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Hannover Lebenstraum erfüllt: Ilse Rosenkranz steht einem Tag am Zapfhahn
Nachrichten Hannover Lebenstraum erfüllt: Ilse Rosenkranz steht einem Tag am Zapfhahn
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20:47 22.10.2019
Einmal Gastwirtin: Ilse Rosenkranz als tatkräftige Zapferin. Quelle: Nancy Heusel
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Hannover

Sie hat ihr Leben lang gearbeitet, und trotzdem war es ein großer Wunsch von Ilse Rosenkranz, noch einmal ordentlich zuzupacken. Deshalb hat die 72-Jährige sich bei dem städtischen Projekt Lebensträume beworben, das dafür sorgt, dass Senioren Herzenswünsche erfüllt werden. Ilse Rosenkranz ist gewissermaßen Nachrückerin, eigentlich sollte eine andere Seniorin hinter der Theke und am Zapfhahn im Brauhaus Ernst August stehen. „Unsere Gewinnerin ist auf einer Schiffsreise gestürzt“, sagt Projektbetreuer Jürgen Mai. Zum Glück sei nicht viel passiert, den Tag als Gastwirtin in dem Szenelokal an der Schmiedestraße hätte sie aber wohl nicht bewältigt.

lse Rosenkranz (v.l.) mit Brauhaus-Betreiber Philipp Aulich und Tresenchef Maik Lewerenz. Quelle: Nancy Heusel

Und so ist Ilse Rosenkranz am Zug. Ganz verschiedene Dinge habe sie in ihrem Arbeitsleben schon gemacht, „aber Bier zu zapfen, das ist neu und das möchte ich ausprobieren“, sagt die Hannoveranerin, die seit Jahrzehnten in Herrenhausen in der Nähe der Barockgärten zu Hause ist. Barchef Maik Lewerenz erklärt der Seniorin erst einmal, wie die Gläser gespült werden. „Das werde ich ja wohl noch hinkriegen“, so Rosenkranz und packt zu. Schließlich habe sie auch schon in der Rathauskantine und in der Küche der BBS 3 gearbeitet. Ihr Chef für einen Tag ist hoch zufrieden. „Das machen nicht alle so ordentlich“, lobt Lewerenz.

An Fan-Tagen wird durchgezapft

Jetzt geht es an die Zapfhähne. Ilse Rosenkranz lernt, dass das Glas schräg gehalten wird, dass Hannöversch die richtige Temperatur braucht, die Schaumkrone stimmen soll – und eigentlich alles sehr viel schneller gehen muss. „So sechs bis acht Biere kann man schon gleichzeitig in der Mache haben“, betont der Experte hinter der Theke.

Wenn so 300 Hannover-96-Fans kommen würden, müssten etliche Biere vorgezapft werden. Ilse Rosenkranz kann nach einer Stunde immerhin schon acht Gläser auf einmal halten. Sie lernt dann auch noch, die Zwei-Liter-Kannen für den Außerhausverkauf zu befüllen und darauf zu achten, was die Kellner für Bestellungen bei ihr aufgeben.

lse Rosenkranz lernt auch das Befüllen der Quelle: Nancy Heusel

Am Anfang ist es noch ruhig, und Rosenkranz hat alles im Griff. „Gleich ist bei uns Brauerstunde, gewissermaßen Happy Hour mit halbem Bierpreis“, sagt Brauhaus-Betreiber Philipp Aulich. Dann werde der Laden voll und der Zapfhahn müsse durchlaufen. Ilse Rosenkranz bleibt gelassen. „Seit ich 20 bin habe ich immer irgendwas gearbeitet, zunächst viel im Verkauf.“ Sie habe keine Ausbildung, da sie früh Mutter geworden sei, „das hält aber nicht davon ab, flexibel in der Jobwahl zu bleiben.

Gastwirtin zu sein findet sie spannend, die 72-Jährige mag den Kontakt mit Menschen, ist kommunikativ, offen und hält gerne die Fäden in der Hand. Allerdings trinkt sie keinen Alkohol, Kneipengängerin ist sie daher nicht. „Der schmeckt mir einfach nicht.“ Kein Problem, hinter der Theke im Brauhaus ist es ohnehin wichtig, nüchtern zu bleiben, der Job geht schließlich auch auf die Kondition. „Aber herrlich ist es hier am Zapfhahn“, strahlt die Seniorin und verspricht auch künftig, in der Altstadt auszuhelfen, wenn mal Not an der Thekenkraft ist.

Das Projekt Lebensträume der Stadt Hannover bietet Senioren die Möglichkeit, sich private oder berufliche Wünsche zu erfüllen oder sich neuen Herausforderungen zu stellen. Kontakt über juergen.mai@stadt-hannover.de.

Von Susanna Bauch

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