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Hannover Lehrerarbeitszeiten: Gewerkschaft verklagt das Land
Nachrichten Hannover Lehrerarbeitszeiten: Gewerkschaft verklagt das Land
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00:17 24.11.2018
Unterrichten bis zum Umfallen? Opposition und Bildungsverbände fordern endlich konkrete Schritte, um Lehrer zu entlasten. Quelle: Julian Stratenschulte/ dpa
Hannover

Die Grünen fordern eine Enquetekommission zur Lehrerarbeitszeit einzurichten, um bis Ende 2019 konkrete Maßnahmen zur Entlastung der Pädagogen vorzulegen. In dem Entschließungsantrag, den Grünen-Bildungsexpertin Julia Willie Hamburg am Mittwoch in Hannover vorstellte, heißt es, der Kommission sollten 25 Mitglieder angehören, darunter 15 Mitglieder des Landtags und zehn Sachverständige, die nicht Abgeordnete sind.

SPD und CDU sollen je sechs Abgeordnete benennen, Grüne, FDP und AfD ein Mitglied. Die Sachverständigen sollen im Einvernehmen der Fraktionen benannt werden. „Die Zeit der Runden Tische im Kultusministerium ist vorbei, wir müssen endlich konkret handeln“, sagte Hamburg.

Weniger Unterricht für Grundschullehrer?

Basis für die Überlegungen der Enquetekommission soll der Abschlussbericht des Expertengremiums des Landes zur Lehrerarbeitszeit sein. Darin war unter anderem empfohlen worden, die Unterrichtsverpflichtung für Grundschullehrer von 28 auf 27 Wochenstunden zu verringern, die Oberstufenkurse auf 17 bis 19 Schüler zu verkleinern und die Unterrichtspflicht für schulfachliche Koordinatoren zu verringern. Zudem soll die Enquetekommission prüfen, ob man eine repräsentative Arbeitszeiterhebung für Förder-, Haupt-, Real- und Oberschulen braucht.

Vor allem Pädagogen an Gymnasien machen Überstunden

Bei einer landesweiten Untersuchung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), bei der 3000 Lehrer ein Jahr lang minutengenau ihre Arbeitszeit erfasst hatten, war herausgekommen, dass vor allem Gymnasiallehrer zu lange arbeiten, im Schnitt gut drei Stunden pro Woche zu viel. Real-, Haupt- und Förderschullehrer hatten sich kaum beteiligt, sodass für diese Schulformen keine repräsentativen Ergebnisse vorliegen.

GEW verklagt Land wegen Mehrarbeit an Gymnasien

Unterdessen hat die GEW angekündigt,nun auch für vier Gymnasiallehrkräfte Klagen gegen deren erhebliche Arbeitszeit-Überschreitungen einreichen. Bei den Verwaltungsgerichten Hannover, Braunschweig und Oldenburg würden in den nächsten Tagen Klagen eingereicht“, kündigte die GEW-Landesvorsitzende Laura Pooth an. Alle vier Lehrerinnen arbeiteten dokumentiert mehr als 55 Stunden wöchentlich. Dieser Durchschnittswert berücksichtige bereits die Ferienzeiten mit geringerer Belastung, während in den Schulzeiten die Werte noch erheblich darüber lägen.

Die GEW hatte bereits in den vergangenen Monaten zehn Klagen für überlastete Grundschullehrer und -leiter eingereicht. Sie wartet derzeit auf die Festlegung des ersten Verhandlungstermin vor dem Verwaltungsgericht in Osnabrück.

„Die Überstunden verfallen. Sie werden weder bezahlt noch durch Freizeit ausgeglichen“, erläuterte Pooth. „Wir gehen den Rechtsweg, weil die Überlastung der Lehrkräfte inzwischen unerträglich ist. Wenn die Landesregierung nicht schnellstens den politischen Weg beschreitet und Maßnahmen zur Entlastung vorlegt, muss sie eben juristisch dazu gebracht werden“, betonte die GEW-Landesvorsitzende.

Kultusministerium: Enquetekommission brauchen wir nicht

Im Ministerium stieß die Forderung nach einer Enquetekommission auf Ablehnung. Ein Sprecher sagte, die Handlungsempfehlungen der Arbeitszeitkommission seien konkret genug, man müsse die jetzt im Dialog mit den Bildungsverbänden auf ihre Umsetzung hin prüfen.

Von Saskia Döhner

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