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Hannover Neue Weizensorten widerstehen Krankheiten auch ohne Chemie
Nachrichten Hannover Neue Weizensorten widerstehen Krankheiten auch ohne Chemie
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13:49 10.07.2019
Leibniz-Universität testet Weizensorten: Tsu-Wei Chen vom Institut für Gartenbauliche Produktionssysteme begutachtet Pflanzen auf einem Feld der Uni in Ruthe. Quelle: Ilona Napp, Leibniz-Universität Hannover
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Hannover

Neue Weizensorten sind viel besser als ihr Ruf. Die Neuzüchtungen sind weniger anfällig für Krankheiten, nutzen Nährstoffe effizienter und trotzen auch Dürre besser. Dies ist das Ergebnis einer groß angelegten Studie der Leibniz-Universität Hannover. „Bisher ging man landläufig davon aus, dass durch Züchtung anfälligere Sorten entstehen, die mehr Pflanzenschutzmittel brauchen“, erklärt Prof. Hartmut Stützel vom Institut für Gartenbauliche Produktionssysteme. „Wir sind sehr froh, dass wir das klar widerlegen können.“

Chemie auf dem Acker lässt sich einsparen

Das eröffnet die Chance, auch im konventionellen Anbau den Einsatz von Chemie auf dem Acker deutlich zu reduzieren. „Es ist heute sehr viel einfacher, ohne Fungizide zu arbeiten, als vor 50 Jahren“, sagt Studienleiter Stützel. Neuere Sorten erlaubten zunehmend, dass Betriebe weniger Fungizide verwenden, ohne dass sie in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. „Es ist eine wirtschaftliche Frage, ob Verluste durch Krankheiten oder die Spritzung mehr kosten.“

Offensichtlich – so die Erklärung der Wissenschaftler – hat die intensive Züchtung auf Ertrag indirekt auch die Gesamtleistung der Sorten unter diversen Stress- oder Mangelsituationen verbessert. Neuere Sorten wiesen sich auch durch eine bessere Ertragsstabilität aus. Die langjährige Auswahl von ertragreichen Genvarianten hat nebenbei auch andere vorteilhafte Eigenschaften verstärkt. So nutzen die neueren Sorten Wasser und Nährstoffe effektiver, sie bringen sogar unter Dürrestress stärkere Erträge. Die Forscher gehen außerdem davon aus, dass im Genpool moderner Sorten viel Potenzial für weitere Verbesserungen steckt.

Forscher untersuchen 200 Weizensorten

Die Agrarwissenschaftler testeten mit verschiedenen Partner-Unis fast 200 wichtige westeuropäische Weizensorten, die in den vergangenen 50 Jahren zugelassen wurden. Die in diesem Zeitraum neu gezüchteten Sorten erbrachten jedes Jahr im Durchschnitt rund 32 Kilo mehr Ertrag pro Hektar. Je nach Standort erzielen Landwirte inzwischen sechs bis zehn Tonnen Weizen auf einem Hektar.

Im Projekt „Briwecs“ bauten die Forscher die Sorten mehrere Jahre an verschiedenen Standorten wie dem Forschungsgut Ruthe der Leibniz-Uni an. Dabei prüften sie die Leistung jeder Sorte unter intensiven Anbaubedingungen und im direkten Vergleich auch mit stark reduzierter Stickstoffdüngung sowie ohne Pflanzenschutzmittel. „Chemie ist sinnvoll als Notmaßnahme, aber nicht als Standard“, betont Stützel. Weizen gehört nach Mais und Reis zu den wichtigsten Getreidearten auf dem internationalen Markt. Die hohen Erträge im intensiven europäischen Weizenanbau sind mit ausschlaggebend für die weltweite Nahrungssicherheit.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Projekt fünf Jahre lang mit insgesamt knapp 4 Millionen Euro. Beteiligt sind neben der Leibniz-Universität auch die Christian-Albrechts-Universität Kiel, die Justus-Liebig-Universität Gießen, das Julius Kühn-Institut, das Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung und die Universität Bonn.

Von Bärbel Hilbig

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