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Hannover Leiche in Höver: Staatsanwalt fordert zehn Jahre Haft für Mord
Nachrichten Hannover Leiche in Höver: Staatsanwalt fordert zehn Jahre Haft für Mord
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00:20 08.03.2019
In der Nähe eines Wirtschaftswegs entlang der B65 wurde die Leiche der Bockenemerin im Mai 2018 entdeckt. Quelle: Clemens Heidrich
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Hildesheim

In dem Indizienprozess um die getötete Frau aus Bockenem, deren Leiche in einem Gebüsch in Höver gefunden wurde, sind am Dienstag die Plädoyers gehalten worden – überraschenderweise unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die Kammer unter Vorsitz der Richterin Karin Brönstrup nannte als Grund den Schutz der elfjährigen Tochter. Sie hatte während des Prozesses ebenfalls hinter verschlossenen Türen ausgesagt.

Nach Auskunft des Gerichtssprechers Philipp Suden forderte Staatsanwalt Stefan Gabor, den angeklagten Ehemann wegen Totschlags zu zehn Jahren Haft zu verurteilen. Wie berichtet, muss sich der 32-Jährige seit Dezember vor Gericht verantworten. Er soll am 17. Mai im vergangenen Jahr seine Frau umgebracht und 60 Kilometer entfernt vom gemeinsamen Zuhause versteckt haben. In Höver wurde ihr Leichnam zehn Tage später gefunden. Der Ankläger geht von einem Streit aus – wegen der außerehelichen Beziehungen der Frau. Sie soll eine Affäre mit dem Chef des Angeklagten gehabt haben.

Verteidigung fordert Freispruch

Ganz anders sieht das jedoch Verteidiger Erhard Hallmann. Er setzte sich dafür ein, seinen Mandanten freizusprechen – wegen verbleibender Zweifel an der Täterschaft. „In dubio pro reo“, so sagte der Anwalt in seinem Plädoyer. Bislang hat der angeklagte Ehemann beharrlich abgestritten, irgendetwas mit dem Verbrechen zu tun gehabt zu haben. Er will auch nicht am Fundort gewesen sein. Bilder einer Überwachungskamera in der Nähe des Fundortes und ausgelesene Handy-Daten sprechen gegen diese Version. Die Kammer gewährte dem Angeklagten am Dienstag die Gelegenheit zu einem letzten Wort. Der sonst so schweigsame Mann nahm die Gelegenheit wahr und betonte, dass er seine Frau nicht angefasst habe, so berichtet Gerichtssprecher Suden.

Angeklagter vermeidet Blickkontakt

Der Vertreter der Nebenklage, Ramon Herbst, der die beiden Kinder der Toten vertritt, schloss sich der Forderung des Staatsanwaltes an. Auch die Familie des Opfers hatte sich wieder im Gerichtssaal eingefunden – wie an fast jedem Verhandlungstag. Die Schwester hatte diesmal ein goldgerahmtes Bild mit dem Konterfei der Bulgarin auf dem Schoß, der Vater einen großen Schriftzug vor sich: „Heute hat sie Geburtstag“. Der Angeklagte vermied einen Blick auf die Besucherbänke.

Das Urteil ist für den kommenden Freitag geplant.

Von Renate Klink

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