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Hannover Kurioser Mietstreit endet vor Gericht
Nachrichten Hannover Kurioser Mietstreit endet vor Gericht
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08:38 30.06.2017
Quelle: Fotolia/Archiv
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Hannover

Ein komplizierter Streit zwischen einer Vermieterin und einem ihrer Untermieter ist am Donnerstag vor dem Amtsgericht Hannover mit einer Überraschung zu Ende gegangen. Auf Anraten der Staatsanwaltschaft stellte Amtsrichterin Maria Kleimann das Verfahren wegen Diebstahls gegen die 36-jährige Claudia F. gegen zehn Stunden gemeinnütziger Arbeit ein. Zunächst stand der Vorwurf im Raum, die 36-Jährige habe unter anderem 50 Paar Schuhe und 8000 Euro Bargeld ihres Untermieters entwendet.

Keine Klärung möglich

Im Dezember 2016 hatte die 36-Jährige, die fünf Kinder hat, die alle nicht bei ihr leben, ein 28 Quadratmeter großes Zimmer ihrer Wohnung in der Flebbestraße an den 39-jährigen Desmond B. untervermietet. Drei Monatsmieten zahlte der Kommissionierer im Voraus, kündigte aber gleichzeitig an, das Zimmer in Döhren stelle für ihn lediglich eine Übergangslösung dar. Sein Hab und Gut aus der gemeinsamen Wohnung mit seiner Ex-Frau verstaute er in mehrere Kisten und Umzugskartons und stellte diese in seiner neuen Bleibe unter.

Was anschließend im Einzelnen geschehen ist, konnte auch das Amtsgericht im Rahmen der gestrigen Verhandlung nicht eindeutig klären. Fest steht, dass Desmond B. im Dezember selten in der Flebbestraße anzutreffen war. „Vier bis fünf Nächte war ich da, den Rest habe ich bei Freunden verbracht“, sagte er vor Gericht. Als Claudia F. ihren Untermieter Ende Dezember mehrere Tage hintereinander nicht zu Gesicht bekommen hatte, entschloss sie sich zu einem ungewöhnlichen Schritt. Sie ging zur Polizei und meldete Desmond B. als vermisst.

Kein Unrechtsbewusstsein

Doch das war noch nicht alles: Sie vermietete zudem das Zimmer ab Januar an einen neuen Untermieter weiter. Die Kartons des ersten Untermieters B. landeten auf der Straße. Unklar ist, ob die Vermieterin oder der neue Untermieter sie dort hingestellt haben. Unklar ist ebenfalls, was mit den Kartons geschehen ist, nachdem der erste Untermieter Desmond B. sie gemeinsam mit einem Freund dort entdeckt hatte. B. behauptete vor Gericht, Teile seines Besitzes seien bis heute verschwunden. Vermieterin F. sagte aus, B. und sein Bekannter hätten die Kartons im Beisein der Polizei wieder in das Zimmer getragen und am nächsten Tag abgeholt. Auch das Gericht fand auf diese Fragen im Verlauf der Verhandlung keine Antworten.

Ein Unrechtsbewusstsein wegen der Doppelvermietung des Zimmers ließ die 36-Jährige, die eine Ausbildung zur Köchin unterbrochen hat und seitdem von Hartz IV lebt, vor Gericht allerdings nicht erkennen. Ob sie verstehen könne, dass sie sich bei der doppelten Vermietung des Zimmers falsch verhalten habe, fragte Amtsrichterin Kleimann die Angeklagte mehrfach. Doch Claudia F. blieb die Antwort jedes Mal schuldig. Deshalb gab die Vorsitzende der 36-Jährigen am Ende noch einen eindringlichen Ratschlag mit auf den Weg: „Wenn Sie das nächste Mal Ihre Wohnung untervermieten, dann tun Sie das nacheinander“, sagte Maria Kleimann.

Emma Schell und Tobias Morchner

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