit niemand sie in die Glasscheiben werfe.

„Ich habe Hunger & Durst. Danke“: Seinen neuesten Stein hat Zike für einen Obdachlosen bemalt. Quelle: Samantha Franson

Seinen neuesten Stein hat Zike für einen Obdachlosen gestaltet, der sich regelmäßig auf dem Lister Platz aufhält. „Ich habe Hunger & Durst. Danke“, steht auf dem rosafarbenen Findling. Ein Affe ist natürlich auch darauf. „Vielleicht bring ihm der Monkeystone Glück – und auch etwas Kleingeld“, sagt der Künstler.

Von Lisa Neugebauer

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